Historie

Filmvorführung in Mehr über Kanäle entlang des Rheinstroms

Der Xantener Filmemacher

Der Xantener Filmemacher

Foto: Klaus-Dieter Stade

Emmerich.   Fossae Drusinae sind eigenartige Kanäle entlang des Rheinstroms. Hinterließ Heeresführer Drusus am Niederrhein ein faszinierendes Kanalsystem?

Die Ankündigung von „Als Drusus am rechten Niederrhein Gräben baute“, motivierte mehr als 30 geschichtlich Interessierte, sich den das neueste Filmprojekt des Xantener Filmemachers Wolfgang Wilhelmi „Fossae Drusinae“ anzusehen. Er freute sich über die große Zahl der Besucher, die sich am Dienstagabend im Gasthof Zur Rose in Mehr, vom 65-minütigen Dokumentationsfilm, aufschlussreiche Informationen erhofften.

Eins vorweg: In seiner Begrüßung wies Wilhelmi ausdrücklich darauf hin, dass sein Film keine wissenschaftlich fundierten Aussagen und authentischen Fakten liefern könne, sondern bewusst Fragen offen lasse.

Pfarrer Robert Scholten aus Rees

Inspiriert von den fast 100 Jahre alten Forschungen William Huverstuhl, sowie des Heimatforschers Franz Bens aus Xanten-Lüttingen und des Pfarrer Robert Scholten aus Rees, hat Wilhelmi, wie er sagt, in fünfjähriger Kleinarbeit einen sehenswerten, lehrreichen Film produziert.

Er unternahm den Versuch, an Hand von historischen Flur-, Gewässer- und Reliefkarten den Verlauf der sogenannten Drususgräben zu rekonstruieren. Für seine brillanten Luft- und Landschaftsaufnahmen nutzte der die neue Technik, den Einsatz von Drohnen.

Einstieg in die Eroberungspolitik

Ein zunächst kurzer, zeitgeschichtlicher Einstieg in die Eroberungspolitik des Kaisers Augustus war notwendig, um die Strategien und Planungen seines Stiefsohnes und Heerführers Drusus zu verstehen.

„Wie kann man so was machen?“ fragten sich die Zuschauer bei ihrer Betrachtung der Wasserwelten am Niederrhein – von Wesel bis Doesburg/NL – und des ausgeklügelten Gewässersystems. „Haben die Römer uns ein Denkmal hinterlassen?“ Die „Drususgräben“, künstlich geschaffene Kanäle auf der rechten Rheinseite, wurden von Drusus angelegt, um ruhigere und sicherere Transportmöglichkeiten für Truppen und Güter in den Norden (zur Issel bis zum Ijsselmeer), in das Stammesgebiet der Friesen, zu schaffen, um damit einen sicheren Weg bis zur Nordsee zu gewährleisten, so die Ansicht antiker Berichterstatter.

Lange Renne in Mehr ist ein Zeitdokument

Auch die Lange Renne in Mehr ist ein Zeitdokument, ein Produkt aus der Römerzeit, das aus Menschenhand geschaffen wurde, meinte Wilhelmi. Hingegen ist dokumentarisch belegt, dass der Drususbrunnen in Elten keine Hinterlassenschaft des Heerführers Drusus ist.

Mit einem kleinen, 15 Minutenfilm über „Dörfer am Niederrhein“ und ortsbildprägenden Bildern und Dokumenten von Haffen und Obermörmter endete ein informativer, unterhaltsamer und lehrreicher Filmabend, für den Filmemacher Wilhelmi viel Beifall erhielt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben