Schulpolitik

Gutachter warnt vor Gründung neuer Realschule in Emmerich

Die Bürgerinitiative liebäugelt mit dem sogenannten Ikea-Bau für eine neue Realschule.

Foto: Diana Roos

Die Bürgerinitiative liebäugelt mit dem sogenannten Ikea-Bau für eine neue Realschule. Foto: Diana Roos

Emmerich.   Emmericher Verwaltung liefert Argumente, warum es keine neue zweizügige Realschule geben sollte. CDU und BGE wollen nichts übers Knie brechen.

Der Schulausschuss befasst sich am Donnerstag, 12. Oktober, 18 Uhr, in der Mensa der Gesamtschule u.a. mit dem Antrag der Bürgerinitiative (BI) Freunde der Realschule, eine Umfrage zum Bedarf einer neuen zweizügigen Realschule zu initiieren. Die Verwaltung empfiehlt den Antrag abzulehnen.

Die Stadtverwaltung sieht das Gleichgewicht der Emmericher Schullandschaft in Gefahr, würde eine Realschule neu gegründet. Dabei stützt sie sich auch auf eine Machbarkeitsstudie der Firma Komplan. Diese prognostiziert, dass die Gesamtschule und/oder die Realschule in Zukunft in manchen Jahrgängen nicht die gesetzlich erforderliche Mindestschülerzahl erreichen würde.

SPD will nicht einknicken

Die CDU möchte sich mit der Ausschussvorlage noch näher befassen und sieht bei den gelieferten Zahlen Interpretationsspielraum. „Wir reden im ersten Schritt ja nur über die Befragung der Eltern. Mehr nicht. Wahrscheinlich werden wird den Punkt in die Schulplanungskommission verweisen. Wir müssen nichts übers Knie brechen“, sagt Fraktionschef Matthias Reintjes.

Ähnlich sieht es die BGE. Sie hat im Moment noch Beratungsbedarf: „Wir müssen das in der Fraktionssitzung am Montag besprechen. Die Tendenz geht dahin, die Schulplanungskommission das in Ruhe besprechen zu lassen. Uns drängt ja nichts“, sagt auch Joachim Sigmund, Fraktionschef.

Die SPD möchte bei der bestehenden Schulplanung bleiben: „Wir knicken nicht ein“, betont Fraktionschefin Andrea Schaffeld. Sie sieht Probleme im Raumbedarf, besonders bezüglich der Differenzierung. Eine Inklusion könne sie sich unter den vorgeschlagenen Rahmenbedingungen gar nicht vorstellen.

Ikea-Bau würde gar nicht reichen

In der Ausschussvorlage greift die Verwaltung die Argumente der BI auf und zerpflückt einige davon geradezu. Vor allem würden Differenzierungsangebote in den weiterführenden Schulen eingeschränkt. Die Raumplanung für die Gesamtschule, die derzeit umgebaut wird, wäre hinfällig. Eine neue Realschule könnte nicht, wie die BI vorschlägt, einfach in den sogenannten Ikea-Bau am Grollschen Weg ziehen. Das würde nicht passen.

Das Problem, dass Kinder an Schulen angemeldet werden, für die sie keine Empfehlung haben, sei nicht neu und würde durch eine neue Realschule auch nicht behoben. Es würden keine neuen Schulabschlüsse geschaffen.

>> WEITERE THEMEN IM SCHULAUSSCHUSS

Auf der Tagesordnung des Schulausschusses steht zudem die Information über das „Klever Schulmodell“, Informationen über den Stand Umbau Leegmeerschule, der CDU-Antrag auf regelmäßige Projektstatusberichte zum Umbau der Gesamtschule sowie die Prognosen, wie viele Eingangsklassen an den Grundschulen ab 2018 gebildet werden können.

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