Für Blinde ist Ampel bald "Grün"

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INNENSTADT. Die Kreuzung am Pesthof /B 8 wird in allen vier Laufrichtungen mit kleinen Vibrationsplatten ausgestattet.

EMMERICH. Ende Januar berichtete die NRZ von Falk Ziems. Der 28-Jährige ist fast blind. Er würde auch mal gerne alleine in die Stadt gehen, wenn denn die Ampeln mit akustischen Signalen oder Tastplatten ausgerüstet wären. Fehlanzeige. "Ich bin immer auf eine Begleitperson angewiesen", klagte der junge Mann und wandte sich an den Bürgermeister.

Das ist fast zwei Monate her. Inzwischen hat sich was getan. Zumindest die Ampel an der stark frequentierten Kreuzung Pesthof / B 8 wird in allen vier Laufrichtungen mit Signalgebern ausgestattet - mit Vibrationsplatten. Bei diesen taktilen Signalgebern legt der Sehbehinderte seine Hand auf eine kleine Vibrationsplatte, und sobald diese vibriert, ist die Ampel für ihn Grün, und er kann gefahrlos die Straße überqueren- auch alleine.

Die Emmericher Stadtverwaltung hat Mitte März den Landesbetrieb Straßenbau in Wesel als zuständigen Straßenbaulastträger angewiesen, diese taktilen Signalgeber an besagter Kreuzung zu installieren. Die Kosten von ca. 3 500 Euro teilen sich Stadt und Landesbetrieb.

"Die weiteren im Stadtgebiet Emmerich existierenden Lichtsignlanlagen werden bei Neubau bzw. umfassenden Unterhaltungsarbeiten umgerüstet", teilte Yvonne Surink vom Fachbereich 5 - Stadtentwicklung - Falk Ziems mit.

Zufrieden mit diesem ersten Schritt ist auch Vize-Bürgermeister Peter Hinze, der sich dieses Problem besonders angenommen hatte. "Schön, dass hier ohne großes Hin und Her und bürokratische Hürden den betroffenen Sehbehinderten geholfen werden kann. Es kann ja keiner wissen, wie schnell er selbst in eine solche Situation kommt und auch er auf diese Hilfsmittel angewiesen ist."KLARTEXTBürger können doch was bewegen; dass es in dem Falle gehandicapte sind, umso besser. Die Umrüstung der Ampeln am Pesthof bedeutet mehr Lebensqualität für Blinde. Stadt und Landesbetrieb sollten auch andere Ampeln im Auge behalten. (nk)

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