Gericht

Emmerich: Gericht erlässt Strafbefehl gegen abwesenden Dieb

Am Amtsgericht Emmerich fand die Verhandlung wegen schweren Diebstahls statt. Allerdings ohne den Angeklagten.

Am Amtsgericht Emmerich fand die Verhandlung wegen schweren Diebstahls statt. Allerdings ohne den Angeklagten.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Rees/Emmerich.  Das Amtsgericht Emmerich startete ohne Angeklagten einen Verhandlungstermin. Der Verbleib des Mannes ist ungeklärt. Eine Strafe gab es trotzdem.

Der Verhandlungstermin am Amtsgericht startete ohne Angeklagten. Der Verteidiger bemühte sich, seinen Mandanten telefonisch zu erreichen, doch bei dem Mann antwortete nur die Mailbox. „Ich habe den Termin mit ihm besprochen und er wollte kommen“, erklärte der Verteidiger. Eine Strafe gab es für ihn aber trotzdem.

Zu Last gelegt wurde dem Angeklagten ein versuchter Diebstahl in zwei Fällen, der allerdings schon länger zurückliegt. Bereits 2016 hatten er und zwei weitere Täter versucht, auf einem Parkplatz in Rees einen Van und ein Wohnmobil aufzubrechen. Mit einem „Ziehfix“, einem Werkzeug, mit dem sich der Zylinder aus einem Schloss ziehen lässt, hatten sie sich an den Autos zu schaffen gemacht.

Diebe bei der Tat gestört und schnell gefasst

In beiden Fällen störte man sie, so dass es bei dem Versuch der Straftaten blieb. Die Polizei in Rees konnte die drei Männer außerdem schon kurz nach den Tatversuchen stellen und fand das Einbruchswerkzeug in ihrem Auto. Da dieses eindeutige Spuren hinterlassen hatte, konnten ihnen die versuchten Diebstähle zugeordnet werden.

Das Verfahren gegen den Angeklagten in Emmerich fand erst jetzt statt, weil dessen Aufenthaltsort lange unbekannt war. Einer seiner Mittäter war bereits vom Amtsgericht Kleve zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Der Aufenthaltsort des dritten Mittäters ist ebenfalls unbekannt. Im Rahmen der Ermittlungen hatte die Polizei den Angeklagten bei seinem Vater in den Niederlanden aufgespürt und konnte ihm so die Vorladung zustellen.

Strafbefehl gegen den schon vorher straffälligen Angeklagten

Der Mann war schon in den Niederländen als Straftäter aufgefallen. Schon 1987 war er das erste Mal wegen eines Diebstahls verurteilt worden. Es folgten weitere vereinzelte Straftaten und zuletzt eine Verurteilung wegen Handels mit Diebesgut 2016.

Da der Angeklagte nicht zur Verhandlung erschien, wurde gegen ihn ein Strafbefehl verhängt. Dadurch konnte er auch ohne eine Verhandlung verurteilt werden. Das Gericht setzte die Geldbuße auf 150 Tagessätze in Höhe von jeweils 50 Euro fest.

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