Gewaltsame Ausschreitung

Großeinsatz der Polizei in der Flüchtlingsunterkunft Haldern

Am Tag nach den Ausschreitungen war wieder alles ruhig in der Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge Rees II.

Am Tag nach den Ausschreitungen war wieder alles ruhig in der Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge Rees II.

Foto: Konrad Flintrop

Haldern.   Bei ihrer Ankunft in Haldern weigerten sich neun Flüchtlinge in der Unterkunft zu bleiben. Alkoholisiert wurden sie am nächsten Tag gewalttätig.

Am Wochenende schlugen die Wellen hoch in den sozialen Netzwerken, denn der Bevölkerung in Rees-Haldern war nicht verborgen geblieben, dass sowohl am Freitagabend als auch am Samstag gegen Mittag jeweils zehn bis 15 Polizeifahrzeuge durch den Ort rasten – in Richtung ehemaliges Bundeswehrdepot, jetzt Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge, ZUE Rees II.

Was war geschehen? Am vergangenen Donnerstag warteten die Mitarbeiter der ZUE im ehemaligen Depot Haldern vergeblich auf die angekündigten Flüchtlinge. Erst am Freitag nach 20 Uhr fuhr der Bus mit 18 neuen Zuwanderen im Depot vor. Ihnen schien die Ankunft in der Abgeschiedenheit wenig zu gefallen. Um 20.50 Uhr ging bei der Polizei der Notruf ein. Neun der Flüchtlinge weigerten sich, aus dem Bus auszusteigen.

Sorge nicht auffindbar zu sein

Im Vorfeld hatte man ihnen signalisiert, dass sie in Rheinberg unterkommen sollten. Als sie in Haldern auf das Betriebsgelände fuhren und hier zwischen den Gebäuden auch keinen Handyempfang hatten, wurden sie renitent. Wohl auch vor dem Hintergrund und der Sorge, dass sie bei laufenden Asylverfahren nicht auffindbar seien und wichtige Post sie nicht erreichen könne, zudem der Kontakt zur Familie fehle.

Dank einfühlsamer Gesprächsführung der Polizeibeamten gelang es am Freitagabend, die neun Personen zunächst einmal so zu beruhigen, dass sie bereit waren, in der Halderner Unterkunft erst einmal die Nacht zu verbringen. Danach wolle man weiter sehen.

Mit Eisenstangen bewaffnet

Am Samstagvormittag machten sich die Zuwanderer dann zum Einkaufen auf den Weg nach Haldern, wo sie sich, so die Polizei, mit Alkohol eindeckten. Auf dem Fußmarsch hatten sie sich mit Eisenstangen bewaffnet und bei ihrer Rückkehr das Sicherheitspersonal massiv bedroht. Die Security verschanzte sich in ihrem Wachraum, um dort einzudringen schlugen die Randalierer von außen mit Eisenstangen auf die Scheiben ein, das Sicherheitsglas hielt aber dem Angriff stand. Danach nahmen sie sich den Waschcontainer vor, zerschlugen hier wiederum Scheiben und beschädigten Mobiliar, bevor sie weitere Scheiben im Erdgeschoss eines Wohnblocks, der allerdings nicht bewohnt ist, zerschlugen. Insgesamt mehr als 30 Scheiben gingen zu Bruch.

Bundespolizisten schwer verletzt

Die Bediensteten verständigten die Kreis Klever Polizei, die sich Unterstützung von der Bundespolizei und aus dem Kreis Wesel holte. Ihnen gelang es die acht Personen zu überwältigen. Dabei allerdings leistete ein Festgenommener derart gewalttätigen Widerstand, dass er einen Beamter der Bundespolizei schwer verletzte. Die Gefangenen wurden nach Kleve gebracht. .Ein Strafverfahren wegen Schweren Landfriedenbruchs, Widerstandes, Bedrohung, Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde eingeleitet. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen dauern derzeit noch an. Nach der Identitätsfeststellung wurden die Männer, zwischen 21 und 28 Jahre alt, wieder entlassen. Sicher ist, dass sie nicht ins Depot zurückkehren.

Befürchtet wird jetzt, dass sich in den sozialen Netzwerken vermehrt Hass verbreitet, zumal die Freilassung des Hauptschlägers auf wenig Verständnis stößt.

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