Amtsgericht

Emmerich: Angeklagter attackiert Ehefrau mit Golfschläger

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Vor dem Emmericher Amtsgericht wurde gegen einen 41-Jährigen verhandelt.

Vor dem Emmericher Amtsgericht wurde gegen einen 41-Jährigen verhandelt.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Noch im Gerichtssaal versucht der Angeklagte, sein Opfer einzuschüchtern. Urteil lautet auf Freiheitsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung.

Er soll seine Frau zuerst gefährlich verletzt und danach bestohlen haben. Diesen Anklagepunkten musste sich ein 41-Jähriger im Amtsgericht Emmerich nun stellen.

Verbaler Streit eskaliert

Im Januar vorigen Jahres kam es zwischen den damaligen Eheleuten zu einem Streit. Was verbal begann, schwang dabei schnell in körperliche Gewalt um. So schlug der Angeklagte seiner Frau zuerst mehrmals ins Gesicht und hielt ihr dann so lange Mund und Nase zu, bis diese das Bewusstsein verlor.

Wieder aus der Ohnmacht erwacht setzte ihr Mann die Tortur fort, indem er auf ihren Kopf eintrat. Zuletzt stahl er die Bankkarte seiner Frau.

Angeklagter will nur leicht geschubst haben

„Es war lange nicht so brutal, wie es hier dargestellt wird“, protestierte der 41-Jährige Fäuste ballend. So bestand dieser auf einer Version der Tat, in der er die Geschädigte lediglich leicht schubste.

Ärztliche Aufnahmen zeigen Platzwunde am Kopf

Ärztliche Aufnahmen, die eine Platzwunde am Kopf der Frau sowie weitere Hämatome am gesamten Körper zeigten, schwächten den Versuch einer Verteidigung jedoch maßgeblich. Trotzdem hielt der Angeklagte an seiner Geschichte fest und behauptete, seine Frau habe sich die Wunden selbst zugefügt.

Genauso sei sie auch Auslöser des Streites gewesen, weil sie den Plan hatte, zu einem anderen Mann zu ziehen.

Motiv: Eifersucht

Das Motiv der Eifersucht bestätigte sich, als seine jetzige Ex-Frau den Zeugenstand betrat. „Er sagte, ich würde die Familie kaputt machen. Er wurde so aggressiv, dass ich glaubte, er sei in einem Wahn“, erklärte diese.

Zudem ergänzte ihre Aussage die Tat um ein angewandtes Werkzeug. So soll der Angeklagte mittels eines Golfschlägers auf ihren Kopf eingeschlagen haben. Obwohl die Zeugin oft verschiedene Taten ihres Ex-Mannes sowie Daten vermischte, erlang sie das Vertrauen der Staatsanwaltschaft.

Diebstahl wird nicht weiter verfolgt

Ein Nachgehen des vorgeworfenen Diebstahls erübrigte sich, da die Anschuldigungen bezüglich der vorgeworfenen Körperverletzungen strafrechtlich eh viel schwerer wogen. Zudem stellte sich heraus, dass der 41-Jährige die Bankkarte nicht entwendete, um sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen. Vielmehr verfolgte dieser die Absicht, die Bankdaten seiner damaligen Gattin zu kontrollieren. Damit wurde der Anklagepunkt des Diebstahls im Verfahren eingestellt.

Aufgebrachte Kommentare auf der Anklagebank

Trotzdem konnte sich der Angeklagte im Gerichtssaal kaum aufgebrachte Kommentare gegenüber seiner Ex-Gemahlin verkneifen. Dass diese darauf nervös und eingeschüchtert reagierte, bemerkte vor allem die Staatsanwaltschaft. „Die Geschädigte ist auch heute noch sichtlich von den Ereignissen geprägt. So war es doch keine Schlägerei unter Fremden sondern unter Lebenspartnern“, kommentierte die Vertretung der Anklage das ängstliche Verhalten.

Die Richterin schloss sich dem an und schenkte der Verteidigung des Angeklagten keinen Glauben. Vor allem die dokumentierten Verletzungen der Geschädigten seien nicht mit einem einfachen Schubsen in Einklang zu bringen.

Kosten des Verfahrens

Somit wurde der 41-Jährige der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen. Mit einer achtmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie den Kosten des Verfahrens verließ der Schuldige das Amtsgericht.

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