Hallo Europa

Grenzüberschreitendes Projekt in Emmerich gestartet

Die Band Crazy Infection aus Emmerich spielte im Stadttheater vor deutschen und niederländischen Schüler zum „Kick off: Hallo Europa“.

Die Band Crazy Infection aus Emmerich spielte im Stadttheater vor deutschen und niederländischen Schüler zum „Kick off: Hallo Europa“.

Foto: Konrad Flintrop / FUNKE Foto Services

Emmerich.  Im Emmericher Stadttheater startete das grenzüberschreitende Projekt „Hallo Europa: Friede, Freiheit und Nachhaltigkeit“.

Klangvoll startete „Hallo Europa: Friede, Freiheit und Nachhaltigkeit“ im Stadttheater. Die Schülerband „Crazy Infection“ eröffnete die Auftaktveranstaltung des grenzüberschreitenden Projektes mit Rockversionen moderner Popmusik. 100 Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren nahmen teil.

Sie kommen von dem Almende College Wesenthorst in Ulft, dem Rietveld Lyceum in Doetinchem und von Gesamtschule und Gymnasium in Emmerich. Tako Rietveld, der erste Kinderkorrespondent weltweit, moderierte das Event in niederländischer Sprache. Gekonnt übersetzt wurden seine Worte von Schülerin Lena vom städtischen Willibrord-Gymnasium. „Das ist ein tolles Projekt“, fand Rietveld gleich zu Beginn lobende Worte. „Es geht um Freundschaft und darum, Dinge gemeinsam zu machen.“

Der Moderator führte dann mit Johanna und Diane vom Willibrord-Gymnasium ein kleines Interview. Beide Schülerinnen sagten, sie erhofften sich von dem Projekt, gemeinsam viel Spaß zu haben und viel Neues zu lernen. Apropos Gemeinsamkeit: Hier fragte der Moderator bei Bürgermeister Peter Hinze nach, wie man auf deutscher Seite Bürgermeister wird.

Wie wird man Bürgermeister? Peter Hinze schilderte Wahlverfahren

Das von Hinze geschilderte Wahlverfahren durch die Bürger kam bei den Jugendlichen deutlich besser an. In der anschließenden Abstimmung votierte nur einer für das kompliziertere niederländische Modell, bei dem der Bürgermeister vom Kommissar des Königs, z.B. in Gelderland, vorgeschlagen und vom Monarchen ernannt wird. Fragen an den Bürgermeister zu stellen, der zuvor die „gute Idee“ dieses grenzüberschreitendes Projektes gelobt hatte, traute sich trotz mehrmaliger Nachfragen Rietvelds keiner.

Und der war verwundert: „Wollt ihr denn nicht wissen, was der verdient?“„Es ist wichtig, mit dem Nachbarn Deutschland zu interagieren. Wichtig für den Arbeitsmarkt und die Ökologie“, sagte Henrice Wittenhorst, Direktorin der Provinz Gelderland mit Sitz in Arnheim, die der Hauptauftraggeber für vielfältige Aktionen ist. Ferner finanzieren Interreg, die Gemeinden Oude Ijsselstreek, Montferland, Doetinchem und die Stadt Emmerich das Projekt.

Zusammen haben die Städte in der Grenzregion einfach mehr Einfluss

Wittenhorst: „Wir liegen nur 20 Kilometer auseinander, und das ist manchmal doch so weit.“ Zusammen hätten die Städte in der Grenzregion einfach mehr Einfluss. Diesen Zusammenhalt sollen die Schüler erfahren. „Wichtig ist, dass die Schüler darüber reden, wie man es zusammen gut haben kann“, ergänzte Suheyla Tunc, Mitarbeiterin bei der Provinz Gelderland.

Mehrere Veranstaltungen hat die mit der Ausführung beauftragte Christa van Dee geplant. Basis für alle Aktionen sind die Bausteine des Friedens, die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die helfen sollen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Themen können unter anderem sein: kein Hunger, genug Energie oder Frieden.

Im Oktober geht’s zur Müllverbrennungsanlage in Oberhausen

Am 2. Oktober geht es zur Müllverbrennungsanlage nach Oberhausen. Ferner wird die Ausstellung „Der Berg ruft“ im Gasometer besucht. Im Kino in ‘s-Heerenberg sehen sich die Schülerinnen und Schüler den Film „Der Ballon“, eine Flucht von Ost- nach Westberlin an. Neben weiteren Austausch-Treffen sind auch eine Fahrt zum Kröller-Müller Museum bei Arnheim und der Besuch eines Bio-Bauern geplant.

Ihren Abschluss findet die Veranstaltungsreihe im März nächsten Jahres, wenn die Teilnehmer jeweils paarweise an einem Kunstwerk arbeiten, das später im öffentlichen Raum ausgestellt wird.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben