Kunst

Emmericher Peter Remke zeigte Kontraste von der Insel

Peter Remke stellt seine Foto-Serie n der Galerie „Haus im Park" aus.

Foto: Klaus-Dieter Stade

Peter Remke stellt seine Foto-Serie n der Galerie „Haus im Park" aus. Foto: Klaus-Dieter Stade

Emmerich.  Peter Remke lebt seit 25 Jahren auf der britischen Insel und fotografierte Freunde und Fremde. Schwarz-Weiß-Kontraste in harten Brexit-Zeiten.

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Der gebürtige Emmericher Peter Remke (49) lebt schon seit 1992 auf der britischen Insel, zunächst im Londoner Stadtteil Tottenham. Mit der Band Pink Turns Blue war er ein Jahr unterwegs, machte Aufnahmen und schlug sich als Lehrer, Musiker, Toningenieur und Kameramann durch. Seit drei Jahren lebt er mit Partnerin und Katze im Seebad Southend-on- Sea, wo die Themse in die Nordsee mündet.

Da werden Ausländer anders angeschaut als im Londoner Schmelztiegel: „Da denkt man dann schon: Was mache ich hier eigentlich?“ Er wolle besser verstehen, wie sich die Leute in dieser Lage verhalten, „auch um Hinweise zu finden, ob ich mich einfügen kann oder ein Außenseiter bleibe“.

Auch nach so langer Zeit in Großbritannien sagt Peter Remke: „Ich bin Ausländer.“ Und als solcher schaut er genau hin, wenn er mit seiner Panasonic Lumix Freunde und Fremde in ihrem Umfeld ablichtet. Schnappschüsse und Por-traits sind allesamt in Schwarz-Weiß, was für eine Distanz zu dem abgelichteten Personal sorgt. Die Aufnahmen wildfremder Menschen schoss er aus der Hüfte.

Steinecke hat’s eingefädelt

Entstanden sind kontrastreiche Fotografien in harten Brexit-Zeiten, wobei vielen Brexit-Befürwortern erst jetzt dämmert, wie ihnen mit Vorurteilen gegenüber Ausländern übel mitgespielt wurde. So etwa sieht es Remke und er hält seiner neuen Heimat quasi als Voyeur den Spiegel vor.

Ungeschminkt, oft mit Augenzwinkern. Etwa den mit einem furchterregenden Stock lauernden, alten Aikido-Meister oder den auf die 40 zugehenden jungen Mann, der immer noch zu Hause wohnt und in seinem Kinderzimmer Legosteine baut, exaltierte, ausdrucksstarke Typen. In Remkes Galerie ist so ziemlich alles vertreten, was in den Augen eines Ausländers britische Exzentrizität ausmacht.

Leute, die sich London nicht mehr leisten können

Die Ausstellung heißt „Ausländer“ und wurde von Remkes Partnerin Nadya kuratiert. In Großbritannien hat Remke schon diverse Ausstellungen gehabt, in seiner alten Heimat betritt er Neuland. Eingefädelt hat die Foto-Schau Remkes ehemaliger Deutsch-Lehrer am Hansa-Gymnasium, Werner Steinecke vom Kunstverein Emmerich.

Zuerst absolvierte Remke ein Grundstudium fürs Lehramt und wechselte dann zur Universität St. Martins (London) und erwarb dort 2005 seinen Magister in den Schönen Künsten (Fine Arts). Seither arbeitet er im Rundfunk, als Video-Filmemacher und Fotograf. In der Galerie Haus im Park präsentiert er auf den beiden Etagen insgesamt 42 Fotografien, die auch erworben werden können.

Peter Remke sagt über seine Serie: „Mein Ziel ist es, Momente im Leben von Einheimschen und Touristen in meinem Wohnort aufzufangen.“ Auch in Southend gebe es strukturelle Umwälzungen wie den „Zuzug von Leuten wie mir, die sich London nicht mehr erlauben können“.

Die Ausstellung „Ausländer“ sei auch den Mitgliedern des Freundeskreises Emmerich-King’s Lynn ans Herz gelegt.

>> DIE ERÖFFNUNG IST AM 8. OKTOBER

Die Ausstellung „Ausländer“ mit Fotografien von Peter Remke wird am Sonntag, 8. Oktober, um 12 Uhr eröffnet. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen des gebürtigen Emmerichers sind noch bis zum 12. November in der Galerie Haus im Park, Rheinpark 1, zu sehen. Geöffnet samstags von 13 bis 17 Uhr und sonn- & feiertags von 11 bis 17 Uhr.

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