Rettungsdienst

Isselburger dürfen wieder in den Niederlanden Leben retten

Die grenzüberschreitenden Einsätze wurden in der Rettungswache Isselburg vorgestellt.

Die grenzüberschreitenden Einsätze wurden in der Rettungswache Isselburg vorgestellt.

Foto: DIANA ROOS

Isselburg.   Seit 1. Mai können Rettungsfahrzeuge des Kreises von Isselburg aus wieder zu Einsätzen über die Grenze. Eine Qualifizierungs macht’s möglich.

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1997 starteten die Rettungsdienste zwischen der niederländischen Regio Achterhoek und dem deutschen Kreis Borken ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit. In den ersten Jahren gab es bis zu 100 Einsätze des Rettungswagens, der von der Wache in Isselburg aus über die Grenze fuhr. Zunehmend erwies es sich in den Folgejahren allerdings als problematisch, dass der Rettungswagen aus Isselburg Notarztbegleitungseinsätze in den Niederlanden durchführte.

Auf Mithilfe angewiesen

Im Jahr 2011 kam der grenzüberschreitende Rettungsdienst zum Erliegen -- nun wurde er reanimiert. Seit dem 1. Mai geht es für die Rettungswagen des Kreises Borken, die in der Isselburger Wache stationiert sind und vom Deutschen Roten Kreuz betrieben werden, wieder über die Grenze.

Seit diesem Monat gab es vier Einsätze bislang. Verwundert darüber, dass nun deutsche Sanitäter im Notfall vor der Tür stehen, habe sich bislang noch kein Niederländer, so Cees Schenkeveld vom niederländischen PREpare.

„Die Menschen sind einfach froh, dass sie jemand retten kommt“, weiß Schenkeveld zu berichten.

Denn das Problem in den Niederlanden ist, die Anfahrtszeiten zu den Rettungseinsätzen einzuhalten. Nicht immer stehen im Nachbarland genügend Rettungsfahrzeuge zur Verfügung. Vor allem im Grenzgebiet ist man daher auf die Mithilfe der deutschen Retter angewiesen.

Dass eben die deutschen Sanitäter und Rettungskräfte nun wieder über die Grenze kommen, ist Gesprächen und Planungen zu verdanken, die Anfang des Jahres 2015 gestartet sind. Vor allem galt es die hohen Hürden für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus dem Weg zu räumen.

„Anders als das niederländische Rettungsdienstpersonal waren vor allem damals die deutschen Rettungsassistenten stark eingeschränkt“, so Dr. Hermann Paßlick vom Kreis Borken.

Neues Gesetz

Doch ein neues Gesetz und die Fortbildung der Rettungsdienstler machen den Neustart, der auch mit Mitteln der EU gefördert wird, möglich.

Zudem wurden in die deutschen Rettungswagen der Wache Isselburg niederländische Kommunikationstechnik eingebaut, so dass sie und die niederländische Leitstelle während des Einsatzes in Kontakt treten können.

Isselburger müssen jetzt aber nicht um ihre Versorgung vor Ort bangen. „Diese ist zu jederzeit sichergestellt“, erklärte Bürgermeister Rudi Geukes. Darüber hinaus wollen die Zuständigen nun auch daran arbeiten, dass das Projekt grenzüberschreitender Rettungsdienst keine Einbahnstraße ist. „Auch wir Niederländer überlegen nun, wie wir in Deutschland helfen können“, erklärte dazu Cees Schenkeveld.

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