Gesundheitstage

Gesundheit stand jetzt auf dem Lehrplan der Realschule Rees

Die Pädagogen Dorothee Beckmann (li.) und Martina Groeters leiteten im Rahmen der Gesundheitstage an der Realschule Rees in Discofox an. Dass das jede Menge Spaß machen kann, sieht man ihnen an.

Foto: Erwin Pottgiesser

Die Pädagogen Dorothee Beckmann (li.) und Martina Groeters leiteten im Rahmen der Gesundheitstage an der Realschule Rees in Discofox an. Dass das jede Menge Spaß machen kann, sieht man ihnen an. Foto: Erwin Pottgiesser

Rees.   Vier Tage lang beschäftigen sich die Realschüler der achten Klassen mit dem Thema Gesundheit. Warum jetzt eine Schülerin eine Brille benötigt.

Alkoholiker sind erfinderisch, wenn darum geht, ihre Sucht zu befriedigen. „Ich habe Menschen kennengelernt, die haben einen Gartenschlauch mit Wodka befüllt und sich den ganzen Winter über heimlich bedient“, erzählte Markus Beck. „Und ihr glaubt nicht, wie viel Alkohol in einen 100 Meter langen Schlauch reinpasst“, so der Reeser, der vor Jahren schon seine Sucht überwunden hat und bewusst offen mit seiner Suchtkarriere umgeht. „Das hat mich schon betroffen gemacht“, wird Schülerin Celine Bongers (15) später sagen. Vier Tage lang standen für die 120 Schüler der achten Klassen der Realschule Rees Gesundheitstage auf dem Stundenplan.

Jeder kennt einen

„Wer kennt jemanden in der Familie oder im Bekanntenkreis, der Probleme mit Alkohol hat?“, fragte Beck. Eine Reihe von Fingern schnellte hoch. „Das wundert mich nicht“, so Beck. In aller Regel kennt ein Drittel der Bevölkerung einen oder mehrere Menschen mit Suchtproblemen. „Abhängig zu werden, das kann jedem passieren! Ihr seid für euch selbst verantwortlich“, appellierte Beck abschließend an die Jugendlichen.

Noch ganz unter dem Eindruck der Anleitung zum Discofox standen die Teilnehmer des Reanimationskurses, für den die Schule Intensivkrankenschwester Beate Diel als Dozentin hatte gewinnen können. Sie zeigte sich erstaunt über das Wissen einiger Realschüler in Hinblick auf Wiederbelebungsmaßnahmen. „Die meisten Menschen haben Angst, anderen zu helfen, weil sie fürchten, ihnen wehzutun“, wusste sie. Erste Scheu wurde abgebaut, indem sich alle gegenseitig am Hals den Puls maßen. „Warum nicht am Handgelenk?“, fragt sie nach. Am seitlichen vorderen Hals sei es besser, weil im Ernstfall das Gehirn als Schaltzentrale des Körpers immer vorrangig versorgt werde, wusste ein Schüler. Später wurde an einer Reanimationspuppe geübt.

Gefühl für Körper und Rhythmus

„Bin immer noch der Junge aus der alten Geschichte“, tönte aus dem Lautsprecher in der Schulaula, zu dem andere Schüler erste Discofox-Tanzschritte unter Leitung von Sportlehrerin Dorothee Beckmann einstudierten. „Es geht darum, eine Gefühl für Körper und Rhythmus zu entwickeln“, sagte sie. Zudem würden beim Tanz Muskeln trainiert, die Schüler sonst vernachlässigten. „Die Arme lassen sie gewöhnlich hängen“, erklärte sie. Jetzt aber gelte es, sie über längere Zeit hoch zu halten. Neben der Bewegung gehe es aber auch um Freude und soziale Kontakte, auch zwischen Mädchen und Jungen.

Weiterer Baustein der Gesundheitstage war das Zubereiten eines gesunden Frühstücks, das Ausprobieren mehrerer Sportarten im Sportcenter Kullmann und ein Besuch bei Optiker Belting. „Hör- und Sehtests würden dort erklärt“, so Heike Schut, 2. Konrektorin, der die Organisation der Gesundheitstage oblag. Übrigens: Bei einer Schülerin wurde bei den Gesundheitstagen eine bislang unbekannte Sehschwäche festgestellt.

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