Kommunalbetriebe

Emmerich: KBE wird eine Kosten-Leistungs-Rechnung einführen

Wenn die KBE beispielsweise im Rheinpark tätig ist, fallen Kosten an. Wie hoch die für bestimmte Tätigkeiten sind, soll zukünftig eine Kosten-Leistungs-Rechnung offenlegen.

Wenn die KBE beispielsweise im Rheinpark tätig ist, fallen Kosten an. Wie hoch die für bestimmte Tätigkeiten sind, soll zukünftig eine Kosten-Leistungs-Rechnung offenlegen.

Foto: Heinz Kunkel / FUNKE Foto Services

Emmerich.  Welche Kosten entstehen, wenn im Emmericher Rheinpark der Rasen gemäht wird? Die KBE will es nun durch eine Kosten-Leistungs-Rechnung ermitteln.

Die Kommunalbetriebe Emmerich müssen wirtschaftlich arbeiten. Als Eigenbetrieb der Stadt Emmerich achtet der zuständige Betriebsausschuss darauf, dass im finanziellen Bereich keine bösen Überraschungen passieren. Ein Baustein ist dabei, dass bei den KBE eine Kosten-Leistungs-Rechnung eingeführt wird. Dies beruht auch auf einem Vorschlag der Kommunalagentur NRW aus dem Bauhofgutachten.

Was in der Theorie sehr überzeugend klingt und eigentlich eine simple Umsetzung nach sich zu ziehen scheint, ist in der Umsetzung weit komplexer. Das machte auch KBE-Chef Mark Antoni den Ausschussmitgliedern deutlich.

Exemplarisch verwies er auf das Rasenmähen am Rheinpark. Um eine Kosten-Leistungs-Rechnung zu erstellen, gibt es sehr unterschiedlich Ansätze. Rein theoretisch, kann einfach die Zeit genommen werden, die der Mitarbeiter braucht, um das Gras im Rheinpark zu mähen.

Antoni will einen Mittelweg

Dass es aber so einfach nicht ist, wurde aus Antonis Äußerungen deutlich, als er weitaus detaillierter über die eigentliche Tätigkeit des Rasenmähens den Vorgang aufschlüsselte. So müssten auch die beiden Fahrtstrecken zwischen Bauhof und Rheinpark mitgerechnet werden. Ebenso das Auftanken und Säubern des Arbeitsgeräts. Aber auch die Planung und Koordinierung des Arbeitseinsatzes am Tag zuvor durch einen Kollegen im Büro kann als Teil der Kosten-Leistungs-Rechnung angesehen werden.

„Wir brauchen einen Mittelweg“, meinte Antoni. „Wir dürfen da keinen Datenfriedhof aufbauen.“ Klar sei aber, dass eine Kosten-Leistungs-Rechnung sehr tief in die Arbeitsweise der KBE eingreifen würde. Von daher nannte Antoni auch einen Zeitraum von anderthalb bis zwei Jahren, ehe mit dem operativen Beginn zu rechnen sei. Das Projekt bei den KBE betreut Mirja Frielingsdorf und aktuell ist auch nicht vorgesehen, dass externe Verstärkung zur Einführung einer Kosten-Leistungs-Rechnung benötigt wird.

Blick nach Kleve

Für die Umsetzung sind im übrigen Kosten von 40.000 Euro veranschlagt worden, wobei darin keine eigenen Personalkosten enthalten sind. „Wir werden sicherlich an den Punkt kommen, an dem klar ist, welcher Aufwand betrieben werden muss und dann werden wir auch über Personal sprechen müssen“, kündigte Antoni an, der etwa auf die Umweltbetriebe der Stadt Kleve verwies, wo 1,5 Stellen nur mit der Erfassung und Verarbeitung der Daten beschäftigt sind.

Johannes ten Brink (CDU) empfahl vor diesem Hintergrund, dass die Daten nicht zu kleinteilig erfasst werden sollten, damit „die Mitarbeiter auch noch ihrer eigentlichen Tätigkeit nachgehen können“. Ebenfalls in die praktische Umsetzung zielte eine Frage von Alfred Weicht (BGE), der wissen wollte, wie die Erfassung der Daten erfolgen wird. „Es ist geplant, dass jeder Mitarbeiter dies über Handhelds [Eingabegeräte, A.d.Red.] einzeln für sich vornehmen wird“, antwortete Mirja Frielingsdorf.

Einbindung des Personalrats

Gabriele Hövelmann interessierte sich auch für arbeitsrechtliche Aspekte. Da die erfassten Daten auch zur Bewertung der Leistung der Mitarbeiter genutzt werden könnten, müsste wohl auch der Personalrat beteiligt werden. Dies sei zum aktuellen Stand noch nicht der Fall, hieß es von Seiten der KBE-Spitze. Im weiteren Verlauf des Projekts werde aber auch der Personalrat mit eingebunden.

Mark Antoni betonte aber ausdrücklich, dass es bei der Einführung einer Kosten-Leistungs-Rechnung nicht darum gehe, die Produktivität der einzelnen Mitarbeiter zu bewerten oder gar zu vergleichen. Vielmehr sei das Ziel, spezifische Kosten zu ermitteln. Mit Blick auf das Beispiel Rasenmähen im Rheinpark bedeute dies, dass durch die Datenerfassung ermittelt werden kann, was ein Quadratmeter Rasenmähen in Euro kostet. Dies könnte dann auch als Grundlage für zukünftige Entscheidungen der Politik herangezogen werden.

>>>Jahresabschluss der KBE mit Prüfungsbericht und Verwendungsnachweis

Das Jahresergebnis der KBE im Jahr 2019 beträgt 1.267 Tausend Euro. „Alles hat sich auf solider Basis fortentwickelt“, lautete die Einschätzung von Axel Friedrich von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ES, der den Prüfungsbericht verfasst hat.

Bei der KBE gibt es keine größeren Kostenänderung. Die Eigenkapitalquote hat sich kaum verändert da sich Eigen- und Fremdkapital in fast gleicher Weise geändert haben. Der Verschuldungsgrad hat sich nur marginal geändert. Die Investitionen im Bereich Abwasser sind etwas zurückgegangen und die Mitarbeiteranzahl hat sich um drei Personen erhöht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben