Großeinsatz

Die Chemie-Wolke bei KLK in Emmerich war ungefährlich

Feuerwehr und Polizei rückten in der Nacht zu Mittwoch zahlreich aus. Bei KLK Oleo in Emmerich gab es einen Zwischenfall.

Foto: Guido Schulmann

Feuerwehr und Polizei rückten in der Nacht zu Mittwoch zahlreich aus. Bei KLK Oleo in Emmerich gab es einen Zwischenfall. Foto: Guido Schulmann

Emmerich.   Bei KLK in Emmerich trat in der Nacht eine Tonne eines Fettsäure-Glycerin-Gemisches aus. Eine ziemliche „Stinkbombe“, aber sie ist ungefährlich.

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Manch ein Emmericher dürfte in der Nacht zu Mittwoch durch einen beißenden Gestank geweckt worden sein. „Es war wie bei einer extremen Stinkbombe“, schilderte Polizeisprecher Achim Jaspers. Die Ursache war eine Fettsäure-Glycerin-Wolke, die nach einem Zwischenfall beim Chemie-Werk der Firma KLK Oleo vom Steintor aus über die Stadt zog und einen Großeinsatz auslöste.

Rheinbrücke 20 Minuten gesperrt

Eine Gefahr für die Bevölkerung, machte KLK am Mittwochmorgen deutlich, bestand „Gott sei Dank“ nicht, wie Prokurist Friedhelm Hox der NRZ mitteilte. Es handele sich um ein „ungiftiges Gemisch aus pflanzlicher Rohware“. Eine Polizistin, die früh bei KLK aufschlug, klagte zwischenzeitlich über Atemwegsreizungen und wurde ambulant im Krankenhaus behandelt: „Der Kollegin geht es wieder gut. Sie kommt nachher wieder zum Dienst“, sagte Jaspers am Mittwochvormittag.

Was war passiert? Es gab einen Defekt an einem Sicherheitsventil. Die Schutzschaltung tat ihren Dienst. Eine Tonne des Fettsäure-Glycerin-Dampfes gelangte deshalb über das Dach der Produktionshalle ins Freie. Das Leck konnte geschlossen werden. Der Schaden für KLK dürfte deshalb „nicht fürchterlich hoch“ ausfallen, schätzt Hox ein. Wobei die Untersuchungen, wie genau es zu dem Defekt kam, noch laufen. Am Mittwochmorgen ruhte die Produktion, damit alles überprüft werden konnte.

Zunächst herrschte gegen Mitternacht ziemliche Hektik und Unruhe. Die Mitarbeiter vor Ort leiteten Direktmaßnahmen ein. Die Feuerwehr wurde um 0.15 Uhr alarmiert. „Unklarer Rauch – Geruchsbelästigung im Bereich Steintor“, lautete der Alarm. Polizei und Feuerwehr rückten ob der unklaren Lage entsprechend zahlreich aus, was für Zeugen natürlich eine augenscheinliche Gefahr ausdrückte. Allein 40 Feuerwehrleute der Löschzüge Stadt, Vrasselt und Hüthum waren vor Ort.

Eine Wolke bewegte sich Richtung Rheinbrücke, weshalb diese zwischenzeitlich für 20 Minuten gesperrt wurde. Vor allem aus Hüthum gingen bei der Polizei Anrufe ein. Dort war der Gestank wohl am deutlichsten zu vernehmen, so Jaspers. Die Feuerwehr schlug die Wolke mit einer Wasserwand nieder.

KLK bittet um Entschuldigung

Das Sicherheitsdatenblatt, auf dem Angaben zu den Stoffen stehen, wurde dem Emmericher St. Willibrord-Spital zur Überprüfung übermittelt. Auch das Spital kam zu der Einschätzung, dass die ausgetretenen Dämpfe keine Gefahr darstellten. Lediglich eine Reizung der oberen Atemwege könne auftreten.

Wer die Katastrophen-App namens „Nina“ abonniert hat, dessen Smartphone hat womöglich um 0.59 Uhr einen Laut von sich gegeben. Die Bezirksregierung Düsseldorf hatte die Leitstelle des Kreises Kleve veranlasst eine Warnung herauszugeben. Zu dem Zeitpunkt war die Wolke noch nicht definiert. Vorsichtshalber wurden alle Emmericher aufgefordert, in ihren Häusern und Wohnungen zu bleiben. Auch Radiodurchsagen wurden in die Wege geleitet. Die Nina-Entwarnung kam um 1.47 Uhr. Sirenen ertönten nicht. Die Feuerwehr hatte zusätzliche Messfahrzeuge der Feuerwehr Kalkar angefordert. Auch der Rettungsdienst wurde nachalarmiert. Das Ordnungsamt war zugegen. Der Einsatz war gegen 1.40 Uhr beendet.

„Wir bitten darum, die Unannehmlichkeiten einer gegebenenfalls aufgetretenen Geruchsbelästigung zu entschuldigen“, erklärte KLK in einer Pressemitteilung. Das Unternehmen, das in Emmerich 260 Mitarbeiter zählt, stellt hier aus pflanzlichen Ölen oleochemische Grundsubstanzen her.

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