Verkehr/Politik

Hüthum in Brüssel ein Gesicht geben

Karl-Heinz Florenz (li.) informierte sich in Hüthum über die Betuwe-Pläne.

Foto: WAZ FotoPool

Karl-Heinz Florenz (li.) informierte sich in Hüthum über die Betuwe-Pläne. Foto: WAZ FotoPool

Hüthum.   Betuwe: CDU-Europaabgeordneter Karl-Heinz Florenz will für eine Hüthumer Delegation Termine bei der Generaldirektion und beim höchsten Bahnrepräsentanten bei der EU einstilen. Da könnte u. a. über Fördergelder gesprochen werden. Landwirt Alexander Bossmann beklagt Fehler im Variantenvergleich.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eines machte Karl-Heinz Florenz sofort klar: Die EU nimmt keinen Einfluss auf die Gestaltung des Betuwe-Ausbaus. Nicht in Hüthum. Nicht sonst wo. Doch der CDU-Europaabgeordnete kann vielleicht doch etwas für die Hüthumer tun ...

Bei seinem ersten Termin nach der Europawahl besuchte Florenz Hüthum. An der Einfahrt zum Ingenhof an der Felix-Lensing-Straße empfingen den niederrheinischen Europapolitiker Hausherr Alexander Bossmann, Vertreter des Heimatvereins Hüthum-Borghees wie Gregor Reintjes, örtliche CDU-Politiker wie Kurt Reintjes (Rat) oder Ulrike Ulrich (Kreistag), Jochen Kemkes, Leiter des städtischen Fachbereichs Stadtentwicklung, und weitere engagierte Bürger.

Kosten falsch berechnet

Florenz wollte sich vor Ort ein Bild machen. Bossmann erklärte ihm, wie die Bahn gedenkt, die Bahnübergänge zu beseitigen und welche Alternativlösungen Heimatverein und Co. ins Spiel gebracht haben (wir berichteten). Die Hüthumer sorgen sich um die Zerschneidung ihres Dorfes, um Verkehrsflüsse. Bossmann könnte seine Felder unter Umständen nur mit unangenehmen Umwegen erreichen. Wird es eine Lkw-taugliche Unterführung an der Felix-Lensing-Straße geben oder wird der Ort hier zerschnitten? Wird’s eine neue Straße ab Höhe Iltisweg die B 8 mit dem Hüthumer Norden verbinden? Wird diese Straße bahnnah oder -fern gebaut? Welche Version es am Ende sein wird, wird vor allem eine Kostenfrage sein.

Deshalb die Hoffnung der Delegation, die Ulrike Ulrich zusammenfasste: „Gibt es noch EU-Töpfe, die man anzapfen könnte?“ Stichworte: Nachhaltigkeit, dörfliche Strukturen?

Florenz deutete an, dass es mit den Geldern nicht so einfach sei. Denn dafür müssten alle Beteiligten (also auch Bahn, Land, Stadt und Bund) mit einer Sprache sprechen. Aber Florenz hat eine Idee, wie man den EU-Geldern näher kommen könnte: „Wir können drei, vier Leute aus Hüthum zur Generaldirektion nach Brüssel holen. So kann Hüthum in Brüssel ein Gesicht bekommen. Alles andere ist heiße Luft. Ich will nicht unnötig Hoffnungen wecken. Und wenn sie schon mal da sind, kann ich auch noch einen Termin mit dem obersten Repräsentanten der Deutschen Bahn in Brüssel organisieren“, bot Florenz an.

Das wäre ja schon mal etwas. Denn die Hüthumer müssen gerade viele gute Argumente sammeln. Der inzwischen fertig gestellte Variantenvergleich stecke voller Fehler (siehe Box), so Alexander Bossmann. Wie berichtet, wäre der Landwirt bereit, Flächen zu schenken, wenn die Lösung im Sinne seines Betriebes ausfällt. Der Wert der Schenkung liegt zwischen 1,3 und 2,2 Millionen Euro. Dies entspreche aber nicht der Höhe der zu erwartenden Entschädigungen, sollten die Bahn nicht im Sinne Bossmanns planen. Nämlich zwischen 1,7 und 2,6 Mio. Euro. Deshalb seien die Gesamtkosten der einzelnen Varianten teils falsch berechnet.

In einem Brief an Bürgermeister Johannes Diks beschwert sich Alexander Bossmann über viele weitere Fehler im Variantenvergleich. Als „beschämend“ bezeichnet der Landwirt die mangelnde Sorgfalt im Gutachten. Es gehe von falschen Grundwasser-Höchstständen und von falschen Gelände-Höhen aus.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik