Politik

Emmerich: Wird in der Stadt genug für die Ökologie getan?

Ein junger Baum kostet 1000 Euro. Diese Bäume sind im Herbst auf der Goebelstraße gepflanzt worden.

Ein junger Baum kostet 1000 Euro. Diese Bäume sind im Herbst auf der Goebelstraße gepflanzt worden.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Im Ausschuss waren Ersatzpflanzungen für unwettergeschädigte Bäume ein Thema. Es entwickelte sich eine grundsätzliche Debatte über die Ökologie.

Wird in Emmerich genug für die Ökologie getan? Ein Antrag der Grünen führte im Haupt- und Finanzausschuss zu einer doch recht ausführlichen Diskussion.

Die Grünen hatten beantragt, jeden durch Unwetter umgestürzten Baum in Emmerich durch eine Ersatzpflanzung zu ersetzen. Die Verwaltung hatte nun vorgeschlagen, dem Antrag nicht zu folgen. Die Erklärung in einem Satz: Es seien schon 36.000 Euro als Sonderzuschuss dafür im Haushalt vorgesehen.

Sabine Siebers: „Es ist ein Witz, dass wird darüber diskutieren müssen“

Sabine Siebers, Grünen-Fraktionschefin, war nicht zufrieden: „Im Betriebsausschuss der Kommunalbetriebe ist erklärt worden, das eine Ersatzpflanzung 1000 Euro kostet. Also sind 36 Bäume als Ersatz gepflanzt worden. Es müssten wesentlich mehr sein. Das ist absolut unzureichend. Es ist ein Witz, dass wir darüber diskutieren müssen.“

Dr. Stefan Wachs, Erster Beigeordneter der Stadt, erklärte: „Wir haben es verifiziert. Es waren 36 Bäume! Der Antrag ist abgearbeitet.“ Außer den 36.000 Euro sei auch noch ein normales Budget im Haushalt dazu vorgesehen.

Thomas Meschkapowitz sieht zu geringe Ökologie-Anstrengungen

Thomas Meschkapowitz, der für die BSD in der Embrica-Fraktion sitzt, fragte: „Wie gehen wir mit der Ökologie in unserer Stadt um? Wir müssen einen erheblichen Aufwand betreiben. Wir sind am Scheideweg. Die Formel sollte lauten: Wenn ein Baum fällt, ersetzen wir ihn.“

Bürgermeister Peter Hinze konterte: „Genau das machen wir!“ Auch Joachim Sigmund, BGE-Fraktionschef, sieht keine Dissens: „Wir sind uns der Verantwortung bewusst.“ Meschkapowitz wollte seine Kritik aber grundsätzlicher verstanden wissen: „Die Anstrengungen für die Ökologie sind zu gering.“

Dem Antrag der Grünen wird schon entsprochen

Daraufhin fragte Irmgard Kulka (CDU): „Wir sind der selben Ansicht, versuchen es aber sachlich anzugehen. Wenn Grundstücke fehlen, dann nennen Sie uns doch Flächen“, regte sie an. Denn bekanntlich hat die Stadt schon häufiger angemerkt, dass es kaum noch öffentliche Flächen für Baumanpflanzungen in Emmerich gibt.

Dr. Matthias Reintjes, CDU-Fraktionschef und Bewerber um die CDU-Bürgermeister-Kandidatur, versuchte zu beschwichtigen: „Dem Antrag der Grünen wird ja praktisch schon entsprochen…“ Und Bürgermeister Hinze ergänzte: „… und es ist auch so beschlossen worden“. Gerd Bartels, UWE, sagte schließlich: „Ich sehe keinen zusätzlichen Handlungsbedarf. Wir machen unsere Hausaufgaben.“

Bei zwei Nein-Stimmen wurde dem Verwaltungsvorschlag entsprochen, dem Antrag der Grünen nicht zu folgen.

>> Streetart am Neumarkt: Es ist kein Holzzaun geplant

Die BGE hatte für die Baustelle am Neumarkt ein Streetart-Projekt nach dem Vorbild aus Bocholt vorgeschlagen, wo am ehemaligen Hertie-Gebäude ein durch Schüler künstlerisch gestalteter Bauzaun ein Hingucker geworden ist. Allerdings gibt es zwei Gründe, warum dem Antrag nicht gefolgt werden sollte. 1. Neumarkt-Investor Josef Schoofs ließ wissen, dass ein Bauzaun aus Holz gar nicht geplant sei. Es bleibe beim Drahtzaun. 2. Die Wirtschaftsförderung hat dieses Thema schon vor längerer Zeit angestoßen und die Gesamtschule Emmerich dafür gewinnen können. Zu gegebener Zeit werden Pläne hierzu erarbeitet.

Ein Zuschuss aus dem Haushalt, erklärte Bürgermeister Peter Hinze, sei nicht erforderlich, da Sponsoren das Projekt finanzierten. Schlussendlich wurde bei zwei Gegenstimmen dem Verwaltungsvorschlag entsprochen.

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