Prävention

Emmerich: Saatkrähen soll das Leben schwergemacht werden

Die Saatkrähen suchen auch in Emmerich die Nähe zum Menschen und sind insbesondere im Rheinpark zu finden.

Die Saatkrähen suchen auch in Emmerich die Nähe zum Menschen und sind insbesondere im Rheinpark zu finden.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Emmerich.  In Emmerich steht die Ankunft der Saatkrähen bevor. Die Stadt möchte eine Ausbreitung der Vögel verhindern - und bittet die Bürger um Mithilfe.

In den kommenden Wochen werden die Saatkrähen wieder ihre Brutbäume in den diversen Kolonien im Stadtgebiet aufsuchen, insbesondere auch im Rheinpark. Die Stadtverwaltung unternimmt in dem Zusammenhang verschiedene Maßnahmen, um den besonders geschützten Zugvögeln den Nestbau zu erschweren und eine Ausdehnung der Population zu verhindern.

Denn die Saatkrähen sind insbesondere im Bereich des Rheinparks immer wieder Anlass für Verärgerung bei Bürgern und Besucher. Die Vögel kommunizieren lautstark untereinander und die „Hinterlassenschaften“ verschmutzen Spielplätze, Parkbänke und Wege. Deshalb wurden jetzt auch die Anwohner im erweiterten Umfeld des Rheinparks in einem Schreiben der Stadt um ihre Mithilfe gebeten.

Saatkrähen sollen nicht gefüttert werden oder an Lebensmittelreste kommen

Der Brief enthält einige Verhaltensregeln, um die Nahrungssuche den schon niedergelassenen Saatkrähen zu erschweren und nicht noch mehr Vögel anzulocken: Saatkrähen sollten nicht gefüttert und Lebensmittel oder Essensreste nicht unachtsam weggeworfen werden. Lebensmittel oder Essensreste sollten in Rheinparknähe keinesfalls offen auf den Kompost gegeben werden.

Im Innenstadtbereich sollten keine Abfälle und Essensreste in Säcken oder Kartons im Freien gelagert werden, da die Krähen diese aufpicken, um an die Nahrungsreste zu gelangen. Mülleimer und Abfalltonnen sollten immer geschlossen bleiben. Und Lebensmittelreste, die zum Beispiel beim Grillen anfallen, sorgfältig weggeräumt oder entsorgt werden.

Saatkrähen suchen die Nähe des Menschen, um Futter zu finden

„Siedelten die intelligenten Vögel in der Vergangenheit überwiegend in der freien Landschaft, zieht es sie inzwischen immer mehr in den menschlichen Siedlungsbereich, in Stadtparks, Friedhöfe, Grünanlagen oder kleinere Laubbaumbestände“, erläutert Regina Pommerin, zuständige Mitarbeiterin im Rathaus Emmerich, den Hintergrund des Schreibens. „Als ‚Kulturfolger‘ haben diese Vögel gelernt, die Nähe des Menschen zu schätzen, wo der Tisch an Abfällen reich gedeckt ist.“

Bei Saatkrähen handelt es sich um eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Art, die weder bejagt noch getötet, noch beim Brüten gestört werden darf. Wurde in früheren Jahren eine Vergrämung der Saatkrähen durch die Entnahme ihrer Nester vom Kreis Kleve als genehmigender Behörde bis Ende März meist zugelassen, erhält die Stadt in den vergangenen Jahren nur noch in Sonderfällen eine Ausnahmegenehmigung.

Ob diese auch in diesem Jahr durchgeführt werden dürfen, ist noch nicht klar. Mehr Informationen dazu finden Sie auf www.emmerich.de unter dem Stichwort „Saatkrähe“.

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