Personalie

Dr. Schott freut sich auf die neue Aufgabe

Dr. Heinzgerd Schott ist neuer Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Unterer Niederrhein.

Dr. Heinzgerd Schott ist neuer Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Unterer Niederrhein.

Foto: Markus Weissenfels

Groin/Wesel.   Seit dem Jahr 2016 gehört Dr. Heinzgerd Schott dem Vorstand der Lebenshilfe an. Nun freut er sich auf die Arbeit als Vorstandsvorsitzender.

Dr. Heinzgerd Schott wird zum 1. Januar 2019 den Vorstandsvorsitz der Lebenshilfe Unterer Niederrhein übernehmen. Im vergangenen Monat wurde der ehemalige Schulleiter des Konrad-Duden-Gymnasiums in Wesel zum Nachfolger von Werner Esser gewählt.

Als Vorsitzender der Lebenshilfe kommt ein ehrenamtlicher Full-Time-Job auf Sie zu.

Als Schulleiter und CDU-Stadtverbandsvorsitzender in Wesel hatte ich tatsächlich einen Full-Time-Job. Doch jetzt ohne berufliche Verpflichtungen kann ich mir die Zeiten besser einteilen. Eine Aufgabe zu haben, ist für mich etwas sehr Positives. Wie Werner Esser schon im Rückblick zu seinem Vorsitz sagte: ‘Es hat mir etwas gegeben.’ Ich werde ein- bis zweimal in der Woche in Rees sein und natürlich auch repräsentative Aufgaben wahrnehmen, wie jetzt der Besuch der drei Nikolausbälle.

Wie kam der Kontakt zur Lebenshilfe zustande?

Unser Sohn Tim, der jetzt 32 Jahre alt ist, hat ein Handicap. Mit Hilfe der Lebenshilfe hat er heute einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz bei der Gemeinde Alpen. In Rees spielte er immer gerne Fußball und bei Turnieren haben wir uns als Eltern eingebracht. Eddi Irro, der gute Geist im Reeser Behindertensport, hat mich dann gefragt, ob ich im Organisationsteam mitarbeiten möchte. Das mache ich seit zirka sechs Jahren, organisiere und moderiere Turniere. Bei einem dieser Spiele hat mich Werner Esser zur Seite genommen.

Um Sie für die Vorstandsarbeit zu gewinnen?

Genau, das war 2016, im darauf folgenden Jahr trug er mir die Bitte vor, seine Nachfolge anzutreten. Ich bat darum, mir noch ein Jahr Zeit zu geben, um mich in die vielen Details der Aufgabe einzuarbeiten.

Nicht nur Sie sind neu bei der Lebenshilfe, auch die Geschäftsführer.

Ja, Verena Birnbacher hat 13 Jahre die Lebenshilfe nach vorne gebracht und viele neue Ideen entwickelt und Impulse gesetzt. Ich hätte mir gewünscht, dass sie geblieben wäre, um gemeinsam mit Herrn Töller die nun sehr große Lebenshilfe zu führen. Doch sie wollte sich mit 50 noch einmal verändern. Das habe ich sehr bedauert.

Was bedeutet der Vorsitz für Sie?

Es ist eine große Verantwortung, vor der ich gehörigen Respekt habe. Würde man die Arbeit der Lebenshilfe in der Sprache des Einzelhandels benennen, würde man vom Vollsortimenter sprechen. Beginnend im Kindergarten über alle Lebensphasen bis ins Rentenalter begleitet sie die Menschen mit Handicap. Aber ich habe eine kompetente Riege von Hauptamtlichen mit zwei Geschäftsführern und einen Vorstand mit viel Erfahrung an meiner Seite, die mir helfen, den guten Weg fortzusetzen.

Meinen Sie mit Verantwortung die hohen Umsätze der Lebenshilfe?

Ein Umsatz von 52 Millionen Euro der beiden GmbHs und des Vereins ist schon eine Hausnummer. Aber noch größer ist die Verantwortung für die Menschen, die nie in der Lage sein werden, ihr Leben ganz selbstständig zu meistern, die immer auf Hilfe angewiesen sind. Immerhin betreuen wir zirka 900 Menschen mit Handicap.

Durch Ihren Sohn ist Ihnen der Umgang mit Menschen mit Handicap vertraut.

Betroffenheit hilft nicht nur, Betroffenheit schafft Erwartungen. Eltern können viel leisten und sind im ständigen Kontakt mit dem Kind, aber irgendwann ist die Zeit und die Kraft am Ende. Als Lebenshilfe haben wir die soziale Verantwortung, den Menschen mit Handicap eine Gemeinschaft und ein Zuhause zu geben. Und es ist ganz wichtig, dass sie Empathie erfahren. Die Menschen sind sehr offen und haben oft ein grenzenloses Vertrauen, das darf man nicht enttäuschen. Persönliche Zuwendung ist da ganz wichtig und dafür sind die Menschen dankbar.

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