Politik/Betuwe

Emmerichs Politiker ärgern sich über Kostenverdopplung

Der Bau dieser Brücke über die Bahn in Praest ist inzwischen fast abgeschlossen. Die Kosten haben sich fast verdoppelt. Das musste die Politik in Emmerich nun billigen, obwohl ihr das gar nicht schmeckt.

Der Bau dieser Brücke über die Bahn in Praest ist inzwischen fast abgeschlossen. Die Kosten haben sich fast verdoppelt. Das musste die Politik in Emmerich nun billigen, obwohl ihr das gar nicht schmeckt.

Foto: Hans Blossey

Praest.   Ausschüsse empfahlen Nachtrag für die Kreuzungsvereinbarung zur Bahn-Brücke in Praest zähneknirschend. Doppelte Kosten sorgten für Diskussionen.

Am liebsten, so schien es, hätten einige Politiker im Ausschuss für Stadtentwicklung (ASE) der Deutschen Bahn die Pläne für den vorgezogenen Bau der Brücke über die Bahn an der Baumannstraße in Praest vor die Füße geworfen. Denn dass der Bau mit 10,4 Mio. Euro wie berichtet fast doppelt so teuer wird wie gedacht, schmeckte vielen nicht. Auch, wenn womöglich Emmerichs Anteil von gut einer Million durch die ausstehende Konsensvereinbarung übernommen wird.

Das sei die erste Baumaßnahme: „Was kommt beim Ausbau der Betuwe noch?“, fragte André Spiertz (BGE) am Dienstag. Später im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) dachte Manfred Mölder (SPD) den Gedanken weiter mit Blick auf die Maßnahme Löwentor, die bei einer Verdopplung 80 Mio. kosten würde.

Niederrheinische Boden nicht standfest genug

Spiertz wunderte sich, dass bei Voruntersuchungen nicht bemerkt wurde, dass der typisch niederrheinische Boden nicht so standfest ist wie gedacht, was vor allem zu der Verteuerung führte. In Hamminkeln sei an der Diersfordter Straße das selbe Problem entstanden. Botho Brouwer (CDU) findet es „unangenehm“, dass die bauausführende Firma auch mit der Detailplanung betraut wurde, in deren Folge die Mehrkosten aufs Tableau kamen.

„Man sollte dem nicht zustimmen und ein Exempel statuieren“, meinte Spiertz. Michael Teitzel, DB-Projektleiter, versicherte, dass auch die Bahn sich ärgere und man durchaus „sehr hart“ mit der Baufirma verhandelt habe. Ein Restrisiko in der Vorplanung bleibe immer. Eine Lanze für die Bahn brach Johannes ten Brink (CDU), früher DB-Ingenieur: „Die Kreuzungsvereinbarung wird immer sehr früh auf Basis von Voruntersuchungen getroffen. Wir werden nicht über den Tisch gezogen.“

Eine ernüchternde Antwort

Christoph Kukulies (UWE) fragte, was passiere, wenn der Rat gegen den Kreuzungsvereinbarungs-Nachtrag stimme. Die ernüchternde Antwort von Dr. Stefan Wachs, Erster Beigeordneter: „Dann wird es auf anderer Ebene angeordnet.“ So empfahl der ASE dem Rat den Nachtrag bei neun Nein-Stimmen, der HFA bei sechsmal Nein.

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