Tauschkost Isselburg

Gemeinschaftliches Gärtnern erfreut Anholts Gemüsehelden

Es grünt so grün. In dem Gewächshaus gedeiht das Gemüse prächtig. Kein Wunder bei der guten Pflege durch die Gemüsehelden.

Es grünt so grün. In dem Gewächshaus gedeiht das Gemüse prächtig. Kein Wunder bei der guten Pflege durch die Gemüsehelden.

Foto: eul

Anholt.   Bei den Gemüsehelden in Anholt wächst und gedeiht alles prächtig. Beet-Pächter sind begeistert von der Bio-Ernte und den Fachgesprächen.

Gemüsehelden haben ein Erkennungsmerkmal: den leeren Korb! Ohne den betritt kaum einer der Hobbygärtner das Gewächshaus in Anholt. Dass beim Verlassen die Körbe gut gefüllt sind, ist verständlich. Wer einen Blick in die Gewächshäuser wirft, sieht schnell: Hier gibt’s was zu ernten.

In den vergangenen drei Monaten ist bei den Gemüsehelden, einem Projekt von Tauschkost Isselburg, ein grünes Paradies entstanden. Während zu Beginn im Mai lediglich ein paar Salatblätter und Radieschen aus den erdigen Parzellen hervorschauten, ist nun eine vielfältige Fülle an Gemüse dort zu finden.

Sonnenblumen ranken meterhoch empor. Spitzpaprika wächst an den Ästen, Mangold ziert in Reih und Glied die angelegten Parzellen. Auch Wassermelonen und Kürbisse warten nur darauf, reif zu werden, während die Tomaten schon pflückbereit in Rot und Gelb an den Rispen hängen.

„Es ist einfach toll hier“, sagt Klaus Ludwig. Der Bocholter hat eine der 24 Parzellen, die im Rahmen des Projektes Gemüsehelden vergeben wurden, angemietet. Eigentlich hat Ludwig quasi einen Selbstversorger-Garten daheim in Bocholt. „Aber hier ist es einfach so schön gesellig“, erklärt der Pensionär. In der Tat: Gemeinschaft wird bei den Gemüsehelden groß geschrieben. Eigentlich ist jeder für seine eigene Parzelle verantwortlich. So zum Beispiel für das Bewässern.

Es gibt nette Nachbarn

„Aber es kommt auch schon mal vor, dass man ins Gewächshaus kommt und einer der Nachbarn schon die eigene Parzelle mitbewässert hat“, erklärt Michael Dirk Kühnen, einer der Initiatoren des Projektes. Gemeinsam mit Lothar Mende hatte er die Vorarbeit zum Start der Gemüsehelden geleistet.

Dienstags, donnerstags und sonntags können die Gemüsehelden ins Gewächshaus. Dann darf geerntet werden. Aber nicht nur auf dem eigenen Feld. Es gibt auch Gemeinschaftsbeete. Dort wachsen derzeit Tomaten, Karotten, Kürbisse, Bohnen und Kräuter. Dort wird von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft geerntet.

Und so zieht auch André Stempel aus Millingen fleißig am Grün der Karotten, um diese aus dem Boden zu bekommen. Was er sammelt, behält er nur zum Teil für sich. Der Großteil kommt in einen Korb, aus dem sich jeder bedienen kann. Auch der Millingener hat eigentlich einen großen Garten am Haus. „Doch das ist kein Nutzgarten“, so Stempel.


Gemüsehelden holen sich Tipps

Angebaut wird in Anholt. „Zudem kann man sich hier gute Tipps holen“, sagt Stempel. Denn Fachsimpeln gehört zu den Gemüsehelden ebenso dazu wie der Austausch von Rezepten. Und eines ist immer gewiss: In den Gewächshäusern pflügt man nicht allein durchs Feld. „Das gefällt mir auch so gut daran. Hier ist immer jemand da, und man kann sich gemeinsam ums Gemüse kümmern“, erzählt der Millingener.

Mit soviel Lob für das Projekt hat Michael Dirk Kühnen letztlich nicht gerechnet. Der Isselburger freut sich aber, so viele begeisterte Gärtner gefunden zu haben. „Eine Familie ist froh, hier Bio-Gemüse frisch vom Feld zu bekommen“, erklärt der Familienvater. Die Miete für das Beet hätte sich längst amortisiert. Letztlich, so resümiert er, sei das Projekt ein Erfolg. Und der soll auch künftig fortgeführt werden.

Nun erstmal soll aber die Saison bis Ende Oktober zu Ende geführt werden.

>> NEUES DOMIZIL WIRD GESUCHT

Bislang haben die Gemüsehelden in einem Gewächshaus in Anholt ein Domizil gefunden. Im kommenden Jahr wollen die Gemüsehelden gerne an einem anderen Ort in Isselburg oder nahe Isselburg gärtnern. Auch mehrere Standorte sind denkbar.

Wer ein freies Gewächshaus für die Gemüsehelden im Angebot hat, darf sich gerne bei Michael Kühnen unter 0151/40510742 melden.

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