Bürgerinitiative

Eltener machen Betuwe zum Wahlkampfthema

In Elten gibt’s Klärungsbedarf: Viele Bürger hatten nicht richtig verstanden, was in Elten eigentlich geplant ist.

In Elten gibt’s Klärungsbedarf: Viele Bürger hatten nicht richtig verstanden, was in Elten eigentlich geplant ist.

Foto: WAZ FotoPool

Elten.   Die Bürgerinitiative „Rettet den Eltenberg“ hat schon 2400 Unterschriften zusammen. Die Aktion läuft noch bis Ende der Woche. Bürgermeister Johannes Diks kam allerdings nicht zum Infostand.

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„Rettet den Wald“, „Ich will keine Mauer“ oder „Macht den Berg nicht kaputt“ war gestern am Rande des Eltener Wochenmarktes zu lesen. Nicht etwa auf Plakaten, sondern auf Kinderbildern! Kinder der Rappelkiste machten sich auf zum Markt und übergaben der Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Eltenberg“ ihre selbst gemalten Bilder mit ihren Botschaften.

Bis Ende der Woche

Die BI lud zum Info-Stand auf dem Markt ein, um über die Betuwe-Planung in Elten aufzuklären (wir berichteten). Und natürlich um noch mehr Unterzeichner für ihre Petition zu gewinnen (siehe www.rettet-den-eltenberg.de). „Wir haben schon knapp 2400 zusammen“, sagte Sprecher Jürgen Lentjes am Morgen. Hans-Jörgen Wernicke ergänzt: „3000 kriegen wir locker zusammen.“ Bis Ende der Woche klappern die rund 30 Aktiven der BI noch die Haustüren ab. Die Unterstützung ist groß.

Zu den Förderern gehört einer nicht: Bürgermeister Johannes Diks. Er lehnte eine Einladung erneut ab, bekam deshalb gestern im Rathaus noch Besuch vom WDR-Fernsehen. Wie berichtet, hält er die Diskussion für verfrüht. Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens könne man über Details sprechen. Anton Berndsen dazu: „Bürgermeister Diks, der taugt für Elten nix.“ Fast ein närrischer Klartext. Die BI befürchtet, dass die Alternative im Planfeststellungsverfahren kein Thema mehr sein könnte. Offenbar wurde eine Planung beim Eisenbahnbundesamt eingereicht, so Lentjes. Wohl eher die bergnahe Variante.

Allen ist bewusst, dass die Einflussmöglichkeiten der Stadt begrenzt sind. „Wir kämpfen nicht gegen Emmerich“, sagt Lentjes. Bahn und Straßen NRW sind entscheidend. „Jetzt wehren sich die Eltener“, sagt Wernicke. Ihre Forderung: Die ten Brink’sche Variante (B 8 auf die Bahntrasse planen, Bahn südwestlich davon verlegen, Berg nicht ankratzen, Sportplätze nicht verlegen, Ortsumgehung bis Feldhausener Weg planen) soll mindestens gleichwertig geprüft werden. Viele meinen, am Ende sei die Alternativlösung sogar kostengünstiger. „Zum Glück hat Herr Helmich uns auf die Brisanz aufmerksam gemacht“, sagt Lentjes. Viele Eltener hätten in dem Wust an Informationen nicht richtig verstanden, was ihnen blüht.

Jegliche Absprachen der Parteien dieses Thema möglicherweise nicht in den Wahlkampf einfließen zu lassen, interessiert die BI nicht: „Wir machen das zum Wahlkampfthema. Jeder soll seinen Kandidaten fragen, wie er zu dem Thema steht. Ist er nicht für die Alternativ-Lösung, dann wählt ihn nicht!“, appelliert Wernicke. Auch seinen SPD-Parteigenossen widerspricht der ehemalige Eltener Ortsvorsteher: „Wir vertreten nicht die SPD-Haltung. Sie dürfen uns (!) unterstützen“ (siehe unten).

Die Bürgerinitiative trug jetzt ihre Sichtweise auch der SPD-Ratsfraktion vor. Fraktionschef Peter Hinze erklärt, die SPD habe sich in der Ratssitzung damals dafür stark gemacht, dass Bahn und Straßen NRW auch die Alternativplanung in die Überlegungen einbeziehen. Dies sei auch in den Ratsbeschluss aufgenommen worden. „Die SPD betrachtet die Bemühungen der BI deshalb als Unterstützung ihrer Haltung“, so Hinze. Ferner fordert er, dass die Planungsträger sich ernsthaft dieser Variante widmen.

Der FDP-Ortsverband Emmerich beantragt, dass der Rat der Stadt einen neuen Beschluss fassen soll. Diese soll vorsehen, dass die Stadt die geplante Bahntrasse in Elten und auch in Hüthum mit der Bahn erneut verhandelt. „In der Bevölkerung von Hüthum und Elten ist bezüglich der geplanten Bahnanlagen in den beiden Ortsteilen große Unruhe entstanden. Es besteht in der Bevölkerung absolut keine tragfähige Zustimmung für die bisher präsentierten Pläne“, begründet der Vorsitzende Jan-Frens Bergman.

Der Verschönerungsverein Elten spricht der Bürgerinitiative Rettet den Eltenberg ihre Unterstützung aus: „Mit der Alternativlösung hat sich der Verein eingehend beschäftigt und kommt wie die Bürgerinitiative zum Ergebnis, dass diese Alternativlösung für Elten anzustreben ist“, so der Verein.

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