Kriminalitätsstatistik

Isselburg: Anzahl der Straftaten ist kreisweit gesunken

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche ist auf einem Tiefststand.

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche ist auf einem Tiefststand.

Foto: Silas Stein / dpa

Isselburg/Kreis Borken.  Die Anzahl der Straftaten ist im Kreis Borken in 2019 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Wohnungseinbrüche auf neuem Tiefststand.

Beide Seiten der Medaille betrachtete Landrat Dr. Kai Zwicker bei der Vorstellung der Kriminalstatistik. Der Behördenleiter der Kreispolizei war zufrieden, dass die Anzahl der Straftaten weiterhin sinkt und die Aufklärungsquote bei über 50 Prozent liegt.

Landrat nennt die Zahlen

„Vergessen dürfen wir dabei aber nicht, dass wir immer noch von mehr als 20.000 Straftaten sprechen und damit auch von sehr vielen Menschen, die Opfer wurden. Opfer von Angriffen auf Leben, Gesundheit, Eigentum und last but not least auch auf die Seele. Psychische Verletzungen sind nicht auf dem Konto spürbar, nach außen oft nicht sichtbar und haben dennoch in vielen Fällen gravierendenegative Auswirkungen auf die Opfer von Straftaten“, erklärte Zwicker.

Rückgang um 6,9 Prozent

Exakt 20.696 Delikte weist die Kriminalitätsstatistik der Kreispolizeibehörde Borken im vergangenen Jahr aus. Das ist ein Rückgang um 1538 Fälle (- 6,9 Prozent) im Vergleich zum Jahr 2018.

Nach den hohen Fallzahlen bis einschließlich 2017 sind die Wohnungseinbrüche zum zweiten Mal zurückgegangen - und zwar erheblich. Schon 2018 war es die geringste Zahl des Jahrzehnts (417 Taten), jetzt wurde mit 366 Taten ein erneuter Tiefststand erreicht.

Polizeiliches Konzept hat gegriffen

„Der nach wie vor erfreulich hohe Anteil der versuchten – also gescheiterten Einbrüche – zeigt, dass die Menschen ihre eigenen vier Wände besser schützen“, meint der Landrat. „Der Anteil der polizeilichen Arbeit an dem Erfolg kann nicht statistisch bemessen werden – ich bin mir aber sicher, dass unser Konzept gegriffen hat. Dieses sah unter anderem engmaschige Streifen in gefährdeten Bereichen, eine eigene Ermittlungsgruppe und intensive Beratungen vor. Dankbar bin ich in diesem Zusammenhang auch den Wohnungsbaugesellschaften, die eng mit unseren Beratern zum Thema Einbruchsschutz zusammenarbeiten.“

Diebstahlsdelikte machen den Großteil an den Gesamtstraftaten aus

Ein besonders großer Anteil am Rückgang der Gesamtkriminalität entfällt auf den Bereich des Diebstahls. Die Diebstahlsdelikte machen mit fast 40 Prozent den Großteil an den Gesamtstraftaten aus, erfreulich ist der Rückgang um mehr als zehn Prozent oder – in absoluten Zahlen ausgedrückt – um fast 1000 Delikte.

Bei einzelnen Diebstahlsarten gibt es allerdings auch gegenläufige Entwicklungen. Hervorzuheben ist dabei der Kraftfahrzeugdiebstahl, der um 43 Prozent gestiegen ist (143 Taten).

Bei der Vorstellung der Kriminalstatistik prangerte der Landrat auch den zurückgehenden Respekt vor Einsatzkräften der Polizei, der Rettungs- und Hilfsdienste an. „Mir ist bewusst, dass gerade die Polizei immer wieder in Situationen tätig werden muss, in denen die Emotionen hoch kochen, aggressive Grundsituationen herrschen und sehr häufig auch Alkohol- und/oder Drogenkonsum eine erhebliche Rolle spielt“, so Zwicker.

>>> Fahrraddiebstahl und Tatverdächtige

Die Fallzahlenentwicklung bei Diebstählen von Fahrrädern ist ab 2008 stetig sinkend. Mit 3048 entwendeten Fahrrädern wurde im Kreis Borken der bisher niedrigste Stand seit rund 20 Jahren erreicht. Die Aufklärungsquote ist gegenüber dem Vorjahr wieder gesunken und liegt bei 5,6 Prozent.

Im Jahr 2019 gab es kreisweit 8004 Tatverdächtige. Ausgewiesen wird in der polizeilichen Statistik auch der Anteil der Nichtdeutschen Tatverdächtigen, der bei 2.140 Personen lag. Tatverdächtiger ist jeder, der nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnissenaufgrund zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte verdächtig ist, eine rechtswidrige(Straf-) Tat begangen zu haben. Dazu zählen auch Mittäter, Anstifter und Gehilfen.

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