Spedition

Hövelmann Logistik aus Rees steht auf längere Trucks

Im Hintergrund der Gigaliner der Firma Hövelmann Logistik zum Vergleich zu dem neuen Auflieger in Miniatur vorne.

Foto: Foto: Diana Roos

Im Hintergrund der Gigaliner der Firma Hövelmann Logistik zum Vergleich zu dem neuen Auflieger in Miniatur vorne. Foto: Foto: Diana Roos

Millingen.   Hövelmann Logistik hat neue Auflieger geordert, um pro Fahrt statt 33 nun 37 Euro-Paletten befördern zu können. Warum man dafür lange kämpfte.

Angeliefert werden sie ab der 13. Kalenderwoche. Dann erhält die Millinger Spedition Hövelmann Logistik, kurz die „Blauen“ genannt, 15 neue Auflieger. Eigentlich nichts besonderes für eine Firma, für die derzeit 265 Lastwagen unterwegs sind. „Unsere neuen Trailer sind aber 1,30 Meter länger als die bisherigen“, sagt Geschäftsführer Bernd Hövelmann. Das mache das Speditions-Geschäft künftig deutlich flexibler.

Endlich, könnte man sagen. Denn die Hövelmänner aus Millingen versuchen schon seit zehn Jahren, grünes Licht für die verlängerten Versionen ihrer Auflieger zu erhalten. „Dass Problem war, und ein wenig ist es auch heute noch so, dass nicht alle Bundesländer einheitliche Regelungen für die längeren Gespanne haben“, meint Dirk Hövelmann, ebenso wie Schwester Ruth auch Geschäftsführer des Familien-Unternehmens.

Vater Hövelmann sprach den Verkehrsminister in Sachsen-Anhalt direkt an

Dieses Ärgernis gab’s auch in Sachsen-Anhalt, wo die Hövelmann-Gruppe eine Niederlassung in der Nähe von Magdeburg unterhält. „Da ist unser Vater kurzerhand zum dortigen Verkehrsminister gegangen und hat ihm erklärt, worum es eigentlich geht“, schmunzelt Sohn Bernd über seinen resoluten Dad. Der den Minister dann auch überzeugt haben muss. Hövelmann: „Kurz darauf durfte man in Sachsen-Anhalt mit den verlängerten Aufliegern fahren.“

Die übrigens ebenso wie die viel längeren Giga-Liner nicht mehr als die heute schon erlaubten 40 Tonnen Gesamtgewicht befördern dürfen – zumindest in Deutschland. „Für uns, die wir überwiegend leichte Fracht wie Lebensmittel transportieren, geht es um mehr Volumen“, erklärt Dirk Hövelmann. Heißt: Pro Tour können durch den verlängerten Auflieger statt 33 dann 37 volle Euro-Paletten zum Kunden mit- und leere wieder zurückgenommen werden.

Weniger Treibstoff wird verbraucht

Die Investition in die neue, längere Auflieger-Generation werde sich natürlich absehbar bezahlt machen, für das Unternehmen aber ebenso wie für die Umwelt, betonen die Unternehmer. Weil logischerweise trotz erhöhter Ladung weniger Treibstoff gebraucht werde, heißt es. Für die verlängerten Auflieger muss Hövelmann 4000 Euro netto mehr bezahlen als für die bisherigen Auflieger.

Für die Infrastruktur, sprich Straßen und Brücken, entstünden jedenfalls keine Nachteile, wenn die längeren Trucks unterwegs sind. Wobei entgegen der Giga-Liner, die als Gespann maximal 25 Meter messen, die neuen Auflieger von Hövelmann – ohne Zug-Fahrzeug – nur von 13,60 Meter auf 14,90 Meter wachsen.

„Leider gibt es im Saarland noch keine Erlaubnis für die um 1,30 Meter längeren Auflieger und in Baden-Württemberg sind noch nicht alle Strecken frei gegeben worden“, sagt Bernd Hövelmann. Er hoffe, dass sich das bald ändere. Denn schon heute dürfen ja Auflieger, an denen am Heck Gabelstapler hängen, exakt die gleiche Länge haben wie die jetzt mühsam genehmigten 14,90 Meter-Versionen. Das sei schon paradox.

Die Sicherheit geht vor

Bis alle Auflieger, die für Hövelmann-Logistik in Deutschland und Benelux unterwegs sind, umgerüstet werden, wird es noch dauern. Zurzeit tauscht der Betrieb wieder einmal 30 Zugmaschinen von MAN, Scania und IVECO, die bis zu 1,5 Millionen Kilometer auf dem Tacho haben, zum Stückpreis von je 85 000 Euro netto aus.

Was zur Folge habe, dass gut 80 Prozent aller Fahrzeuge etwa mit Spurhalte- und Notbremsassistenten ausgestattet sind. „Sicherheit geht über alles“, lautet die Devise der erfolgreichen Spedition. Die übrigens in nächster Zeit am Standort Millingen für gut 1,8 Millionen Euro eine weitere, 4500 Quadratmeter große Lagerhalle bauen will.

>>700 MITARBEITER, DAVON 260 IN MILLINGEN

Im letzten Jahr hat die Unternehmens-Gruppe Hövelmann Logistik einen Umsatz von 60 Millionen Euro gemacht – und wächst stetig weiter. Beschäftigt werden 700 Mitarbeiter, davon etwa 260 am Standort Millingen.

Rund 350 Mitarbeiter sind Fahrer. Die Firma erlaubt sich einen eigenen Fahrer-Trainer. Der betreut auch die 18 in Ausbildung befindlichen Lastkraftfahrer. Der Trainer testet Fahrer, bevor sie eingestellt werden, und bildet sie weiter aus. Die Fahrer kommen aus Deutschland, der Türkei, Russland, Serbien, Polen. Eine wichtige Voraussetzung: Sie müssen Deutsch sprechen.

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