Supermarkt-Ansiedlung?

Kaufland hat Fläche hinter der Polizei in Emmerich gekauft

Kaufland hat die Fläche hinter der Polizei-Wache gekauft. Auf das dahinter liegende große Steintor-Areal hat Kaufland eine Kaufoption. Aber ist der Bau eines Supermarktes genehmigungsfähig? Die Stadt und die politische Mehrheit in Emmerich sind bisher dagegen.

Kaufland hat die Fläche hinter der Polizei-Wache gekauft. Auf das dahinter liegende große Steintor-Areal hat Kaufland eine Kaufoption. Aber ist der Bau eines Supermarktes genehmigungsfähig? Die Stadt und die politische Mehrheit in Emmerich sind bisher dagegen.

Foto: Blossey

Emmerich.   Kaufland möchte in Emmerich neu bauen, hat dafür jetzt eine weitere Fläche hinter der Polizei gekauft. Wäre die Ansiedlung genehmigungsfähig?

Kaufland hat eine Fläche hinter der Polizei-Wache gekauft, bestätigt das Unternehmen der NRZ: Man plane schon seit längerem die Errichtung eines Supermarktes am Steintor-Areal. „Zu Realisierung hat Kaufland sich das Steintor-Areal und ein Grundstück hinter der Polizeiwache per Kaufoption gesichert. Das Grundstück hinter der Polizeiwache hat Kaufland im Dezember 2018 erworben“, so Anna Münzing, Kaufland-Sprecherin.

Aktuell gibt es kein Baurecht für einen Supermarkt am Steintor

Aktuell gibt es kein Baurecht für einen Supermarkt am Steintor. Das Einzelhandelskonzept der Stadt Emmerich schließt dies in der derzeitigen Fassung aus. Es gibt keine Bestrebungen seitens der Stadt oder der politischen Mehrheit daran zu rütteln. Doch Kaufland erklärt: „Ziel ist es weiterhin, in Einvernehmen mit der Politik und der Stadtverwaltung auf dem Areal einen Kaufland-Verbrauchermarkt zu errichten. Eine juristische Auseinandersetzung ist nicht Bestandteil unserer Vorgehensweise.“ Kaufland gehe davon aus, dass der Bebauungsplan geändert werden könne. Ein Antrag liegt der Stadt bisher nicht vor.

Stadt bezweifelt, dass Kaufland dort einen Bedarf nachweisen kann

Die Stadt hat gegenüber der NRZ erneut bekräftigt, dass die Bezirksregierung ein solches Szenario nicht genehmigen würde, weil Kaufland den Bedarf eines weiteren Lebensmittelhandels an dieser Stelle – nahe Netto und Lidl – nicht werde nachweisen können. Die Bestätigung der Bezirksregierung zu dieser Aussage steht noch aus.

Das Thema einer möglichen Ansiedlung von Kaufland am Steintor-Areal steht und fällt mit der Antwort auf eine Frage: Ist eine solche Ansiedlung überhaupt genehmigungsfähig. Die Stadt behauptet, da gebe es kein Szenario. Der Nachweis eines Bedarfes für einen Supermarkt an der Stelle sei nicht möglich. Die Bezirksregierung hat in einer ersten Antwort an die NRZ eher ausweichend geantwortet, verweist darauf, dass zunächst ja die Stadt zuständig sei und keine landesplanerische Anfrage vorliege. Kein Wort über diese Bedarfs-Klausel. Abwarten, die Antwort auf eine erneute konkrete Nachfrage steht noch aus.

<<<KOMMENTAR VON MARCO VIRGILLITO

Kaufland scheint überzeugt zu sein, dass es eine Chance gibt. Ansonsten stellt sich die Frage: Was will das Unternehmen mit der Fläche? Oder soll es Mittel zum Zweck sein? Nämlich für einen Kuhhandel mit dem Kreis Kleve?

Das Areal am Steintor wäre eine Option für die neu zu bauende Rettungswache. Allerdings wäre dafür neben der kleinen jetzt von Kaufland gekauften Fläche hinter der Polizei auch ein Stück des größeren Areals am Steintor nötig. Hier hat sich Kaufland schon vor langer Zeit beim Eigentümer Wessels-Conder eine Kaufoption gesichert. Einzelne Parzellen hätten also ohnehin nicht den Anforderungen des Kreises Kleve entsprochen. Vielleicht hofft Kaufland auf einen Deal, der die Ansiedlung des Supermarktes und der Rettungswache ermöglicht.

Allerdings wird es schwer die Stadt und die Politik zu überzeugen. Ein Kaufland am Steintor würde Edeka oder Rewe am Neumarkt vergraulen. Tendenz: Das wird nichts!

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