AWO-Serie

Emmericher Firmen sind Vorbilder in der Flüchtlingshilfe

Die AWO-Sozialarbeiter Birgit Gerold (von links), Andreas Schürings und Corinna Pannes kümmern sich um die Flüchtlingsberatung.

Foto: Thorsten Lindekamp

Die AWO-Sozialarbeiter Birgit Gerold (von links), Andreas Schürings und Corinna Pannes kümmern sich um die Flüchtlingsberatung. Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   Die AWO-Flüchtlings- und Erwerbslosenberatung hat seit der Flüchtlingskrise 2015 eine Menge zu tun. Was in Emmerich besonders gut funktioniert.

„Im Moment haben wir einen extrem vollen Terminkalender“, erzählt Birgit Gerold und erntet zustimmendes Kopfnicken ihrer Kollegen Andreas Schürings und Corinna Pannes. Zu dritt kümmern sich die Sozialarbeiter um die Anliegen von Flüchtlingen und Erwerbslosen im Kreis Kleve. Doch seit dem Beginn der Flüchtlingskrise 2015 sind ihre Büroräume an der Lindenallee in Kleve voller denn je.

Harter Konkurrenzkampf um Wohnraum

Es geht um Arbeitslosengeld II, Kinder- und Elterngeld oder Krankenversicherungen, aber auch um Anträge für Flüchtlinge. „Besonders Umzüge und die Wohnungssuche sind aktuell ein großes Thema und Problem“, macht Schürings deutlich.

Zum einen gibt es im gesamten Kreis nur wenige Wohnungen, die den Flüchtlingsfamilien und auch Deutschen zur Verfügung stehen. Zum anderen möchte nicht jeder Vermieter Flüchtlingsfamilien aufnehmen. „Der Zugang ist schon für deutsche Familien schwer, für Flüchtlinge ist es nochmal schwerer“, weiß seine Kollegin Gerold.

Das liege zum einen an den sprachlichen Barrieren, aber auch an Vorurteilen gegenüber Asylanten. Komplizierter wird es dann noch durch Wohnsitzauflagen, die Flüchtlinge an einen Wohnort binden. Wie kompliziert die Suche nach einer passenden Unterkunft dann sein kann, sehen die Sozialarbeiter in Uedem. Dort gibt es nur zwei Wohnungen, die zur Verfügung stehen. Aber viel mehr Bewerber. „Wenn sie dann eine Wohnung finden müssen, haben sie ein Problem“, unterstreicht Gerold.

Flüchtlingsarbeit digital aufgestellt

Doch nicht nur die Suche nach Wohnraum ist ein großes Problem: Noch immer stehen viele Flüchtlinge ohne Arbeit da. Um ihnen, aber auch Deutschen, wie Gerold betont, bei der Arbeitsplatzsuche zu helfen, sind die Sozialarbeiter vor allem auf Hilfe aus den Unternehmen angewiesen.

Und hier ist gerade Emmerich eine der Vorzeigestädte. „Die Emmericher Firmen kümmern sich sehr gut um Flüchtlinge. Sie haben nur selten Fragen und übernehmen sogar den Papierkram“, lobt Gerold. Und auch die Emmericher Bürger bekommen ein Lob: „Emmerich hat eine Vorbildfunktion, denn die Kommune hat sich in der Flüchtlingsarbeit sehr früh digital aufgestellt.“

Ein freundliches Händeschütteln

Gerade für Menschen aus anderen Ländern sei das von Vorteil, denn gerade die deutsche Bürokratie könne sich das ein oder andere Mal als ein schier überwindbares Hindernis herausstellen. „Wir Deutschen lieben eben unsere Bürokratie“, erzählt Schürings seinen Besuchern dann häufig. Und trifft damit auf Verständnis.

„Die durchgehende Erfahrung ist, dass die Leute motiviert sind und sich gegenseitig helfen.“ Und dazu gehört auch, sich an die deutschen Sitten zu gewöhnen. „Die Leute legen Wert darauf, einem die Hand zu geben, obwohl das in ihrer Heimat nicht gemacht wird. Wir müssen manchmal drei bis vier Mal die Hand geben“, sagt Birgit Gerold mit einem Lachen.

>> KONTAKT ZU DEN SOZIALARBEITERN

In Emmerich hat die AWO jeden Donnerstag von 9 bis 14 Uhr Sprechstunde. Treffpunkt ist im IZIF an der Goebelstraße 61. Die Sprechzeiten in Kleve sind von montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr.

Kontakt zu den Sozialarbeitern: Andreas Schürings, 0177/4159160; Birgit Gerold, 0163/2308875; Corinna Pannes, 01577/1443367. Oder 02821/9741171 bzw. -72. Die E-Mail-Adressen lauten erwerbslosenberatung@awo-kreiskleve.de oder refugeeadvice@awo-kreiskleve.de.

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