Naherholung auf dem Deich

Isselburgerin schrieb Bachelor-Arbeit über Deiche

Carina Heisterkamp aus Isselburg hat sich in ihrer Bachelor-Arbeit mit dem Thema „Deichanlagen als erlebbare Grünräume?“ beschäftigt. Sie arbeitet jetzt beim Deichverband Bislich-Landesgrenze.

Carina Heisterkamp aus Isselburg hat sich in ihrer Bachelor-Arbeit mit dem Thema „Deichanlagen als erlebbare Grünräume?“ beschäftigt. Sie arbeitet jetzt beim Deichverband Bislich-Landesgrenze.

Foto: Christian Creon

An Rhein und Issel.   Carina Heisterkamp hat eine Bachelor-Arbeit zum Thema „Deichanlagen als erlebbare Grünräume?“ geschrieben. Sie arbeitet beim DV in Emmerich.

Städte und Kommunalpolitiker wünschen sich in aller Regel öffentlich zugängliche Deichanlagen, weil sie darin einen Mehrwert für den Naherholung und Tourismus sehen. Deichverbände und Kommunen, die selbst hochwasserschutzpflichtig sind, sehen dies eher kritisch. „Weil die touristische Nutzung der Deiche Mehraufwand und Mehrkosten mit sich bringen“, erklärt Carina Heisterkamp. Die 27-Jährige ist der jüngste Neuzugang im Team des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze. In die Lösung dieses Spannungsfeldes wird sie künftig eingebunden sein.

Bachelor-Arbeit entstand an der TU Dortmund

Dafür ist die Isselburgerin bestens vorbereitet, hat sie doch ihre Bachelor-Arbeit im Fach Raumplanung an der TU Dortmund zu diesem Konflikt verfasst. Thema: Deichanlagen als erlebbare Grünräume? Möglichkeiten und Grenzen aus Sicht der Deichverbände. Das Thema hat sich während ihres Praktikums von Mittel September bis Mitte November ergeben, dass die junge Frau beim hiesigen DV absolviert hat.

„Nicht nur die Städte, auch die hiesige Bevölkerung drängt darauf, die Deichanlagen als Raum für Erholung nutzen zu dürfen“, ergänzt Holger Friedrich, Geschäftsführer des DV Rees-Löwenberg. Die Wünsche gehen dahin, Kronen- oder Deichverteidigungswege als Radwege nutzen zu dürfen oder den Naturraum am Niederrhein anderweitig erlebbar zu machen – beispielsweise durch den Ausbau von Plattformen, um weite Ausblicke ins Deichvorland zu ermöglichen. Andere wünschen den Deich für nicht-anlagegebunden Sport nutzen zu dürfen oder für Spaziergänge mit und ohne Hund, wie Carina Heisterkamp in ihrer Arbeit schreibt.

Mehrkosten bei Planung, Bau und Unterhaltung

Was nicht unproblematisch ist. Denn die Funktionsfähigkeit der Hochwasserschutzanlage darf nicht gefährdet werden. Bei einem öffentlichen Deich kann es aber zu Beschädigungen der Grasnarbe kommen. Oder zu Verunreinigungen, Stichwort Hundekot, oder einer Störung der zur Beweidung eingesetzten Schafe. Weshalb immer weniger Schäfer bereit sind, ihre Tiere dort grasen zu lassen.

Auch in Hinblick auf die Kosten ist aus Sicht der Deichverbände die Nutzung der Deichanlagen als öffentliche Grünräume nur in beschränkten Maße umsetzbar und erstrebenswert, so Carina Heisterkamp. Denn dadurch entstünden schon bei Planung über Bau bis hin zur Unterhaltung Mehrkosten, z.B. durch zeitweise Sperrungen, Einbau von Viehrosten etc. Kosten, die zum Teil durch Land und Kommunen nicht gefördert werden, müssten im Zweifel auf die Beiträge der Verbandsmitglieder umgelegt werden. Dazu schreibt Carina Heisterkamp, dass dies zu vermeiden sei, „da das Zugänglichmachen der Deiche nicht in den Zuständigkeitsbereich der Deichverbände fällt“.

Es gab eine Online-Befragung

Für ihre Arbeit hat sie Interviews mit Holger Friedrich und Artur Bowkin, dem Dezernenten für Hochwasserschutz bei der Düsselforder Bezirksregierung, geführt. Weiterhin hat sie Stellungnahmen aller Deichverbände und hochwasserschutzpflichtigen Kommunen eingeholt mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens. Dabei hat alle Behörden entlang der Rheinschiene im Bereich des Regierungsbezirks Düsseldorf online abgefragt.

<<<DAS AUFGABENFELD

Beim DV Bislich-Landesgrenze ist Carina Heisterkamp seit Anfang Mai angestellt. Dort wird sie die Geschäftsführung bei den Deichbauprojekten Rees-Bienen (PA 3) sowie Rees/Bergwick – Haffen (PA 5/7) unterstützen.

Außerdem gehört zu ihren Aufgaben die Bearbeitung der Europäischen Wasserrahmenrichtline, d.h. Eruierung von Maßnahmen in und an Gewässern zur Verbesserung ihres ökologischen und chemischen Zustands sowie das Erstellen von Listen für notwendige Maßnahmen zur Vorlage bei der EU-Kommission.

In ihren Tätigkeitsbereich fällt zudem die Weiterführung und Intensivierung des Einsatzes von computergestützten Geografischen Informationssystemen zu besseren Bewirtschaftung der Deiche, Gewässer und Flächen im Verbandsgebiet.

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