Tontechniker

Harry van Dreuten ist Tontechniker beim Rock im Saal Haldern

Der Tontechniker Harry van Dreuten an seinem Mischpult, an dem er den Ton bei Live-Auftritten mischt. Beim 24. Rock im Saal am Samstag, 13. Januar, präsentiert von der NRZ, ist der 50-Jährige auch im Einsatz.

Foto: Thorsten Lindekamp

Der Tontechniker Harry van Dreuten an seinem Mischpult, an dem er den Ton bei Live-Auftritten mischt. Beim 24. Rock im Saal am Samstag, 13. Januar, präsentiert von der NRZ, ist der 50-Jährige auch im Einsatz. Foto: Thorsten Lindekamp

Haldern/Till-Moyland.   Der Tontechniker sorgt seit Jahren für den guten Ton bei Live-Konzerten. Der 50-Jährige ist auch beim 24. Rock im Saal wieder im Einsatz.

Wer in der Region gerne Live-Konzerte besucht, wird sein Gesicht kennen. Harry van Dreuten steht konzentriert hinter dem Mischpult und sorgt für den richtigen Sound. Auch beim 24. Rock im Saal am Samstag, 13. Januar, präsentiert von der NRZ, ist der 50-jährige Bedburg-Hauer seit knapp einem Jahrzehnt immer dabei. Eine besondere Herausforderung, denn der Saal Tepferdt ist nicht ideal für Konzerte.

25 Jahre Moylandstudio

Im kommenden Jahr feiert van Dreuten, der früher als Harry Flader bekannt wurde, 25-jähriges Jubiläum mit seinem Moylandstudio. Einst fing er auf der Bühne an. „Als 18-Jähriger habe ich in verschiedenen Bands im Klever Raum gespielt“, erinnert sich van Dreuten. Er studierte dann Musik: Kontrabass, E-Bass, Jazz und Popmusik. Schon in jungen Jahren bewegte ihn die Frage: Warum klingt das jetzt so, wie es klingt? „Aus der Begeisterung für den Klang habe ich angefangen Boxen selbst zu bauen“, schildert van Dreuten. Noch während des Studiums machte er sich mit dem Moylandstudio selbstständig, beschallte erste Events wie die VHS-Sommernacht. „Ich habe mir alles autodidaktisch beigebracht“, verrät van Dreuten.

Sein Ansatz geht von der Musik aus: „Mir ist egal, wer da auf der Bühne steht. Es geht um den Song in dem Augenblick.“ An seinen unzähligen Knöpfen und Reglern kann er die Grundstimmung des Liedes unterstreichen. 64 Kanäle hat sein digitales Mischpult. Er hört sich vorher auch immer Musik der Bands an. „Der Mix ist ein Bild, dass Du malst“, vergleicht es van Dreuten. Wo platziert er den Gesang? Mittendrin oder ganz vorne? „Gute Musiker können sich in einer Band einordnen.“ Prinzipiell spricht der Tonmann auch immer mit den Bands, wenn diese am Konzertort ankommen, denn man biete gemeinsam eine Dienstleistung an. „Nach fünf Minuten weiß ich, ob die Chemie stimmt, ob der Abend gut wird“, weiß er aus Erfahrung.

Harry van Dreuten darf als Purist gesehen werden. Während andere Kollegen gern das Rund-um-Programm bieten, konzentriert er sich nur auf den Ton: „Das ist meine Welt.“ Bei Bedarf stehen dem Moylandstudio Kollegen zur Verfügung, die etwa die Beleuchtung übernehmen.

Seit 2000 beim Haldern Pop Festival

In der Region hat sich van Dreuten über seine Herangehensweise einen guten Namen erarbeitet. Das Rock over Kiebitzsee hat er damals mit Herbert Gudde begleitet, etwa seit 2000 ist er beim Haldern Pop Festival im Einsatz – bevorzugt im Spiegelzelt. Auch die Klangfabrik Kleve bucht den in Kalkar wohnenden van Dreuten gern.

Und wo liegt nun das Problem beim Saal Tepferdt? Es ist die Kuppel. „Sie bewirkt einen konischen Effekt. Wie ein Trichter. Der Saal vernichtet den Bass geradezu.“ Deshalb ist van Dreuten besonders gefordert. Eine Charakteristik des Rock im Saal hat er erst lernen müssen: „Patrick Watson hat beim Konzert mal gesagt: ‘Ihr seid entweder für mich oder gegen mich’. Es wird halt viel gequatscht. Es kommen 50 Prozent Musikliebhaber und 50 Prozent Leute, die sich darauf freuen Menschen zu treffen.“

Triggerfinger sind in Erinnerung geblieben

Und natürlich ist der Name Programm: Es muss rocken. Triggerfinger sind van Dreuten in Erinnerung geblieben, dessen Sänger Ruben Blok eine enorme Ausstrahlung habe. Die damals noch unerfahrenen Kraftklub mussten soundmäßig erstmal eingenordet werden. Großen Spaß habe ihm der Auftritt von Emanuel & The Fear gemacht, die mit Streicherin rockten. Vor allem die familiäre Zusammenarbeit mit dem Rock im Saal-Team weiß der Tonmann zu schätzen.

Übrigens: Sollte irgendwer den Eindruck haben, Harry van Dreuten sei etwas arrogant, weil er auf den Smalltalk während des Konzertes kaum eingeht, es liegt am Job: „Ich muss mich voll konzentrieren und höllisch aufpassen.“ Am Mischpult gilt: „No sex, no drugs, just Rock’n’Roll.“ O-Ton Harry van Dreuten.

>> HIER GIBT ES KARTEN

Karten für Rock im Saal am 13. Januar, 19 Uhr, (Einlass 18.30 Uhr) kosten 22 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr. Zu haben sind die Karten in Haldern bei Blumen Rüger und im Pop Shop. In Rees beim Bürgerservice. In Bocholt: Reisebüro Drachter. Zudem online: www.stadt-rees.de. Wer spielt? Idles, Hope und White Wine. Im Anschluss an die Konzerte steigt die Sause.

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