City-Management

Emmerichs City-Management: Ausloten, wo Handel Sinn macht

Jens Nußbaum von Stadt + Handel sprach über die Stadtentwicklung der Innenstadt in Emmerich am Donnerstag im PAN. Das City-Management nimmt seine Arbeit auf.

Jens Nußbaum von Stadt + Handel sprach über die Stadtentwicklung der Innenstadt in Emmerich am Donnerstag im PAN. Das City-Management nimmt seine Arbeit auf.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Auftaktveranstaltung zum City-Management in Emmerich: Es soll ausgelotet werden, wo Handel noch Sinn macht. Aber eine These macht auch Mut.

Lena Börsting ist das Gesicht vor Ort, weiß Verena van Niersen von der Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing. Die gebürtige Borkenerin ist die neue City-Managerin. Die Mitarbeiterin von Stadt + Handel hat erfahrene Köpfe in der Hinterhand, wenn’s ums City und Qualitätsmanagement geht. So gilt für das Dortmunder Unternehmen bei allen Projekten stets das Zauberwort: „Gemeinsam“.

Das haben sie sich bereits in 20 Städten auf die Fahne geschrieben. Alleine bekomme das der „Externe“ nämlich mit Veränderungen zum Positiven nicht hin. Zudem gaben Börsting und Jens Nußbaum (er hatte am Einzelhandelskonzept bereits mitgearbeitet) und dessen Teamleiterin und ehemalige Kleve Marketing-Chefin Ute Marks bei der Auftaktveranstaltung zum City-Management im PAN am Donnerstag unumwunden zu, dass sie auch den Finger in die Wunde legen würden, wo Handel keinen Sinn mehr mache. Erst recht bei der langläufigen Emmericher Einkaufszone.

Jens Nußbaum: „Die Innenstadt ist in“

Aber das bedeute auch für diesen Bereich eine Chance. Um sich ein Bild zu verschaffen, startet in Kürze ein gemeinsamer Stadtspaziergang. Danach gibt’s einen Workshop.

Beruhigende Worte zum Online-Handel von Jens Nußbaum: „Der Anteil 2019 lag bei elf Prozent.“ Tendenz steigend. Aber er fresse nicht in den klassischen Handel. Schließlich setze auch der Online-Handel mittlerweile auf stationäre Tugenden. Jens Nußbaums gewagte These ließ aufhorchen: „Die Innenstadt ist in.“ Immer mehr zögen zurück in die City und dortige Plätze, „wenn sie gut gemacht sind“, seien im Trend.

Online- und stationäre Handel lassen sich verbinden

Aber – und das war mehrfach zu hören: „Das Gesamtkonzept muss stimmen.“ Auch ging’s um Orientierungswegweiser oder darum, das nicht nur Parkplätze und Bahnhof wichtig seien. „Die Erreichbarkeit spielt sich im Kopf ab.“ Nicht jeder Laden müsse ausgeschildert sein.

Der Stadt + Handel-Mann unterstrich zudem, dass sich Chancen bei der Kombination von Online und Offline auch für Emmerich böten. So prognostiziert er aber: „Handelt spielt in Zukunft nicht mehr so eine Rolle.“ Es gelte diesen immer im Zusammenspiel mit Handwerk, Gastronomie oder Kultur zu sehen und zu stärken.

Warum nicht ein Geschäft mit drei Händlern? Oder mit Handwerkern?

Auf die Nachfrage von Johannes Diks, wo denn Sharing (Teilen), wie es in Großstädten bei Autos möglich wäre, in Emmerich realisierbar sei, erklärte Ute Marks, dass die Niederländer es vormachten: ein Geschäft mit drei Händlern. Auch mal mit Handwerk unter einem Dach.

Eine Teilnehmerin wollte wissen, was mit den zig Schrottimmobilien passieren solle: „Wichtig ist, dass man zunächst mit bestimmten anfängt“, so Jens Nußbaum. Mit Blick auf die Wohnungen in den Obergeschossen über Geschäften meinte Heinz-Günter Kantehm: „Emmerich frottet von oben nach unten“.

Aufklärung in vielen Sprachen

Falsch sortierter Müll, Handtücher anstelle von Gardinen an den Fenstern sprächen für ein Verständigungsproblem, für das die Bewohner aus vielen Ländern nichts könnten. Ein Problem, das Stadt + Handel aus Köln-Chorweiler kennt. Dort habe die Stadt in acht Sprachen Infoblätter aufgelegt, wusste Ute Marks.

Wichtig sei „Mitmachen für unsere Innenstadt“, hieß es abschließend von Bürgermeister Peter Hinze. Sigrid Bisschop von der EWG und Immobilienmaklerin fand es „super, dass das City-Management nun professionell gemacht wird“.

>> Ab März Anlaufstelle in der Steinstraße

Unterwegs in der Innenstadt wird bereits in diesen Tagen Citymanagerin Lena Börsting sein. Dabei wird sie die ersten Gespräche führen.

Ab März ist sie dann auch regelmäßig an der neuen Anlaufstelle, Steinstraße 3 (zwischen Vitas und ehemaliger Bäckerei), anzutreffen. Im Sommer sollen die ersten Ergebnisse vorliegen.

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