Beerdigungen

Gemeindemitglieder leiten Beerdigungen in Emmerich

Pfarrer Bernd de Baey (l.) und Pastoralreferent Matthias Lattek (r.) stellen die drei Ehrenamtlichen für den Trauer- und Begräbnisdienst vor (v.l.n.r.): Stephanie Ess, Elisabeth Boßmann und Josef Bram.

Pfarrer Bernd de Baey (l.) und Pastoralreferent Matthias Lattek (r.) stellen die drei Ehrenamtlichen für den Trauer- und Begräbnisdienst vor (v.l.n.r.): Stephanie Ess, Elisabeth Boßmann und Josef Bram.

Foto: Konrad Flintrop / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Nach einer etwa sechsmonatigen Ausbildung gibt es in Emmerich nun drei ehrenamtliche Laien, die katholische Beerdigungen durchführen.

Neuerdings können katholische Beerdigungen in Emmerich auch von ehrenamtlichen Laien durchgeführt werden: Elisabeth Boßmann, Josef Bram und Stephanie Ess sind die ersten Emmericher, die in bischöflichem Auftrag den sogenannten Trauer- und Beerdigungsdienst übernehmen dürfen.

Hierzu stand aber zunächst eine entsprechende Ausbildung an: Zwischen November 2018 und Juni 2019 fuhren die drei Emmericher zu vier Kursmodulen und drei Tagesveranstaltungen in den Gertrudenstift in Rheine-Bentlage. Hier lernten sie einerseits die theologischen Grundlagen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen, aber auch wie ein Kondolenzgespräch geführt, eine Trauerrede geschrieben oder die Trauerfeier gestaltet wird.

Ein Dienst der Barmherzigkeit

„Das ist im Grunde die Weiterführung der Hospizarbeit für mich“, erklärt Elisabeth Boßmann ihre Motivation für den Dienst. Denn als Hospizlerin begleitet sie Sterbende und Trauernde, und würde auch in diesem Rahmen oftmals darum gebeten, nach dem Tod mit den Angehörigen gemeinsam zu beten. „Das sind fließende Übergänge“, sagt sie. Josef Bram und Stefanie Ess hingegen haben eine typische Gemeinde-Karriere hinter sich – bereits als Kinder fingen sie als Messdiener an, übernahmen später zum Beispiel den Küsterdienst, haben viele Beerdigungen miterlebt. Für Josef Brams ist der Trauer- und Begräbnisdienst da die „logische Konsequenz“. Für Stephanie Ess ist es „ein schöner und wertvoller Dienst“ und vor allem ein „Dienst der Barmherzigkeit“.

Diesen dürfen die drei Ehrenamtlichen nun seit dem vergangenen Sonntag, 15. Juni, offiziell verrichten. Denn an diesem Tag gab es die Urkunden vom Bischof, im Rahmen eines Gottesdienstes. Sie sind nunmehr befugt das Trauergespräch mit den Angehörigen zu führen, dürfen die Trauerfeier in der Trauerhalle gestalten und die Beerdigung durchführen. Einzig die Messe ist den Pfarrern vorbehalten. Allerdings, so erklärt Pastoralreferent Matthias Lattek, würde sich die Mehrzahl der Beerdigungen in Emmerich zwischen Trauerhalle und Grabstätte abspielen.

Angebot kommt bei Gemeindemitgliedern gut an

Auch eine gemeinsame Arbeit sei denkbar, dass beispielsweise ein ehrenamtlicher Laie die Beerdigung durchführt und ein Pfarrer dazu die Messe liest. Grundsätzlich, so Pfarrer Bernd de Baey, dürften die Angehörigen aber Wünsche äußern, wer die Beerdigung übernimmt – oftmals sei das derjenige, der schon zuvor Kontakt zu den Angehörigen oder dem Verstorbenen hatte.

Bei den Gemeindemitgliedern komme das Angebot gut an, so de Baey weiter: „Ältere finden das sehr, sehr gut“, betont er. Entsprechende Rückmeldungen habe er erst am Sonntag nach dem Gottesdienst bekommen: „Da gab es eine große Wertschätzung.“ Für Josef Bram steht bereits in der kommenden Woche die erste Beerdigung an.

>>>EHRENAMTLICHE ERGÄNZEN DIE BISHERIGEN KRÄFTE

In Emmerich gibt es pro Jahr etwa 160 katholische Beerdigungen. Diese wurden bisher von neun Menschen durchgeführt: Dem hauptamtlichen Pastoralteam, bestehend aus den beiden Pfarrern Bernd de Baey und Thaddeus Eze und den drei Pastoralreferenten Matthias Lattek, Iris Hannen und Ludger Dahmen. Außerdem im Einsatz sind die beiden Diakone Max Puttkammer und Kurt Reintjes und die pensionierten Pfarrer Jan-Heiner Schneider und Ewald Brammen.

Sie werden auch weiterhin Beerdigungen leiten, die drei Ehrenamtlichen kommen hinzu.

Die Möglichkeit, Gemeindemitglieder für den Trauer- und Begräbnisdienst einzusetzen, gibt es seit 2015. Diese Möglichkeit nutzen mehrheitlich Frauen.

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