Frauenkarneval

Die Halderner Frauensitzung glänzte mit Lokalkolorit

Jede Menge Spaß hatten die Damen beim Kfd-Nachmittag im Halderner Saal Tepferdt an dem bunten Programm, das ihnen serviert wurde.

Jede Menge Spaß hatten die Damen beim Kfd-Nachmittag im Halderner Saal Tepferdt an dem bunten Programm, das ihnen serviert wurde.

Foto: Thorsten Lindekamp

Haldern.   Die Schließung der Sparkassen-Filiale und die Probleme beim Glasfaser-Ausbau wurden beim Frauenkarneval in Haldern auf die Schippe genommen.

Der rote Automat in XXL-Format mit Sparkassen-Logo wird auf die Bühne geschoben. „Ein interaktiver Geldautomat“, wie der seriös gekleidete Mann aus der Marketing-Abteilung der Sparkasse Rhein-Waal mit unangenehm schnarrender Stimme erklärt. Der Mann hat sich zuvor als Reich, Frank Reich, vorgestellt und will mit neuester (Automaten)-Technik die Schließung der Halderner Sparkassen-Filiale „schön reden“. Was natürlich nicht gelingt.

Die 280 Damen im voll besetzten Saal Tepferdt

haben jede Menge Spaß an dem aalglatten Marketing-Mann, der jede Kritik mit viel Text „glatt zu bügeln“ versucht. Ursula Isling brillierte in diesem Stück gemeinsam als Frank Reich mit Irmgard Drost als sprechender Automat beim bunt-närrischen Nachmittag der Kfd Haldern.

Moderatorin Dorothee Giesen ließ für diesen Sketch an die Gewehre gehen und eine Rakete zünden. Es sollten noch mehrere folgen und diverse La-Ola-Wellen.

Was Maria Ehringfeld im Schilde führte, ahnte das Publikum schon, lief sich doch die wenigen Männer anschmachtend Richtung Bühne, während Jane Birkin „Je t’aime“ vom Band stöhnte. Ihr Selbstfindungsprozess, den die Haldernerin urkomisch mit Gestern und Texten untermalte, gehört zu den Höhepunkten des Nachmittags.

Aber auch die Kino-Szene war ein Knaller, bei der Marita Brücker und Gerda Winter ein Liebenpaar mimten, das nicht voneinander lassen konnte. Aber musste! Weil es im Kinosaal nicht nebeneinander sitzen konnte.

Folglich mussten alle Liebesbekundungen wie Umarmungen und Küsse von Nachbar zu Nachbar „weitergereicht“ werden. Das taten diese so herrlich unwillig oder gierig-lüstern, dass es eine Freude war. Es spielten: Maria Nakath, Lydia van den Boom, Irmgard Drost und Lucie Uebbing.

Weihwasser to go

Dass auch die sich wandelnde Gesellschaft vor der Kirche nicht halt macht, war das Thema des Sketches Kirche 2020. Sr. Rabiata alias Sabine Fischer sandte ihre Ordensschwesern aus, „Weihwasser to go“ an die Gläubigen zu verkaufen. Auch der Besuch des Gottesdienstes war beim künftigen kundenorientierten Dienstleistungsunternehmen Kirche 2020 nicht mehr kostenlos. Für die Messe „Sunday Morning Standard“ wurden 7.50 Euro fällig, für „Sunday Morning Plus“, also inklusive Orgelmusik und Sitzplatz, zehn Euro.

Jugendliche zeigten Showtänze zu heißen Rhythmen, Leitung Laura Rütter, die Tanzgruppe der kfd steppte zum Höhner-Hit „Wir sind für dieLiebe gemacht“. Die Leitung hatte hier Margret Komescher.

Wunderbar auch der Song „Dellen und Wellen“, bei dem es um den Verdruss mit der Cellulite ging oder der „Männergespräche“ im Sketch „Die kleine Kneipe“. In der Pleiten, Pech und Pannen mit dem Glasfaser-Ausbau in Haldern thematisiert wurden. Was auch Thema der letzten Bütt vor dem großen musikalischen Finale in „Mein Freund der Baum“ mit Maria Nakath war. Die sich kürzlich „einmal Frühstück am Bett“ von ihrem Gatten gewünscht hatte. Darauf schlagfertig ihr Mann: „Dann schlaf doch in der Küche!“

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