Theater

Emmericher Theatergruppe wagte sich an Molière-Stück

Klaus Beck von der Theatergruppe der Ev. Kirche in Emmerich mimte den Argan, den nur seine Krankheit interessiert.

Foto: Thorsten Lindekamp

Klaus Beck von der Theatergruppe der Ev. Kirche in Emmerich mimte den Argan, den nur seine Krankheit interessiert. Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   Die Theatergruppe der Ev. Kirche in Emmerich führte „Der eingebildete Kranke“ auf. Unter den Umständen war es eine ordentliche Leistung

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„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun!“, schrieb Jean Baptiste Molière, Frankreichs bekannter Dichter zu seinen Komödien. Er erntete damit neben viel Zustimmung auch viel Neid und Hass, denn seine Zielgruppen waren Menschen, die in finanziell sicheren Verhältnissen lebten und sich keine Sorgen um ihre Zukunft machen mussten.

Einige Darsteller mussten in der Vorbereitung passen

Pfarrerin Anke Mühlenberg-Knebel hatte sich mit ihrer Theatergruppe der Evangelischen Kirchengemeinde am Samstag die Komödie „Der eingebildete Kranke“ von Molière ausgewählt. Hier wird die fixe Idee des reichen Argans, krank zu sein, besonders deutlich geschildert. Die Familie, die er wie ein Diktator regiert, versucht, ihm diese Idee auszureden, aber ohne Erfolg. Erst zum Schluss erkennt er seine Fehler.

Die wichtigsten Personen des Stückes haben nur ein Thema: Das Gespräch um Krankheit und Tod. Argan (gespielt von Klaus Beck) denkt nur an seine Krankheit.

Die beiden Verliebten (Tochter Angelique und Marcel Reintjes) wollen nicht mehr leben, wenn sie nicht heiraten können. Argans Frau denkt nur an ihre Mitgift, wenn er gestorben ist. Und schließlich: ganz wichtig sind ebenfalls Doktor und Apotheker, die nur an ihr Geld und nicht an Argans Wohlergehen denken.

Die Gruppe probt seit etwa einem Jahr an diesem Stück. Die Pfarrerin gab allerdings zu bedenken, dass in dieser Zeit Wechsel aus den verschiedensten Gründen erforderlich waren. Alle Darsteller gaben sich viel Mühe, ihre Rollen so real wie möglich darzustellen.

Temperamentvolle Dienstmädchen

Eine Paraderolle als Argan bot Klaus Beck. Manchmal hätte man sich den „Kranken“ noch etwas realistischer gewünscht. Ein erfreuliches Bild boten die temperamentvollen Dienstmädchen (Jenny und Nadine Stöcker), die den Hausherrn auf die Idee brachten, sich tot zu stellen, um die wahren Absichten seiner Frau Belinda und seiner Tochter zu erfahren.

Köstlich war die Rolle de(s)r Mediziner (Martin Tenhagen, Leni Wochnik), die Molières Beschreibung der gesellschaftlichen Situation seiner Zeit hervorragend darstellt.

Es war eine Aufführung, die von den Darstellern sehr engagiert dargeboten wurde, wenn auch – besonders zum Schluss hin – die Hilfe der Souffleuse stark in Anspruch genommen wurde.

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