Schauspiel

In Rees wurde ein Sommernachtstraum wahr

Dramatisch entwickelte sich die Handlung der Komödie, als die bezaubernde Helena (Stefanie Lauth) ihre leidenschaftliche Liebe zu Demeter (Helmut Arndt) offenbarte.

Foto: Thorsten Lindekamp

Dramatisch entwickelte sich die Handlung der Komödie, als die bezaubernde Helena (Stefanie Lauth) ihre leidenschaftliche Liebe zu Demeter (Helmut Arndt) offenbarte. Foto: Thorsten Lindekamp

Rees.   Die Theatergruppe „Augenblick Mal“ der Lebenshilfe verzaubert das Publikum mit einer emotionalen Aufführung, für die es anhaltenden Beifall gab.

Den wohl schwierigsten Part in der Liebeskomödie „Ein Sommernachtstraum“ hatte am Sonntagmittag im Bürgerhaus Rees der schrullige, weltberühmte Schriftsteller William Shakespeare (Viktor Klein Wiele) übernommen. Sein verwirrendes Drehbuch musste er ständig korrigieren. Nur mit tatkräftiger Unterstützung seines schusseligen Helfers Puck (Tim Schneider), mit Mixturen eines Zaubertrankes und komplizierten, undefinierbaren Zaubersprüchen, erfüllten sich zum Schluss des Schauspiels die Sommernachtsträume der Liebenden.

Der große Dichter Shakespeare, der 1564 geboren wurde und bereits 1616 verstarb (sein Zitat: „So ist das Leben“), hatte sich vorgenommen, eine einfache Geschichte über die Liebe zu schreiben. In der märchenhaften Bühnenkulisse erschienen zunächst die zickige Elfenkönigin Titania (Marie Christin Roes) mit ihrem großmütigen König Oberan (David Müller), die schon sieben Jahre im „Ehekrieg“ lebten. Königin Titania verletzte ständig mit humorvollen, markigen Sprüchen ihren Ehemann.

Charmeur sorgte für Turbulenzen

Shakespeare nahm sich vor, eine neue, einfache Geschichte mit der schönen, bezauberten Hermia (Davina Möllenbeck) und dem lockeren Lysander (Peter Verweyen) zu schreiben, doch diese Geschichte erschien ihm zu „einfach“.

Also brachte er einen Konkurrenten, den Charmeur Demeter (Helmut Arndt) ins Spiel, der mächtig für Unruhe sorgte. Seine Liebeserklärung erwiderte Hermia nicht und flüchtete mit Lysander in den Wald, wo sie angstvoll eine leidenschaftliche Nacht verbrachten. Dramatisch entwickelte sich die Handlung der Komödie, als die bezaubernde Helena (Stefanie Lauth) schmachtend, ihre leidenschaftliche Liebe zu Demeter offenbarte.

Zufrieden mit seinem Werk, zog sich Shakespeare mit dem Ausspruch: „Das hat doch geklappt, die Liebe ist durcheinander!“, in die Pause zurück, nachdem Demeter überheblich Einladungen zu seiner Hochzeit mit Hermia an die Bewohner des Seniorenheimes St. Marien in Haldern verteilt hatte.

Im nebeligen Elfenwald lösten sich die Verwirrungen

Doch nach so vielen Verwirrungen verlor der Schriftsteller den Überblick über sein Skript. Da halfen nur noch der schlitzohrige Gehilfe Puck, ein Zaubertrank und Zaubersprüche. Nach einer durchtanzten Nacht und einem erholsamen Schlaf im nebeligen Elfenwald lösten sich die Verwirrungen scheinbar wie von selbst.

Viel Szenenapplaus erhielten alle Darsteller für ihre tollen, schauspielerischen Leistungen. Besonders die beiden Hauptdarstellerinnen Hermia und Helena bewegten das begeisterte Publikum mit ihren ausdrucksvollen, leidenschaftlich gespielten Rollen, die Profidarsteller nicht besser hätten spielen können.

Viel Applaus für die Darsteller

Viktor Klein Wiele verkörperte seine tragende Rolle als Shakespeare brillant. Für den nötigen Humor sorgte Puck, der es immer wieder verstand, das Publikum im Bürgerhaus mit kleinen wirkungsvollen Einlagen, die sicherlich nicht immer im Drehbuch standen, zu begeistern.

Nicht minder überraschten der Elfenkönig und besonders die Elfenkönigin die Zuschauer mit derben Sprüchen und dem Versprechen, Frieden zu schließen, aber nur bis zur Hochzeit.

Souverän spielte Helmut Arndt, als Charmeur Demeter in Frack und Zylinder, seine Rolle als Herzensbrecher. Lysander überzeugte durch seine lockere Darstellung als einfacher Jüngling und seine fürsorgliche Art, Hermia seine Liebe zu beweisen.

Für sie alle gab es anhaltenden Applaus.

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Der lang anhaltende Beifall galt auch der Theaterpädagogin Silja Böhling-Buhl, die in einer einjährigen, mühevollen Arbeitsphase einen „Sommernachtstraum“ verwirklicht hat und selbst Regie führte.

Glücklich und zufrieden bedankte sie sich bei den acht Spielern ihrer Theatergruppe „Augenblick Mal“, die mit der Liebeskomödie ihr 10. Bühnenjubiläum feierten und in naher Zukunft an einem Inklusionswettbewerb und einem Amateurwettbewerb in Berlin teilnehmen werden.

Beachtenswert und vom Publikum gewürdigt wurden ebenfalls die Leistungen der Sprecher, Musiker und Sängerinnen Felix Mümke, Marie Schwack und Emma Hermsen, die ehrenamtlich das Projekt begleiteten.

Im Foyer des Bürgerhauses überreichten die „Profis“ Autogrammkarten, die sie stolz signierten. Sie verzichteten auf ihre Gage, freuten sich aber über Geldspenden, die sie für ihre künftigen Wettbewerbe benötigen.

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