Ordnungsdienst

Die Stadt Emmerich möchte einen Ordnungsdienst einrichten

Bürgermeister Peter Hinze und die Leiterin des Ordnungsamtes Karin Schlitt besprechen, wie ein Konzept für einen Ordnungs- und Sicherheitsdienst in Emmerich aussehen könnte.

Bürgermeister Peter Hinze und die Leiterin des Ordnungsamtes Karin Schlitt besprechen, wie ein Konzept für einen Ordnungs- und Sicherheitsdienst in Emmerich aussehen könnte.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Die Verwaltung in Emmerich will in der Sommerpause ein Konzept für die Einführung eines Ordnungsdienstes erarbeiten und der Politik vorlegen.

Die Verwaltung möchte in der Sommerpause ein Konzept zur Einführung eines Ordnungs- und Sicherheitsdienstes in Emmerich erarbeiten. Die neuen Mitarbeiter sollen vor allem die Abendstunden in der Woche und das Wochenende abdecken, um Präsenz zu zeigen und für die Bürger ansprechbar zu sein.

„Wir merken seit etwa anderthalb Jahren, dass Themen wie Lärmbelästigung, Vandalismus, verschmutzte Flächen oder nicht angeleinte Hunde immer häufiger gemeldet werden“, schildert Bürgermeister Peter Hinze. Und räumt offen ein, dass sich die Lage durch die Zunahme an Leiharbeitern in Emmerich auch verschärft habe. Auch Touristen beklagen, dass jenseits der tollen Promenade auch manch unschöne Stellen in der Stadt auffielen.

Polizei und Ordnungsamt sind schon sehr gefordert

Die Polizei konzentriere sich immer mehr auf ihre Kernkompetenzen, ist personell auch nicht üppig aufgestellt. Die Zeiten der Dorfsheriffs seien vorbei. Das Ordnungsamt habe inzwischen ein „riesiges Paket vor der Brust“, so der Bürgermeister. Denn zunehmend hätten sie es mit Parkvergehen oder der Begleitung von Events wie die Kirmes oder Stadtfest zu tun, wo die Anforderungen für Ordnung und Sicherheit schlichtweg gewachsen seien: „Da hat sich gesellschaftlich einiges verändert“, sagt Hinze.

„Wir wollen keine Stadtwache aufbauen, keine schwarzen Sheriffs“, betont Hinze. Es gehe um den Service-Charakter: „Der persönliche Kontakt ist mehr Wert.“ Gerade in Emmerich, wo die Menschen auf Straße gerne Unterhaltungen beginnen mit: „Wo ich dich hier gerade sehe...“ Und wenn es bei Konflikten brenzlig wird, ist ohnehin die Polizei dazu zu rufen.

In Kleve hat der Ordnungsdienst Spaß an der Arbeit

„Wir brauchen gut ausgebildete Leute, die kommunikativ sind. Ob es am Ende zwei oder vier Mitarbeiter sind, muss geklärt werden. In Kleve gibt es so etwas. Wir haben uns das angesehen und waren ganz angetan. Es wird sehr gut angenommen“, schildert der Bürgermeister. Der Ordnungsdienst sei dort mit einem erkennbaren Fahrzeug ausgestattet und sei an den Jacken klar erkennbar. „Sie scheinen Spaß an ihrer Arbeit zu haben und werden wertgeschätzt“, berichtet Hinze.

Die Kompetenzen des Ordnungsdienstes sollen sich in dem Rahmen bewegen, der dem Ordnungsamt auch heute schon zusteht. Da gibt’s den üblichen Ahndungs-Katalog von Platzverweisen über Knöllchen-Schreiben bis zum Verwarngeld für nicht beseitigte Hundekot-Beutel. „Aber es geht vor allem um Fingerspitzengefühl, nicht um eine Drohkulisse“, sagt Karin Schlitt, Leiterin des Ordnungsamtes.

Politik soll Mittel für den Haushalt 2020 bereitstellen

Aktuell hält das Ordnungsamt einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst vor. Dieser würde durch den neuen Ordnungsdienst entlastet, weniger außerhalb der regulären Arbeitszeit zum Einsatz kommen. Damit würde auch Geld gespart, was für den Service frei werden könnte.

Nach der Sommerpause soll der Politik das Konzept vorgelegt werden. Es müssen Mittel für den Haushalt 2020 bewilligt werden. In den vergangenen Jahren hat es immer wieder politische Anträge gegeben, die genau diese Missstände in Emmerich aufgriffen.

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