Geotag in Rees

Jungen Forschern ging in Rees auch ein Räuber ins Netz

Gespannt nehmen auch Bio-Lehrerin Marga Rösener (2.v.re.) und Diplom-Biologe Tuve von Bremen (re.) die Fänge der Jugendlichen in Augenschein.

Gespannt nehmen auch Bio-Lehrerin Marga Rösener (2.v.re.) und Diplom-Biologe Tuve von Bremen (re.) die Fänge der Jugendlichen in Augenschein.

Foto: NRZ Remy

Rees.   Schulklassen aus Rees, Kalkar und Emmerich nahmen am Tag der Natur am Natur- und Umweltbildungszentrum Wahrsmannshof teil. Was sie entdeckten.

„Der frisst alles, was ihm vor die Flinte kommt“, sagt Tuve von Bremen ganz ernst. Die Jugendlichen vom Förderzentrum Grunewald aus Emmerich schauen gebannt in den Behälter, in dem die gerade von ihnen gefangene Gelbrandkäfer-Larve umher schwimmt.

„Das ist ein echter Räuber in unserem Teich“, weiß Diplom-Biologe von Bremen. Und zeigt dabei auf die Zangen am Kopf der Larve. „Booh“, kommentieren die Mädchen und Jungen ihren Fang.

Die Zeitschrift Geo richtet den Tag bundesweit aus

Die Jugendlichen vom Förderzentrum Grunewald nehmen ebenso wie Klassen der Rheinschule Rees, des Gymnasiums Aspel und des Jan-Joest-Gymnasiums Kalkar am Tag der Natur im Natur- und Umweltbildungszentrum Wahrsmannshof teil – übrigens bundesweit ausgerichtet von der Zeitschrift Geo, und zwar zum fünften Mal. Ziel des Natur-Tages ist es, jungen Menschen die Natur näher zu bringen.

„Für viele unserer Schülerinnen und Schüler ist das hier eine neue Erfahrung“, weiß Lehrer Pascal Jocks, der mit seinem Kollegen Marco Bonnes die Emmericher Klasse begleitet. Ramona, die gerade eine „echt dicke Schnecke“ mit dem Kescher gefangen hat und jetzt zur Identifizierung auf den Tisch legt, ist jedenfalls total begeistert, ebenso wie die beiden 14-jährigen Cynthia und Vanessa.

20 bis 30 Minuten hatten sie Zeit

„Am Vormittag absolvieren die Schulklassen insgesamt vier Stationen, die wir vorbereitet haben“, erklärt der Leiter des Wahrsmannshofes, Tuve von Bremen. Mit Kescher, feinen Pinzetten, Lupen und Ferngläsern bestens ausgestattet, sind die „Forscher“ am Teich auf der Suche nach Tieren, am See beobachten sie Vögel, auf der Wiese Insekten und dazu auch Bäume und Sträucher.

Etwa 20 bis 30 Minuten haben die Jugendlichen, die jeweils in kleinen Gruppen unterwegs sind, pro Station Zeit, Tiere zu finden oder Beobachtungen festzuhalten. Die werden dann mit Listen verglichen, die auf den Tischen ausliegen.

Die Larven haben die Kröte von innen aufgefressen

„Ich habe hier einen toten Frosch“, ruft ein Schüler vom Gymnasium Kalkar und bringt ihn zum Schulkollegen, der auf der Liste sucht, um wen es sich genau handelt. Schnell steht fest: Es ist eine Erdkröte. Und die hatte es nicht gerade leicht. „Die Kröte ist von Goldfliegen befallen“, erklärt Tuve von Bremen. Die hätten Eier in die Kröte abgelegt – „Die Larven haben die Kröte dann von innen aufgefressen“, sagt der Fachmann.

Na ja, nicht so appetitlich. Während im Hintergrund Seerosen leicht auf dem Wasser hin und her wiegen, ruft Luca von der Brücke, dass er einen Fisch fangen will. Geliefert wird aber erst einmal ein kleiner Molch, Pardon, eine Teichmolch-Larve, wie der Biologe präzisiert.

Eine Urkunde gab es auch

„Beim ersten Geo-Tag vor fünf Jahren waren auch Experten hier“, erinnert sich der Leiter vom Umweltbildungszentrum. Da seien auf dem Gelände zwischen 600 und 700 Tier- und Pflanzenarten gefunden worden.

Jetzt sind es nicht ganz so viele. Aber Spaß haben alle. Und eine Urkunde gibt’s dann auch noch für die Teilnehmer.

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