Brauchtum

Karneval in Emmerich: Sitzungen ja, Tulpensonntagszug nein

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Tausende Narren feiern ausgelassen auf dem Tulpensonntag in Emmerich. Nach Sturm 2020 und der ersten Corona-Absage für 2021 findet auch im kommenden Jahr kein Zug statt.

Tausende Narren feiern ausgelassen auf dem Tulpensonntag in Emmerich. Nach Sturm 2020 und der ersten Corona-Absage für 2021 findet auch im kommenden Jahr kein Zug statt.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Die Emmericher Karnevalsvereine haben entschieden: Sitzungen sollen stattfinden. Tulpensonntagszug ist abgesagt, aber Alternative ist möglich.

Im Hintergrund wird seit etlichen Wochen an einer tragfähigen Lösung gestrickt. Nun ist klar, wie der Emmericher Karneval in der Session 2021/22 aussehen könnte. Die Verantwortlichen der elf Emmericher Karnevalsvereine ziehen an einem Strang: Eine komplette Absage der Session wird es anders als noch im Vorjahr nicht geben.

Komplett-Absage war früh vom Tisch

Gleichwohl ist die Pandemie noch nicht vorbei. Deshalb wird es auch noch einmal Einschränkungen geben müssen. Kurz gesagt: Der Sitzungskarneval respektive andere Saalveranstaltungen sollen – so weit möglich – durchgeführt werden. Der Tulpensonntagszug durch die Emmericher Innenstadt ist allerdings abgesagt.

„Wir haben uns in einer ersten Versammlung im Mai dieses Jahres gemeinschaftlich dafür ausgesprochen, die kommende Session nicht wie im letzten Jahr bereits frühzeitig abzusagen“, erklärt Marc Horstmann, Sprecher der Emmericher Karnevalspräsidenten. „Es war unser fest erklärtes Ziel, in größtmöglichem Umfang zu versuchen, allen karnevalsbegeisterten Menschen in und um Emmerich herum so viel Karneval wie es die jeweilige Lage zulässt, zu bieten.“

Hygieneauflagen und Corona-Schutz-Verordnung

Dazu gehöre vor allem der Sitzungskarneval der einzelnen Vereine, aber auch die Idee von gemeinschaftlichen Veranstaltungen. Alles dann freilich immer unter strenger Beachtung aller Hygieneauflagen und der jeweils geltenden Corona-Schutz-Verordnung.

„Unser Ziel ist klar formuliert: Wir alle – jeder einzelne Verein – leben für den Karneval und wir wollen allen Jecken so viel Karneval wie möglich nach einem Jahr Pause wieder zurückbringen. Gerade in der aktuell immer noch durch die Einschränkungen belastete schwere Zeit“, so Horstmann.

Auch gemeinschaftliche Sitzungen sind möglich

Alle Präsidenten der elf Emmericher Vereine trafen sich in diesem Monat und brachten das Votum ihrer Komitees ein. „Wir hatten drei Wochen zuvor in einer vorbereitenden Präsidentenversammlung verschiedene Konzepte erarbeitet, die zum einen jedem einzelnen Verein die Durchführung einer vereinseigenen Sitzung und zum anderen auch die Durchführung mehrerer gemeinschaftlicher Sitzungen sich zusammenschließender Vereine ermöglichten“, so Horstmann.

Schnell sei in dieser Versammlung klar geworden, dass jeder Verein ein großes Interesse daran hat, seinem angestammten Publikum in den Haussälen in Elten, Vrasselt und am Kapaunenberg Sitzungen anzubieten.„Jeder Verein arbeitet nun mit Hochdruck daran, für seine Mitglieder und sein treues Publikum eine Sitzung, eine ‘sitzungsähnliche’ Veranstaltung oder eine gemeinschaftliche Sitzung mit einem anderen Verein zu organisieren.“

Verzicht auf ein Prinzenpaar steht seit Mai fest

Diese Entscheidung beeinflusst dann auch die Planung des Groß Emmericher Carnevals Komitee (Geck). Denn bereits im Mai hatte das Geck mitgeteilt, dass es zur kommenden Session kein Prinzenpaar geben wird. Daraus resultiert, dass Prinzenvorstellung, der sogenannte Gecke Abend, und Proklamation ebenfalls nicht stattfinden können. Noch Mitte September hatte Geck-Präsident Michael Verhey auf Nachfrage der NRZ erklärt, dass sich zu diesem Zeitpunkt weitere Veranstaltungen des Geck „in der Schwebe“ befinden.

Doch in diesen Punkten sind nun die Entscheidungen gefallen. Wie das Geck mitteilt, sind nun sowohl das Internationale Prinzentreffen als auch der traditionelle Tulpensonntagszug durch die Emmericher Innenstadt bereits abgesagt worden.

Besuche in Altenheimen, Schulen und Kindergärten fallen flach

Ein Kinderprinzenpaar wird ebenfalls nicht proklamiert. Besuche der Altenheime, der Schulen und Kindergärten sind in der aktuellen Lage nicht vorstellbar.

Alternative Veranstaltung an Tulpensonntag

„Deshalb freut es mich umso mehr, dass wir dank der Sitzungen der einzelnen Vereine und der hier dargebotenen Auftritte nun zumindest eine ‘Geck-Gemeinschaftssitzung’ in Emmerich haben werden. Für den Tulpensonntag sind wir aktuell in den Planungen für eine karnevalistische Veranstaltung, damit wir auch hier den Karnevalisten etwas bieten können“, so Michael Verhey.

Alle Vereine hoffen auf Verständnis für die getroffenen Entscheidungen und darauf, dass alle gesund und munter durch die leider eingeschränkte Session 2021/2022 kommen und in der Session 2022/23 hoffentlich wieder mit allen Aktivitäten vertreten sein können

>>>Die Entscheidungsträger

Folgende elf Karnevalsvereine haben die gemeinschaftliche Entscheidung zur Session 2021/22 gefasst: Bürgerverein Emmerich (Präsident Markus Elbers); EKV – Emmericher Karnevalsverein (Präsidentin Annette Arntzen) Groß Emmericher Carnevals Komitee (Präsident Michael Verhey); Grün-Weiß Komitee (Präsident Daniel Glaser); Kolping Gesellenfunker (Präsident Christoph Heiting); Komitee Kolping Elten (Präsident Bastian Liske); 11er Rat Praest (Präsident André Opgen-Rhein); HNG – Hüthumer Narrengemeinschaft (Präsident Peter van Marwyk); HFK – Hüthumer Frauen Karneval (Vorsitzende Ilona Stapper); Komitee der Schützen Elten (Präsident Marc Horstmann); VCK – Vrasselter Carnevalskomitee (Präsident Simon Terhorst).

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