Städtepartnerschaft

Emmerich: Der Freundeskreis Silute hat sich aufgelöst

Antanas Krusnauskas (links) und Bürgermeister Ille Heering aus Emmerich unterzeichen in Silute den Vertrag über die Städtepartnerschaft im Mai 1991.

Antanas Krusnauskas (links) und Bürgermeister Ille Heering aus Emmerich unterzeichen in Silute den Vertrag über die Städtepartnerschaft im Mai 1991.

Foto: Kohnen / NRZ

Emmerich.  Der Freundeskreis Silute hat sich wegen Nachwuchsproblemen aufgelöst. Restliches Vereinsvermögen geht an Emmerichs Partnerstadt in Litauen.

Am 26. Mai 1991 unterzeichneten die Bürgermeister Willi Heering und Antanas Krusnauskas in Silute den Vertrag über die Städtepartnerschaft Silute-Emmerich. Zu diesem Zeitpunkt existierte die Sowjetunion noch. Nunm fast 30 Jahre später, sind die 53.000 Einwohner von Silute Bürger der EU.

Nachwuchs fehlte

Die geopolitischen Veränderungen in dieser Zeit waren gewaltig. Der Kontakt in die litauische Stadt, die einst auch den deutschen Namen Heydekrug trug, wurde von Emmericher Seite besonders durch den Freundeskreis Silute gepflegt. Doch der Freundeskreis hatte es zuletzt immer schwerer, junge Mitglieder zu finden, die auch bereit waren Vorstandsarbeit zu übernehmen. Die Mitgliederzahlen waren ebenfalls stetig gesunken. Ende des vergangenen Jahres wurde dann die Auflösung des Vereins beschlossen.

Viel für die Völkerverständigung getan

Jetzt hat Bürgermeister Peter Hinze noch einmal die verbliebenen Mitglieder des Freundeskreis Silute zu einem Empfang im Hotel Wanders im Ortsteil Elten begrüßen können. „Dass sich der Verein auflösen muss, ist überaus schade. Mir war wichtig, dass Sie nicht einfach so sang- und klanglos aufhören. Denn der Freundeskreis hat in seinem über 30-jährigen Wirken viel für die Annäherung von Ost- und Westeuropa getan. Sie – aber auch wir alle – können stolz sein auf das, was Sie in den vergangenen Jahrzehnten – von Emmerich aus – für die Völkerverständigung getan und erreicht haben. Wir sind Ihnen zu großem Dank verpflichtet“, begrüßte Hinze die Mitglieder.

Vereinsvermögen für guten Zweck

Emmerichs Bürgermeister dankte insbesondere den langjährigen Vorstandsmitgliedern Alfred Bartmin und Werner Gerhard für ihr jahrelanges Engagement. Noch offen war bisher, wie mit dem verbliebenen Vereinsvermögen in Höhe von rund 5700 Euro umgegangen werden sollte. Laut Satzung erhält eigentlich die Stadt Emmerich am Rhein das Geld, die es dann für soziale Zwecke einsetzen muss.

„Für mich war von Anfang an klar, dass das Geld eigentlich nach Silute gehört. Über Alfred Bartmin habe ich deshalb Kontakt zum dortigen Bürgermeister Laurinatitis aufgenommen und ihn gebeten, nach einem guten Zweck zu suchen. Er hat mir mitgeteilt, dass mit dem Geld sozial schwachen Familien mit Kindern unterstützt werden sollen. So wird unter anderem damit ein Ferienlager an der Ostsee finanziert. Ich denke, dass ist sehr in Ihrem Sinne“, so Hinze.

Partnerschaft mit Leben füllen

In dem Schreiben von Bürgermeister Vytautas Laurinaitis an seinen Amtskollegen aus Emmerich kommt auch die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Städtepartnerschaft zwischen Emmerich und Silute, trotz der Auflösung des Freundeskreises, weiterhin Bestand haben wird. „Das ist auch mein Bestreben. Wir müssen uns aber sicher überlegen, wie wir die Städtepartnerschaft in Zukunft mit Inhalt und Leben füllen können“, so Hinze.

Der mittlerweile verstorbene Alt-Bürgermeister Willi „Ille“ Heering nannte einmal im Rückblick den 21. Mai 1991 den „schönsten Tag in meinem politischen Leben“. Damals hatte die Delegation aus Emmerich die Einreise nach Silute über den Grenzübergang Mamonovo erzwungen, was die Sowjets zunächst abgelehnt hatten.

Treffen in lockerer Runde

Die Mitglieder des Freundeskreises Silute planen übrigens, dass man sich auch ohne Vereinsstruktur in Zukunft in lockerer Runde treffen und austauschen wird.

>>>So sieht’s aus bei Kirkland und King’s Lynn

Drei Partnerstädte hat Emmerich. Neben Silute sind dies noch King’s Lynn und Kirkland. Die Partnerschaft mit King’s Lynn existiert seit nunmehr über 40 Jahren und wird auf deutscher Seite vom Freundeskreis Emmerich-King’s Lynn gepflegt.

Offiziell ist auch noch Kirkland im US-Bundstaat Washington eine Partnerstadt. „Diese Partnerschaft besteht aber nur noch auf dem Papier“, so Stadtsprecher Tim Terhorst. Kontakte an die amerikanische Westküste existieren nicht mehr.

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