Orgelfestival

In Emmerich spielte der Titularorganist von Notre Dame

Organist Olivier Latry begrüßt die Besucher seines Konzertes in der Christuskirche in Emmerich. Olivier Latry ist der Titularorganist von Notre-Dame in Paris und das Konzert in Christuskirche ist das letzte Konzert des Emmericher Orgelfestival.

Organist Olivier Latry begrüßt die Besucher seines Konzertes in der Christuskirche in Emmerich. Olivier Latry ist der Titularorganist von Notre-Dame in Paris und das Konzert in Christuskirche ist das letzte Konzert des Emmericher Orgelfestival.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Mehrere hundert Besucher kamen zum Orgelfestival in die Christuskirche in Emmerich. Titularorganist Olivier Latry verzauberte die Zuhörer.

Ein ungewöhnliches Orgelkonzert erlebten mehrere hundert Musikfreunde in der Christuskirche in Emmerich. Aus Anlass des Orgelfestivals 2020 der evangelischen Kirchengemeinde gab Olivier Latry, Titularorganist an Notre Dame in Paris, ein Weltstar an der Orgel, eine Probe seines Könnens.

Statt in Notre Dame spielte er an der Peter-Orgel der Christuskirche

Olivier Latry, einer der drei Titularorganisten an Notre Dame, ist gewohnt, an seiner fünfmanualigen Orgel in Paris zu spielen. Doch auch an der dreimanualigen Peter-Orgel in der Christuskirche zeigte er sein großes Können.

Es ist müßig, über die Virtuosität eines solchen Organisten an der Orgel zu sprechen. Interessant war für die Besucher die Art und Weise, wie er die Möglichkeiten der Peter-Orgel nutzte. Eine große Hilfe, sein Spiel auf dem Spieltisch zu beobachten, waren zwei Leinwände, die im Altarraum aufgestellt waren.

Kompositionen aus verschiedenen Musikepochen

Olivier Latry hatte seine Kompositionen aus verschiedenen Musikepochen gewählt und begann mit einem „Balletto“ von Jan Pieterszoon Sweelinck.

Die höfische Klangfarbe war nicht zu überhören. Diesem Werk stellte er – wie mehrfach in seinem Programm – moderne Klangfarben gegenüber.

Thierry Escaich gab das erste Beispiel für moderne Klangwelten mit seiner „Vocation 1“. Hohe Klänge im Rückpositiv wechselten mit dunkleren Klängen im Brustwerk und Hauptwerk. Sehr interessant waren die Gegenüberstellungen von Bachscher Musik und einem zeitgenössischen Komponisten: Choräle aus dem Orgelbüchlein (J.S.Bach) und zeitgenössische Musik (Jean Pierre Leguay) wechselten sich ab.

Gelungene Interpretation von „Piece de Orgue“

Ein echter Unterschied! Hier konnte der Organist die verschiedenen Werke der Orgel mit den unterschiedlichen Farbnuancen vor allem bei den „Preludes“ demonstrieren. Johann Sebastian Bachs „Piece de Orgue“ gab dann Latry die Möglichkeit, sein großes Vorbild in vollendeter Weise vorzustellen. Sowohl mit vollem Werk als auch mit den weichen Registern des Rückpositivs interpretierte er das Stück.

Bert Matter, ein Organist unserer Zeit, gab als nächstes in seiner „Fantasie“ nach Vorstellung des Themas „Von Gott will ich nicht lassen“ den anderen Orgelwerken und vor allem dem Pedal die Möglichkeit zu größerer Entfaltung.

Oliver Latry beendete sein Konzert mit seiner Improvisation über „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Hier zeigte er noch einmal seine große Kunst im Improvisieren. Minutenlanger Beifall zeigte die Begeisterung der Zuhörer.

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