Neuer Service

Halderner Wäscherei wartet nun mit einem neuen Service auf

Die Wäscherei Syberg in Haldern bietet ihren Kunden einen neuen Service an. Eine Änderungsschneiderei wurde in den Räumlichkeiten auf der Lindenstraße eingerichtet. Dort ist Flüchtling Omran Almustafa (Mitte), hier mit seinen Chefs Claudia und Werner Syberg.

Die Wäscherei Syberg in Haldern bietet ihren Kunden einen neuen Service an. Eine Änderungsschneiderei wurde in den Räumlichkeiten auf der Lindenstraße eingerichtet. Dort ist Flüchtling Omran Almustafa (Mitte), hier mit seinen Chefs Claudia und Werner Syberg.

Foto: Christian Creon

Haldern.   Omran Almustafa arbeitet in der Halderner Wäscherei Syberg. Weil der Syrer Schneider gelernt hat, gibt’s dort nun auch eine Änderungsschneiderei.

Eine Woche nur hatte Omran Almustafa Urlaub genommen. „Aber seine Auszeit haben wir deutlich gespürt“, sagt sein Chef Werner Syberg anerkennend. Seit Januar 2018 gehört der Syrer zum Team der Wäscherei Syberg in Haldern. Seit Anfang dieses Jahres bietet das mittelständische Unternehmen zudem einen neuen Service an: Nun gibt’s unter dem Dach der Wäscherei an der Lindenstraße 9 auch eine Änderungsschneiderei.

Und die gäbe es nicht ohne Omran Almustafa. Denn der 33-Jährige ist, wie es in seiner früheren Heimat heißt, Schneider und Designer, kann also weit mehr als nur nähen, abändern und Stoffe zuschneiden.

„Er kann fast mehr als ich“, schmunzelt der Chef

Schon 2017 hatte das Job-Center aus Rees bei Claudia und Werner Syberg nachgefragt, ob Almustafa in ihrem Betrieb ein vierwöchiges Praktikum machen könne. Kann er, hieß es. Am 1. Juli stand der Syrer auf der Matte. Und wusste zu überzeugen.

„Er hat gutes Gefühl für Stoffe, wusste sofort, welche Stoffe bei welcher Temperatur gewaschen werden dürfen, welche zusammen in die Maschine dürfen und welche nicht“, entging Claudia Syberg nicht. Auch sein Interesse für die Technik fiel sofort auf. „Und sein Fleiß“, lobt Werner Syberg. „Er kann fast mehr als ich“, fügt der 57-Jährige schmunzelnd hinzu.

Seit Januar 2018 gehört Omran Almustafa zum etwa 15-köpfigen-Team. Ein Jahr lang hat das Unternehmen für ihn einen Lohnzuschuss seitens des Arbeitsamtes bekommen, inzwischen arbeitet Omran Almustafa festangestellt, aber halbtags. „Mehr ist derzeit nicht drin, im Winter haben wir nicht genug Arbeit“, erklärt Syberg.

Im Winter wird weniger Bettwäsche angeliefert

Hotels, seine Hauptkundschaft, seien in den Wintermonaten nicht ausgebucht. Folglich wird weniger Bett- und Tischwäsche angeliefert. „Wenn sich das wieder ändert, werden wir sicherlich seine Stunden aufstocken“, verspricht der Chef.

Schon jetzt hat man mit der Einrichtung der Änderungsschneiderei versucht, Omran Almustafa entgegenzukommen. „Das ist eine Möglichkeit, seine Stundenzahl aufzustocken“, erklärt Werner Syberg. Denn schon seit seiner Arbeitsaufnahme hat Omran Almustafa auch die angelieferte Wäsche repariert, z.B. ausgerissene Taschen und abgerissene Knöpfe wieder angenäht. Für beide Parteien eine Win-Win-Situation.

Die Kunden bekommen seit Wochen kleine Flyer in die frisch gewaschene und geplättete Wäsche gesteckt, die auf den neuen Service hinweisen. Außerdem macht im Schaufenster ein Aushang auf den neuen Service aufmerksam.

Drei Industrie-Nähmaschinen angeschafft

Aber auch der Schneider selbst ist nicht zu übersehen, stehen doch die drei Industrienähmaschinen, die die Sybergs eigens für den neuen Service angeschafft haben und an denen Almustafa arbeitet, direkt am Fenster zur Lindenstraße hin. Was noch fehlt, ist eine kleine Umkleidekabine, der große Spiegel muss noch aufgehängt werden.

Kriegsflüchtling Almustafa will in Deutschland bleiben, sich hier eine Existenz aufbauen. „Haldern gefällt mir“, sagt er. Er habe einen sehr netten Chef. „Was willst du jetzt auch anderes sagen?“, unkt Chef Syberg beim Pressebesuch. „Auch die Halderner sind freundlich, die Umgebung schön ruhig“, findet der dreifache Familienvater.

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