Bauprojekt

Die neuen Asylunterkünfte in Isselburg sind bezugsfertig

So sieht das Gebäude von der Henry-Dunant-Straße aus.

So sieht das Gebäude von der Henry-Dunant-Straße aus.

Foto: Thorsten Lindekamp

Isselburg.   22 Wohneinheiten auf 911 Quadratmetern sind am Stromberg in Isselburg für Flüchtlinge entstanden. Eine Anschlussnutzung ist durchaus möglich.

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Rudi Geukes ist sich sicher. „Hier kann man sich wohlfühlen“, sagt der Bürgermeister, als er im Inneren einer der insgesamt 22 Wohnungen der beiden neuen Asylbewerberunterkünfte steht. „Hier gibt es auch so etwas wie Privatsphäre.“ Genau die ist in der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Grundschule Heelden überhaupt nicht gegeben. „Von daher hat es oberste Priorität, dass wir die Flüchtlinge aus Heelden hier unterbringen“, so Geukes.

Das wird in den kommenden Wochen peu à peu geschehen. Denn die beiden in Holzrahmen-Bauweise errichteten Gebäude sind nun so gut wie bezugsfertig. 911 Quadratmeter beträgt die Gesamtwohnfläche. In den 22 Wohneinheiten können vier bis sechs Personen untergebracht werden.

Die Gemeinschaftsräume werden nicht rund um die Uhr geöffnet sein

Zusätzlich sind zentrale Räume als Treffpunkte oder Gemeinschaftsräume vorgesehen. „Die Gemeinschaftsräume werden aber nicht 24 Stunden am Tag geöffnet sein, sondern nur zu gewissen Zeiten. Wir wollen nicht, dass hier Unfug getrieben wird“, berichtet Jürgen van Geldern vom Bauamt.

Überhaupt wurde bei dem Neubau an etliche Kleinigkeiten gedacht. Denn Asylbewerber sind nicht unbedingt mit den in Mitteleuropa gebräuchlichen Standards – etwa bei der Hygiene – vertraut.

Ein Kulturproblem: Die Räume werden zwangsbelüftet

So werden die Wohnräume zwangsbelüftet, da Erfahrungen gezeigt haben, dass Personen aus anderen Kulturkreisen gerade im Winter keine Frischluft in die Räume lassen. Dementsprechend sind die Wände ein Hort für Schimmel. Es wurden Vinyl-Böden verlegt. Genauer gesagt verklebt. „Das hat den Vorteil“, so Bauamtschef Michael Carbanje, „dass wir einzelne Stücke mit einer Heißluftpistole lösen und so einfach austauschen können.“

Die WCs sind als Vollkunststoffkabinen in das Gebäude mittels Kran eingelassen worden. „Mit Luxus hat das aber nichts zu tun“, so Carbanje. Denn die Kabinen-Bauweise ist unter dem Strich zeit-, kosten- und raumsparend sowie belastbar und langlebig. Auf dieses Prinzip wurde auch in der Küchenzeile geachtet. Unnötiger Schnickschnack wie eine Spülmaschine sind nicht vorhanden, aber die Schränke und der jeweilige Herd erfüllen mehr als ihren Zweck.

Eine Notrufsäule und Rauchmelder sind installiert

Selbstredend wurden auch alle Sicherheitsaspekte beachtet. So hängen in den Zimmern Rauchmelder. Zudem ist auf der Straße eine Notrufsäule errichtet worden. „Das ist eine Vorgabe für Asyleinrichtung“, erläutert Sascha Heister vom Sozialamt. Schon von außen ist zudem sichtbar, dass die beiden Gebäude auf eine dauerhafte Nutzung ausgelegt sind. Hier schwirrt vielen das Thema sozialer Wohnungsbau in den Köpfen.

Zunächst aber kommen erst die Flüchtlinge. „Die werden sich freuen“, so Flüchtlingsbetreuer Martin Wehning. „Ich arbeite jetzt seit gut einem halben Jahr hier und es vergeht seitdem so gut wie kein Tag, an dem ich nicht gefragt werde, wann die Unterkunft bei Netto, wie die Flüchtlinge sie nennen, endlich fertig wird.“

>> DIE UNTERKUNFT WIRD SPÄTER FERTIG ALS GEPLANT

Die Gesamtkosten inklusive Erschließungskosten, Planungskosten, sämtliche Ingenieurleistungen lassen sich mit 1.884.000 Euro (brutto) beziffern.

Die Aufträge für die Errichtung der Gebäude und der Erschließungsanlagen wurde im Dezember 2015/Januar 2016 erteilt. Ursprünglich war eine Fertigstellung bis Ende Juni vorgesehen, da zu diesem Zeitpunkt die Notunterkunft in Werth auslief.

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