Politik

Isselburg soll sich nicht an Mittelmaß orientieren

Dr. Theodor Beine (SPD).

Foto: DIANA ROOS

Dr. Theodor Beine (SPD).

Isselburg.  Einen weitgefächerten Themenmix präsentierten die vier Fraktionsvorsitzenden in ihren Haushaltsreden auf der Sitzung des Isselburger Stadtrates.

Dr. Theodor Beine hielt Wort. Seine Haushaltsrede in der jüngsten Ratssitzung werde vom üblichen Schema abweichen, kündigte der SPD-Fraktionschef zu Beginn an. Er werde ein paar Ausflüge in die Welt der Wissenschaften und in die Weltpolitik einfließen lassen.

Das hörte sich dann so an: „Wir leben, so meinen Gesellschaftswissenschaftler, im Zeitalter der transmodernen Pluriversalität, kurzsichtig beherrscht vom postkapitalistischen marktradikalen Denken, Austeritätspolitik genannt, für die die deutsche Bundeskanzlerin die europäische Wortführerin ist.“ Für die Zuhörer in der Ratssitzung, die mit diesen Begriffen nur wenig bis gar nichts anfangen konnten, fasste Beine es noch mal prägnant zusammen: „Die Wirtschaft ist alles, der Mensch ist nichts.“

Sowohl Beine als auch sein Pendant auf Seiten der Grünen, Uwe Übelacker, beklagten auch in diesem Jahr, dass die Ratsmehrheit sich gegen eine Beleuchtung der Straße „Am Klärwerk“ zur Asylunterkunft entschieden habe. „Wenn man sieht, dass hier im Prinzip ein kleiner Siedlungsschwerpunkt existiert“, meinte Übelacker, „wäre es nur gerecht gewesen, durch eine Beleuchtung an der Straße Angsträume zu vermeiden.“

Kritik Richtung Hamminkeln

Gar nicht gut zusprechen sind einige Isselburger Politiker auf Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski. „Es wird immer deutlicher, dass Hamminkeln keine Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes außerhalb eines noch zu gründenden Zweckverbandes angehen wird. Diese Zeit hat Isselburg aber nicht, die Hochwasserlagen der letzten Zeit machen ein schnelles Handeln notwendig“, forderte Übelacker. Frank Häusler (CDU) prognostizierte dann auch, dass „bis zur Arbeitsfähigkeit des Verbandes mehrere Jahre vergehen werden“. Seine Fraktion habe sich daher auch sehr kritisch dazu geäußert: „Isselburg geht mit der Ausschreibung der ersten Planungsstufe der Ingenieur-Leistungen ein finanzielles Risiko ein.“

Häusler richtete auch direkte Worte an den zukünftigen Bürgermeister Michael Carbanje: „Die Union hätte sich selbstverständlich auch ein anderes Ergebnis der Bürgermeisterwahl vorstellen können. Gerade als Parteiloser ist es wichtig, seine Richtung und Ziele klar zu kommunizieren. Wir sagen Ihnen eine offene und konstruktive Zusammenarbeit zu.“

Kevin Schneider (FDP) unterstrich, dass seine Partei in diesem Jahr „nur wenige, aber prägnante Anträge“ zum Haushalt gestellt habe. Sein allgemeines Fazit lautete: „Isselburg darf sich nicht an Mittelmaß orientieren, sondern nur an Kommunen, die spitze sind“.

>> EIN GUTER GAG

Einen guten Gag am Anfang seiner Haushaltsrede auf der Sitzung des Isselburger Stadtrates hatte Kevin Schneider in petto. „Dies ist meine letzte Haushaltsrede“, hob der FDP-Fraktionschef staatsmännisch an und blickte in teils fragende Gesichter, ehe er hinterherschob: „Unter dem Bürgermeister Rudi Geukes.“

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