Gesundheit

Die Pflegesituation im Kreis Kleve wird sich verschärfen

Sylvia Guth-Winterink

Sylvia Guth-Winterink

Foto: DIANA ROOS / FUNKE Foto Services

Emmerich-Rees.  Das Willibrord-Spital in Emmerich will daher mehr Energie in die Ausbildung des Pflegenachwuchses stecken.

Die Situation in der Pflege wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. Damit rechnet die Emmericher Pflegedirektorin Sylvia Guth-Winterink: „Gerade im Kreis Kleve wird die demographische Entwicklung dazu führen, dass wir deutlich mehr Pflegekräfte benötigen“, sagte sie. Erschwerend komme hinzu, dass der Kreis mit seiner peripheren Lage nur schwer Nachwuchs bekomme. Daher sei es umso wichtiger für die Pflegeberufe zu werben: „Ohne Mensch geht gar nichts“, sagte die Pflegedirektorin. Im Kreis Kleve werde es „sehr, sehr, sehr schwer den Bedarf zu decken.“

An der Vergütung könne es nicht liegen. Diese sei in den Pflegeberufen gut. Ein Krankenpfleger verdiene in den drei Ausbildungsjahren zwischen 1200 und 1400 Euro brutto. Berufseinsteiger verdienen auf dem Niveau von Bankkaufleuten, so pro homine-Geschäftsführer Johannes Hartmann. Das Jahreseinkommen liege laut Tarif bei 41.000 Euro. „Und das ohne besondere Zuschläge für Wechselschichten oder Feiertage“, so Hartmann.

Aktuell alle Stellen besetzt

Aktuell habe man in der Akquise von Pflegepersonal noch keine Probleme: „Die Stellen sind nahezu komplett besetzt“, so Guth-Winterink: 97 Prozent der Mitarbeiter hätten eine dreijährige Ausbildung absolviert und alle zwölf aktuellen Azubis werden übernommen.

Um die Anstrengungen zu erhöhen, werden die Ausbildungen jetzt zum 1. April, zum 1. August und zum 1. Oktober starten. Voraussetzung ist das Mindestalter von 17 Jahren und die Mittlere Reife mit mindestens einem dreier Durchschnitt. Auch Fachabiturienten und Abiturienten könnten sich für eine Beruf in der Pflege bewerben und dann weiter qualifizieren. Zurzeit gebe es 54 Ausbildungsplätze für Gesundheitsberufe. Ab 2021 bietet die Gruppe eine Ausbildung zum Pflegefach-Assistenten an.

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