Emmerich

Brand in Obdachlosenheim: Wie es für die Bewohner weitergeht

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Ein 22-Jähriger soll in Emmerich ein Zimmer in einer Obdachlosenunterkunft an der Tackenweide in Brand gesetzt haben. Zahlreiche Einsatzkräfte waren in der Nacht zu Samstag vor Ort.

Ein 22-Jähriger soll in Emmerich ein Zimmer in einer Obdachlosenunterkunft an der Tackenweide in Brand gesetzt haben. Zahlreiche Einsatzkräfte waren in der Nacht zu Samstag vor Ort.

Foto: Feuerwehr Emmerich

Emmerich.  Nach dem Brand in der Emmericher Obdachlosenunterkunft ermittelt eine Mordkommission gegen einen 22-Jährigen. Wie es für die Bewohner weitergeht.

Ein 22-Jähriger aus Emmerich soll in der Nacht von Freitag auf Samstag die Obdachlosenunterkunft an der Tackenweide in Emmerich in Brand gesteckt haben. Wie es in einer gemeinsamen Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei heißt, deuten erste Ermittlungen auf ein versuchtes Tötungsdelikt hin.

Ein 19-jähriger Bewohner, der sich wohl zur Tatzeit bei einem anderem Bewohner im Zimmer befand, hatte um kurz nach Mitternacht seltsame Geräusche aus seinem verschlossenen Zimmer gehört. „Als er die Tür öffnete, schlugen ihm Flammen und Qualm entgegen“, heißt es seitens der Polizei. Anschließend warnte er seine Mitbewohner, gemeinsam verließen sie die Einrichtung und alarmierten Feuerwehr und Polizei.

Sachverstände schauen sich das Gebäude in Emmerich nach dem Brand an

Die Rettungskräfte konnten das Feuer zügig löschen. Verletzt wurde niemand, das Gebäude sei jedoch stark beschädigt worden. „Ab Montag werden sich Sachverständige das Gebäude ansehen“, teilte Emmerichs Stadtsprecher Tim Terhorst auf NRZ-Nachfrage mit.

Nach dem Brand führten erste Ermittlungen zu einem 22-Jährigen aus Emmerich. Die Polizei traf ihn an seiner Wohnanschrift an. Er wurde festgenommen und noch am Wochenende dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung. Der Emmericher sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Eine Mordkommission ermittelt derzeit.

Vermisste Personen konnten nicht ausgeschlossen werden

Um den Brand an der Tackenweide zu löschen, rückten zahlreiche Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Emmerich aus. Da zwischen der Alarmierung und dem Ausrücken der ersten Fahrzeuge weitere Anrufe, die vermisste Personen nicht ausschließen konnten, in der Kreisleitstelle Kleve eingingen, wurden zusätzlich die Einheiten Hüthum und Elten alarmiert.

Bereits bei der Anfahrt war eine starke Rauchentwicklung und Flammenschein sichtbar. Umgehend wurde nach dem Eintreffen mit zwei Trupps unter schwerem Atemschutz das Gebäude zur Menschenrettung betreten – zum Glück stellte sich heraus, dass alle Personen unbeschadet ins Freie gelangt waren.

Über 55 Einsatzkräfte waren vor Ort in Emmerich

Nach Abschluss der Löschmaßnahmen wurde das Objekt aufwendig belüftet. Für Nachlöscharbeiten musste ein Teil der Außenverkleidung geöffnet werden. Dabei kam auch die Drehleiter zum Einsatz. Durch die Vielzahl an getragen Atemschutzgeräten der Feuerwehrkameraden wurde der Abrollbehälter Atemschutz des Kreises Kleve zur Einsatzstelle alarmiert.

Die Einsatzstelle konnte nach Beendigung der Arbeiten um 2.50 Uhr der Polizei übergeben werden. Im Einsatz waren neben dem Rettungsdienst und der Polizei insgesamt 55 Einsatzkräfte der Feuerwehr Emmerich auch drei Kameraden des Kreises Kleve. Zudem waren ebenso Mitarbeiter des Ordnungsamtes Emmerich vor Ort. Sie kümmerten sich um die Versorgung der elf Bewohner der Obdachlosenunterkunft.

Stadt Emmerich sucht eine neue Unterbringung für die Bewohner

„Unser Dank geht hier an die Stadt Kleve“, sagt Tim Terhorst. Denn diese habe es noch in der Nacht möglich gemacht, dass die evakuierten Bewohner der Unterkunft in einem Objekt in Kleve untergebracht werden konnten. „Ebenso bedanken wir uns auch bei der Klever Tafel, die ebenso schnell die Bewohner mit allem Nötigen versorgt hat“.

Bereits am Samstag kamen die Mitarbeiter des Rathauses zusammen, um zu beraten, wie es nach dem Brand weitergeht. „Denn der dort entstandene Schaden wird sicher nicht in drei Tagen behoben sein“, so Terhorst. Die Stadt Emmerich lotet aktuell aus, in welchen eigenen Objekten die Bewohner der Tackenweide nun untergebracht werden können.

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