Rathaussturm

Die Reeser Möhnen sicherten sich den Rathausschlüssel

Bürgermeister Christoph Gerwers ist augenscheinlich froh, dass ihm der

Bürgermeister Christoph Gerwers ist augenscheinlich froh, dass ihm der

Rees.   Der Reeser Bürgermeister erhielt schon mal Sekt. Der soll zur Eröffnung des Freibades entkorkt werden, dessen Realisierung in den Sternen steht.

Alles ging beinahe geräuschlos über die Bühne, jedenfalls ohne die üblichen Paukenschläge und Trompetenstöße. Lautstark waren nur die Reeser Möhnen, die schon vor 11.11 Uhr das Rathaus stürmten und

schon wenige Augenblicke später im Besitz des Rathausschlüssels waren.

Sie hatten Bürgermeister Christoph Gerwers derart stürmisch begrüßt, dass der den Schlüssel nicht hatte verteidigen können. Danach wurde kurzerhand die Krawatte von Gerwers zweifach eingekürzt, zunächst von Dorothe I. von der Feuerwehrstraße aus Haldern, dem Schlips den Rest gab Andrea III. aus Haffen.

Junge Birken und hohe Tannen

Das Foyer des Bürgerhauses hatte man in einen Wald verwandelt. Junge Birken und hohe Tannen säumten den Weg in den Saal. Der Fachbereich I der Verwaltung hatte sich als Motto „Wald“ ausgedacht. Natürlich war das dem Bürgermeister nicht verborgen geblieben, hatte er doch seine Rede entsprechend angepasst.

„Wenn es gilt, die Vorstellungen Wünsche und

Ideen von Kollegen, Vorgesetzten, der aktuellen Gesetzgebung oder der lokalen Politik umzusetzen, bricht aus manchem von uns schon mal ein emotionales ‘Boar, ich glaub’ ich steh’ im Wald’ heraus“, so der Erste Bürger. Um dann auf die schwierige Regierungsbildung zu sprechen zu kommen.

„Schon 137 Tage ist die Wahl jetzt her, die Regierungsbildung fiel offensichtlich äußerst schwer, Gro-Ko, Jamaika, CSU – wir fragen uns , wo drückte denn eigentlich der Schuh?“, hatte er gereimt.

Um anschließend die nicht enden wollende Fertigstellung des Airports Berlin-Brandenburg zu thematisieren. Den Ball griff Bernd Börgers, Präsident des Karnevalskomitees der Feuerwehr Haldern, sofort auf. „Das Freibad ist ja auch noch nicht eröffnet“, frotzelte er. „Wir werden vom Thema nicht ablassen, bis wir ein Freibad für Jung und Alt in Rees bekommen“, sagt er.

Um anschließend den Bürgermeister mit

den notwendigen Utensilien dafür auszustatten – eine Plastikente in Gelb, eine Flasche Sekt für die Eröffnung und eine Badehaube mit der Aufschrift: „Your work-out is my warm-up“ (Was für dich Training ist, ist für mich Auswärmphase). Gerwers zog die Haube gleich über, stülpte die Narrenkappe darüber und feierte mit Schweißperlen auf der Stirn weiter mit den Gästen, darunter auch Prinz Manni I. aus Haffen und Prinz Reinhard aus Haldern.

Die Fachbereiche hatten sich originell verkleidet, als Bäume, Waldarbeiter und Pilze der FB I, als Zwerge der FB II, als Domino-Steine der FB IV, als Piraten der FB V, als M & M-Pastillen der FB VI, als Nixen und Wassermänner die Beschäftigten beim Deichverband Bislich-Landesgrenze, die Mitarbeiter des Bauhofs kamen als kleine grüne Männchen.

>> STÄNDCHEN FÜR DAS GEBURTSTAGSKIND

Auf Dorothe und Reinhard Tiemann sei die Wahl als Tollitäten für Haldern gefallen, so Bernd Börgers, weil beide in der närrischen Zeit Geburtstag hätten. Ein Ständchen gab es für Prinzessin Dorothe von der Feuerwehrstraße, die am Mittwoch ihr Wiegenfest feierte.

Blumen vom Ersten Bürger gab es für beide Prinzessinnen.

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