Ausstellung

Emmerich: Geschichtskurs besucht Ausstellung im PAN

Leah (rechts) und Felicitas haben mit ihrem Geschichtskurs die Ausstellung „Warum schreibst Du mir nicht“ im PAN Kunstforum in Emmerich besucht.

Leah (rechts) und Felicitas haben mit ihrem Geschichtskurs die Ausstellung „Warum schreibst Du mir nicht“ im PAN Kunstforum in Emmerich besucht.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Ein Kurs der Gesamtschule Emmerich hat die Ausstellung „Warum schreibst Du mir nicht“ besucht. Und vieles über jüdische Schicksale erfahren.

Gebannt lauschen die beiden Schülerinnen Leah und Felicitas der Geschichte des jüdischen Paares Thea und Wolfgang, die sich während des Nazi-Regimes kennen und lieben lernen. Als sich die beiden voneinander trennen müssen, schreiben sie sich gegenseitig in einer Art Geheimsprache. Doch irgendwann enden die Briefe. Thea ist in Auschwitz vergast worden, Wolfgang stirbt einige Zeit später. „Das ist extrem schlimm“, sagt die 16-jährige Leah, nachdem das Video zu Ende ist.

Gemeinsam mit ihren Mitschülern aus dem Geschichtskurs der Gesamtschule Emmerich besuchen die beiden an diesem Tag der Ausstellung „Warum schreibst Du mir nicht“ im PAN kunstforum. Während der besonderen Schulstunde lernen die Jugendlichen fünf Schicksale von jüdischen Menschen in der Nazi-Zeit kennen, unter anderem auch das von Thea und Wolfgang. Und wie der Titel der Ausstellung bereits verrät, geht es vor allem um Briefe. Sie sind in verschiedenen Schaukästen ausgestellt.

Angst vor den Nazis

Darüber hinaus gibt es aber auch Videos, die einen Bogen bis in die heutige Zeit schlagen. So erzählt ein syrischer Geflüchteter die Geschichte von Thea und Wolfgang, die mit ihrem Kennenlernen beginnt. Thea flirtet gerne, Wolfgang ist dagegen ziemlich schüchtern. Auf einer Party küssen sie sich das erste Mal, doch die Leichtigkeit des Verliebtseins wird bald überschattet von den Berichten über die Deportation von Juden. Sie tauchen unter, schreiben sich Briefe und werden doch von den Nazis gefunden.

Leah und Felicitas hören der Stimme des Schauspielers über die Telefonhörer aufmerksam zu und lesen sich anschließend auch die Briefe durch, um so einen Eindruck von der Beziehung des Liebespaares zu bekommen. Und von den vielen Sorgen. Dann geht es zum nächsten Schaukasten der Ausstellung, hier erfahren sie mehr über die Todesmärsche und die Konzentrationslager. Nach dreißig Minuten laufen alle Zweiergruppen in einen kleinen Raum, um in der Gruppe über das Gesehene und Gehörte zu sprechen. Nicht gerade leicht.

Juden auf der Flucht

Die Schüler erzählen sich gegenseitig von den Einzelschicksalen, darunter ist auch das eines 14-jährigen Mädchens oder eines Familienvaters. „Die Juden sind unter anderem in die Niederlande geflohen, weil sie sich dort Schutz erhofft haben“, erklärt Irene Möllenbeck, Vorsitzende von Pro Kultur. „Noch heute sind Menschen auf der Flucht nach Sicherheit, ganz aktuell ist die Situation in Moria.“ Was denken die Schüler darüber?

„Es ist wichtig, dass wir ihnen Schutz bieten“, sagt Felicitas. „Wenn wir in einer solchen Situation wären, würden wir uns auch Hilfe wünschen.“ Ähnlicher Meinung ist auch Joshi: „Man muss sich um jeden Menschen kümmern, muss es zumindest versuchen.“ Und später dabei helfen, die von Krieg zerstörten Länder wieder mit aufzubauen. „Die Judenverfolgung ist mit nichts zu vergleichen“, hält Möllenbeck fest. „Aber wir können vieles daraus für die heutige Zeit lernen.“

>>> Ausstellung geht noch bis zum 27. September

Die Ausstellung „Warum schreibst Du mir nicht“ ist eine grenzüberschreitende Leihgabe. Die Lotty Veffer Foundation hat sie gemeinsam mit dem Nationaal Onderduikmuseum in Aalten konzipiert, seit Mai ist sie im PAN kunstforum zu sehen.

Nach der coronabedingten Schließung ist das PAN und damit auch die von Pro Kultur organisierte Ausstellung „Warum schreibst Du mir nicht“ wieder ab Samstag geöffnet, dann immer dienstags bis sonntags zwischen 11 und 16 Uhr.

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