Nachbarschaftsstreit

Feldschmiede sorgt in Emmerich für dicke Luft

Die Grünen beklagen die Umweltverschmutzung durch eine Feldschmiede in der Sanellasiedlung in Emmerich.

Foto: privat

Die Grünen beklagen die Umweltverschmutzung durch eine Feldschmiede in der Sanellasiedlung in Emmerich. Foto: privat

Emmerich.   Anwohner in der Sanella-Siedlung wollen die Rauchschwaden und den Lärm nicht länger ertragen. Stadt prüft erneut die Angelegenheit.

In der Sanella-Siedlung herrscht dicke Luft. Störenfried ist eine mobile Feldschmiede, die ein Hobby-Schmied in seiner Garage mit Kohle betreibt. „Von den Hammerschlägen werden sie bekloppt“, klagt Nachbar Herbert Weitjes. Gut zureden half bislang nicht. „Schön wäre es, wenn er wenigstens gewisse Zeiten einhielt. Er soll ja seinem Hobby nachgehen, aber alles in Maßen“, findet Weitjes.

Doch bislang haben alle Gespräche nichts gefruchtet. Der Hobbyschmied macht munter weiter. Früher offen unter dem Carport, dann hat er seine Feldschmiede mitsamt Schornstein in die Garage verlegt. Rauchwolken zeigen an, wenn der Mann wieder aktiv ist. „Manchmal tut sich gar nichts, dann arbeitet er eine Woche durch, vergisst die Ruhezeiten, auch die Wochenenden sind ihm dann egal“,so Weitjes.

Nachbarn haben sich an Polizei gewandt

Die Nachbarn haben sich an Polizei und Ordnungsamt gewandt. Doch eine die Nachbarschaft befriedende Lösung ist nicht in Sicht. Nun hat sich der Grünen-Politiker Herbert Kaiser des Falls angenommen und eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet. Die schaute sich daraufhin die Apparaturen auf der Jurgensstraße an und kam zu dem Ergebnis, dass es sich um eine „nicht bodenrechtsrelevante Anlage“ handele, die deshalb nicht dem Bauplanungsrecht unterliege.

Aus den Ermittlungen vor Ort hätten sich auch keine Anhaltspunkte ergeben, wonach „die Intensität und Häufigkeit der Nutzung der auf Rollen befindlichen Feldschmiede mit einer Größe von 45 x 45 cm eine baugenehmigungspflichtige Nutzungsänderung darstelle“. Die Nutzung sei auch nicht gewerblicher, sondern privater Natur. Was die Rauchentwicklung betrifft, habe ein Schornsteinfeger bestätigt, dass eine Feldschmiede dieser Größe nicht unter die Abnahmepflicht falle.

Grüne sind empört über Umweltverschmutzung

Ganz anders bewerten die Grünen den Fall. Sie zeigen sich empört über die Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung. Grünen-Ratsmitglied Herbert Kaiser: „Die Lebensqualität der Nachbarschaft wird durch Qualm und Lärm massiv beeinträchtigt, insbesondere da der ,Schmied’ sich an keine Ruhezeiten hält und offensichtlich nicht nur Kohle als Feuerung seiner Schmiede benutzt, sondern alles mögliche verbrennt.“ Das offene Feuer habe einen halben Meter hoch gelodert: „Wir haben ein bisschen Angst“, sagt Weitjes.

Nun ist der Schmied offenbar bereit, auf Gasbetrieb umzustellen, womit den Anwohnern ein wenig geholfen wäre. Stadtsprecher Tim Terhorst sagte der NRZ, die Verwaltung wolle den Fall noch einmal unter dem emissionsschutzrechtlichen Aspekt überprüfen und den Beteiligten dann eine Rückmeldung geben.

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