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Dorfbewohner wollen keinen Wohnmobilstellplatz für Haldern

Auch der Wohnmobilstellplatz am Hallenbad in Rees ist keine Goldgrube. Maximaler Überschuss im Jahr: 5000 Euro.

Auch der Wohnmobilstellplatz am Hallenbad in Rees ist keine Goldgrube. Maximaler Überschuss im Jahr: 5000 Euro.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Rees.  Der Rat der Stadt Rees lehnte einen Antrag der SPD für einen Womo-Platz aus Kostengründen und fehlender Zustimmung in der Dorfbevölkerung ab.

Ein Wohnmobilstellplatz in Haldern würde sich finanziell nicht lohnen. Darauf machte der Kämmerer der Stadt Rees, Andreas Mai, in der jüngsten Ratssitzung aufmerksam. Mai sagte, dass selbst beim großen Wohnmobilstellplatz am Hallenbad in Rees lediglich ein Plus in Höhe von maximal 5000 Euro zu verzeichnen sei. Mai warnte davor, nun weitere kleine Plätze in Rees auszuweisen. „Kleinere Plätze für fünf oder zehn Wohnmobile sind einfach nicht zu finanzieren. Die Errichtung eines Wohnmobilstellplatzes ist eine teure Investiton.“

Rees setzt auf den Tourismus

Die SPD-Fraktion hatte die Verwaltung beauftragt zu prüfen, ob auf dem neu gestalteten Lindendorfplatz ein Wohnmobilstellplatz errichtet werden kann. Harry Schulz erläuterte, dass der Urlaub mit einem Wohnmobil zurzeit sehr beliebt sei und dass man in Rees auf den Tourismus setze. Auch Fraktionschef Peter Friedmann sagte: „Wohnmobile sind derart der Renner. Am Hallenbad ist das Gelände ständig ausverkauft.“ Ihr Antrag lautete: „Darüber hinaus schlagen wir vor, dass auf dem Platz einige Womo-Stellplätze, einschließlich der notwendigen Ver- und Entsorgung, eingerichtet werden, damit auch Womo-Touristen das schöne Lindendorf besuchen können.“

Halderner lehnen die Idee ab

Ganz so enthusiastisch waren die Halderner Vereine nicht. Die Stadtverwaltung hatte sich mit ihnen unterhalten: „Die Vereine lehnen einen Wohnmobilstellplatz ab“, sagte Bürgermeister Christoph Gerwers. Namentlich der Schützenverein sei mit einer derartigen Nutzung des Lindendorfplatzes nicht einverstanden.

Gerwers ärgerte sich darüber, dass die SPD nach der Kritik aus den Vereinen ihren Antrag abschwächen und ihn nur noch als Prüfauftrag verstanden wissen wollte. An Peter Friedmann gerichtet, sagte er: „Ich finde es nicht okay, dass sie nicht sagen, was genau passiert ist. Sie haben nicht mit den Halderner Vereinen gesprochen. Und in ihrem Antrag steht auch nicht Reeser Meer oder Rees-Empel. Sie sprechen eindeutig von einem Wohnmobilstellplatz in Haldern. Und jetzt erzählen sie hier was, weil ihnen das Thema auf die Füße fällt. Bleiben sie doch bei der Wahrheit.“

Auch weitere CDU-Vertreter schossen genüsslich gen SPD: „Das war nicht clever von ihnen, dies nicht mit den Vereinen vorab zu besprechen. Sie haben da was rausgerotzt, um mediale Aufmerksamkeit zu erhalten, um Schlagzeilen zu produzieren“, sagte Johannes Erlebach.

Möglicherweise am Reeser Meer

Peter Friedmann (SPD) sah die Diskussion vollends überladen: „Das war ein Vorschlag unsererseits. Ein Auftrag zu Prüfung. Unser Ansprechpartner sind nicht die Vereine, sondern die Stadtverwaltung. Die sollte prüfen, was möglich ist.“

Auch wenn Kämmerer Mai kleineren Plätzen aktuell eine Absage erteilt, hält das das Thema für das Reeser Meer weiterhin für denkbar. Man sei aktuell in Gesprächen. „Möglicherweise können wir dies mit einem Investor realisieren“, so Mai.

Der Antrag der SPD wurde mit Mehrheit abgelehnt. Die Verwaltung rechnete für den Platz in Haldern mögliche Gesamtkosten in Höhe von 110.000 Euro vor. Dabei sei vor allem die Errichtung des Platz mit einem entsprechenden Untergrund sehr teuer.

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