Engagement

Die Emmericher Feuerwehr wird immer weiblicher

Feuerlöschen mit schwerem Gerät? Das ist für diese Damen kein Problem. Immer mehr Frauen engagieren sich in der Freiwilligen Feuerwehr.

Foto: Klaus-Dieter Stade

Feuerlöschen mit schwerem Gerät? Das ist für diese Damen kein Problem. Immer mehr Frauen engagieren sich in der Freiwilligen Feuerwehr. Foto: Klaus-Dieter Stade

Emmerich.   160 Aktive zählt die Freiwillige Feuerwehr Emmerich. Auch darunter: Ein gutes Dutzend Damen, die beim Lebenretten helfen und Katastrophen verhindern.

Schwere Fahrzeuge und Leben retten ist nur was für Männer? Das sehen die aktiven Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Emmerich sicher anders. Ein gutes Dutzend Damen ist hier nämlich mittlerweile im Bereich Brandschutz aktiv. Denn – erfreulicherweise – die Akzeptanz und Anzahl der Feuerwehrfrauen steigt stetig an. Zum Vergleich: 2009 waren vier Frauen in der Wehr. „Und als ich vor 38 Jahren in die Feuerwehr eingetreten bin, waren Frauen hier noch undenkbar“, so Martin Kroll, stellvertretender Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Emmerich. Doch Zeiten ändern sich.

Erste Frau vor 25 Jahren

Vor knapp 25 Jahren ist die erste Frau in der Hansestadt aktiv in den Dienst der Feuerwehr eingetreten. „Diese hat wirklich Pionierarbeit geleistet“, erklärt Yvonne Pohle und ihre Mitstreiterinnen nicken ebenfalls anerkennend. Sie wissen, dass man sich oft den Respekt der Männer zunächst erarbeiten muss. Dabei machen Frauen genau das Gleiche wie Männer in der Feuerwehr. Auch sie sind oft sofort zur Stelle, wenn es brennt oder ein Baum den Weg blockiert. Ob nun Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau – jede geht hier an seine Grenzen. Auch wenn Kroll zugeben muss: „Frauen gehen oft anders an die Sachen ran. Sie sind empathischer“, hat er bei den Einsätzen beobachten. Aber auch genauso zupackend. Tendenziell haben Frauen in der Feuerwehr vor allem eines auch entscheidend verändert: „Der Ton ist nicht mehr so rau“, sagt der stellv. Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Emmerich. Zudem seien Frauen vor allem auch tagsüber besser verfügbar, weil sie oft zum Beispiel wohnortnah arbeiten.

Souverän am Steuer

Dennoch: Mit dem ein oder anderen Vorurteil müssen die Frauen schon kämpfen. So auch Marie Tombergs. Gekonnt fährt sie gern die großen Einsatzfahrzeuge. Und muss sich von Kollegen der anderen Feuerwehren manchmal einen Spruch anhören. Doch mit ihrer Souveränität am Steuer macht die Schlosserin das schnell wieder wett.

Noch relativ jung, aber mit Feuereifer dabei ist Roxana Peters. Die 20-Jährige ist beim Löschzug Hüthum mit im Einsatz. Schon in der Jugendfeuerwehr lernte sie Relevantes für die Einsätze. Bewusst entschied sie sich für ihr Engagement in der Feuerwehr. „Das Zugehörigkeitsgefühl ist hier einfach enorm“, so Roxana Peters. Und auch Sabrina von Hof unterstreicht: „Toll ist, dass man nicht nur körperlich gefordert wird. Man muss auch mitdenken“, so die 34-Jährige. Martin Kroll ist froh, dass mittlerweile so viele Frauen im aktiven Dienst der Feuerwehr in der Hansestadt stehen. „Ich denke auch, dass es nicht mehr lange dauert, bis diese erste Führungsaufgaben übernehmen“.

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