Gesamtschule

Emmericher Politik vertagt den Beschluss zum Brink-Neubau

Den Beschluss über eine konkretisierten Neubau des Gesamtschul-Gebäudes am Brink hat die Politik vertagt. Es gibt Beratungsbedarf.

Den Beschluss über eine konkretisierten Neubau des Gesamtschul-Gebäudes am Brink hat die Politik vertagt. Es gibt Beratungsbedarf.

Foto: Erwin Pottgiesser

Emmerich.   Die Politik hatte jetzt für den Neubau des Gesamtschul-Standortes Am Brink konkretere Informationen erwartet. Ein Beschluss wurde vertagt.

Der nächste Schritt beim Neubau des Gesamtschul-Standortes am Brink muss bis nach den Ferien warten. In einer gemeinsamen Sitzung von Schul- sowie Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag folgten beide Ausschüsse dem Antrag der BGE, die weiteren Beratungsbedarf anmeldete.

Der Beschluss: Alle Fraktionen hinterlegen bis zum 20. Juli beim Bürgermeister ihre Stellungnahmen zu den jetzt vorgestellten neuen Plänen des Gebäudes am Brink. Die Stadt soll die Anregungen bis September einarbeiten und erneut den Ausschüssen vorlegen.

Geschätzte Kosten Stand heute: 14,3 Millionen Euro

Bisher lag offenbar nur ein recht theoretisches Konzept für den im Februar beschlossenen Neubau des Brink-Gebäudes vor. In der nächsten Planungsphase hat das Architekturbüro Hausmann nun eine weitere Konkretisierung vorgenommen.

Mit der neuen Planung könnte der Bau grob geschätzt 14,3 Millionen Euro kosten. Eine Verteuerung um 700.000 Euro, rechnete Architekt Simone Gellert vor. Oder knapp 1,2 Millionen Euro mehr, wenn man den Betrag hinzu nimmt, der durch den gestiegenen Baukostenindex entstanden ist.

Der Neubau befindet sich in Planungsphase 3 von 9

Die Stimmung im Ausschuss drohte komplett zu kippen. Offenbar gab es hier grundlegende Kommunikationsprobleme. „Uns als Fraktion stört, wie wir informiert werden“, sagte Matthias Reintjes, CDU-Fraktionschef.

Die Politik erwartete eine konkrete Planung mit konkreten Kostenangaben. Allerdings sei dies in der jetzigen Phase 3 von 9 (gesetzlich vorgeschrieben) gar nicht vorgesehen, wie Dr. Stefan Wachs, Erster Beigeordneter, nochmal verdeutlichte. Jetzt gehe es um die Zielermittlung. Wie teuer der Neubau wirklich wird, wird erst klar, wenn die „45.000 Ausschreibungen, die wir vor der Brust haben“, wie Bürgermeister Peter Hinze zugespitzt formulierte, gelaufen sind.

Maik Leypoldt, BGE, monierte, dass der im Januar versprochene Gesamtprojektplan bis heute nicht vorliege. Hinze erklärte, dass die Projektleitung alle zwei Wochen zusammen komme und keine wichtigen Informationen den Politikern vorenthalten wurden.

Irgendwann gibt es kein zurück mehr...

Gerd Bartels (UWE) beklagte: „Wir sollen über eine Wundertüte entscheiden.“ Auch wenn man noch in einer frühen Phase ist: Irgendwann komme man an den Punkt, an dem es schulorganisatorisch keinen Weg zurück mehr gebe.

Thomas Meschkapowitz (Embrica-Chef) hätte gerne eine Betrachtung weniger auf Kosten fokussiert gesehen: „Wir haben schon mal aus Kostengründen auf einen kompletten Schulneubau verzichtet.“ Bauleistungen verteuerten sich im Moment ohnehin rapide. Für ihn sei es besser in der Sache zu entscheiden und dann auf die Kosten zu schauen.

Die Skepsis hat eine Historie

Grünen-Fraktionschefin Sabine Siebers fasste das Grundproblem aus Sicht der Politik am besten zusammen: „Wir alle wollen eine gute Schule bauen. Aber wir haben das Gefühl, alle fünf Monate Hiobsbotschaften aus der Schullandschaft zu bekommen. Die Ausschussunterlagen bekommen wir sehr spät, zum Teil als Tischvorlage in der Sitzung. Das ist nicht vertrauensbildend. Oft sollen wir wichtige Dinge kurz vor der Sommerpause im Galopp durchbringen.“ Dass der Termin so kurz vor den Ferien lag, entschuldigte Hinze dadurch, dass ein Termin am 27. Juni nicht realisiert werden konnte.

Andrea Schaffeld schlug vor, dem BGE-Vorschlag zu folgen, „um die Diskussion zu versachlichen“.
Wie sich die Pläne für das Gebäude verändert haben, stellt die NRZ in einem weiteren Bericht morgen vor.

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