Bundestagswahl

Emmerich bereit für die dritte Wahl unter Corona-Bedingungen

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Daniel Schönherr und Simon Jansen haben schon im Herbst die ersten Wahlen unter Corona-Bedingungen vorbereitet. Hier bereiten sie das Urnenwahllokal im Pfarrheim Vrasselt vor.

Daniel Schönherr und Simon Jansen haben schon im Herbst die ersten Wahlen unter Corona-Bedingungen vorbereitet. Hier bereiten sie das Urnenwahllokal im Pfarrheim Vrasselt vor.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Emmerich/Vrasselt.  Emmerich steht mit der Bundestagswahl vor der dritten Wahl unter Corona-Bedingungen. Individuelle Konzepte für jedes Urnenwahllokal stehen.

Es wird für Emmerich die dritte Wahl unter Corona-Bedingungen, wenn am Sonntag alle zur Bundestagswahl ihr Kreuzchen machen, die nicht schon per Briefwahl votiert haben. Schon im Herbst 2020 haben Simon Jansen vom Sachgebiet Ordnung und Digitalisierung sowie der Auszubildende Daniel Schönherr die Hygienekonzepte zur Kommunalwahl aufgestellt, die dann 14 Tage später nochmal in die Bürgermeister- und Landrats-Stichwahlen gingen. Die Erfahrungen von damals kommen dem Duo jetzt entgegen.

18 individuelle Konzepte für jedes Urnenwahllokal

18 Urnenwahllokale zählt Emmerich für Sonntag. „Und jedes Lokal ist eine eigene Örtlichkeit“, sagt Jansen, der der NRZ am Beispiel Vrasselt zeigt, wie so ein Konzept auszusehen hat: „Hier in Vrasselt ist es ein dankbares Wahllokal, weil es die entsprechende Größe hat.“ Vieles im Konzept kommt einem schon bekannt vor aus all den Facetten der Corona-Schutzverordnung.

Zunächst mal gibt’s einen „Kundenstopper“ vor der Tür. Ein Hinweisschild, das auf das Tragen der Maske und den nötigen Abstand hinweist. Zudem sollte man seine Wahlbenachrichtigung schon bereit halten. Tritt man ins Pfarrheim ein, heißt es: Hände desinfizieren. Bodenmarkierungen geben den idealen Abstand zueinander vor.

Viele bringen eigene Kulis mit

Im Wahlraum stehen auf der einen Seite die Tische und Stühle für die Wahlvorstände, mit Hygiene-Wänden zum Publikum hin. „Wenn sie hier an den festen Plätzen sitzen, dürfen die Wahlvorstände auch die Masken absetzen“, so Jansen, der seit 20 Jahren mit der Wahlvorbereitung bei der Stadt betraut ist. Hinten vor der Wand stehen die Wahlkabinen; bewusst so, dass keiner durchs Fenster zugucken kann, wie der Wähler sein Kreuzchen macht.

Mit dem Wahlumschlag geht’s dann zur Urne, die für die Wahlvorstände gut sichtbar zentraler im Raum steht. Daneben können benutzte Kugelschreiber in ein Behältnis gelegt werden: „Wir halten 950 Stück pro Wahllokal vor. Aber viele bringen schon ihre eigenen Kulis mit“, weiß Simon Jansen. Nur zwei Wähler, so viele wie Wahlkabinen vorhanden sind, dürfen zugleich in den Wahlraum kommen. Es herrscht Einbahnstraße, der Ausgang erfolgt über die Terrassentür.

Vernünftige Wähler in Emmerich

Die Wahlvorstände bekommen jeweils das individuelle Konzept als Hefter in die Hand gedrückt. Sie werden ab 7.30 Uhr vor Ort sein. Um 8 Uhr öffnen die Wahllokale. Nach den Erfahrungen im Herbst kann Jansen mit Blick auf die Corona-Situation schon unterstreichen: „Die Wähler in Emmerich sind schon sehr vernünftig.“

Bis auf das Feuerwehrgerätehaus Elten waren alle Wahllokale quasi ohnehin schon coronakonform zu betreiben: „In Elten wird halt jetzt nicht im Stübchen, sondern in der Halle gewählt“, erklärt Jansen die Änderung. Im Kapaunenberg ist ein Testzentrum eingerichtet worden, weshalb das Wahllokal in die Gaststätte wandert – auch kein Problem.

>> Wahlhelfer meldeten sich von selbst

Einige Wahllokale wurden bekanntlich eingespart, nicht wegen Corona, sondern wegen der Zuschnitte, ergänzt Stadtsprecher Tim Terhorst: „Die Dornicker gehen jetzt nach Vrasselt. Die Wähler aus den Bezirken Kita St. Josef und Schlösschen Borghees kommen nun zur Liebfrauenschule.“

Obwohl Emmerich inzwischen acht Briefwahllokale eingerichtet hat, weil man sich um rund 8000 Briefwähler zu kümmern hat, hat die Verwaltung keine Probleme, Wahlhelfer zu finden: „Wir haben noch nicht einmal aufgerufen“, freut sich Tim Terhorst. Rund 175 Helfer sind freiwillig zusammengekommen.

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