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KLK kauft Croda Emmerich

Foto: WAZ FotoPool

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Emmerich. Schon Anfang Mai spekulierte die NRZ über den Verkauf von Croda. Seit Montag ist es amtlich: Die KLK-Emmerich GmbH kauft für 60,5 Millionen Euro das Croda-Werk in Emmerich mit seinen rund 200 Beschäftigten.

Über die Transaktion informierte Geschäftsführer Hubert Legius gestern Vormittag die Belegschaft. Die habe die Neuigkeit „positiv und zuversichtlich“ aufgenommen, so unisono Legius und Betriebsratschef Albert Jansen.

Offenbar verbinden sich mit dem Eigentümerwechsel auch große Hoffnungen auf Neueinstellungen und das Zurückholen ausgegeliederter Abteilungen.

Die KLK Emmerich GmbH gehört zum internationalen Konzern „Kuala Lumpur Kepong Berhad“ (KLKB) aus Malaysia, der an der malaysischen Börse notiert ist, im Jahre 2006 sein 100-Jähriges feierte und weltweit über 25 000 Mitarbeiter hat.

KLK besitzt insgesamt 240 000 Hektar große Palmenplantagen in Malysia und Indonesien und gilt als einer der weltweit größten Hersteller von oleochemischen Produkten auf Palmölbasis wie Fettsäuren, Glyzerin und Fettamiden.

Es ist wohl keinWunder, dass KLK ein Auge auf Croda geworfen hat.

Denn einerseits werden bei Croda in Emmerich (das Werk gehörte bis 2006 zu 0ICI, davor zu Unilever) natürliche Öle und Fette in oleochemische Produkte verarbeitet, zum anderen will der britische Croda-Konzern sich auf sein Kerngeschäft im sogenannten „Consumer Care“ (Produkte für Körperpflege) konzentrieren. Da haben sich also ganz offenbar zwei gesucht und gefunden.

Die Abwicklung werde noch einige Monate in Anspruch nehmen, da noch die Genehmigung der Kartellbehörden aussteht, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Geschäftsleitung und Betriebsrat.

Die Übernahme des Standortes erfolge durch Übertragung von Geschäftsanteilen und gehe mit der Übertragung aller Arbeitnehmerrechte einher.

Bis die neuen Eigentümer des Standortes ihre eigenen Systeme etabliert haben, wird Croda verschiedene Übergangs-Dienstleistungen zur Verfügung stellen, welche wahrscheinlich über den formellen Abschluss des Verkaufs hinaus noch mehrere Monate andauern werden.

Hubert Legius: „Wir sind der festen Überzeugung, dass das neue Emmericher Unternehmen unter den neuen Eigentümern erfolgreich sein wird.“

Und Betriebsratschef Albert Jansen sagte zur NRZ: „Das ist für Emmerich eine Chance.“ Ein Grund: Einige unter Croda nach Gouda ausgelagerte Abteilungen (Verkauf, Marketing, Finanzen, Ingeneering) müssen nun wieder in Emmerich angesiedelt werden, zumal Emmerich europaweit der einzige KLK-Produktionsstandort sein wird.

Hubert Legius kündigte überdies an, das Werk verlassen zu wollen. Bislang war er für zwei Werke, Emmerich und Gouda, zuständig, künftig nur noch für Gouda, das in Croda-Hand bleibt.

Die Entscheidung sei ihm schwer gefallen, weil die Belegschaft so „eine positive Truppe“ se, und dann blickt Legius schon voraus: „Das wird für Emmerich eine interessante Zeit.“

Der in Emmerich ansässige oleochemische Bereich lag zuletzt bei einem Jahresumsatz von umgerechnet rund 93 Millionen Euro mit rund 2,4 Millionen Euro operativ in den roten Zahlen. Croda hatte in den letzten vier Jahren rund 20 Mill. Euro in sein Emmericher Werk investiert.

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