Bauernmarkt

Kreis Kleve: Am Riswicker Bauernmarkt plastikfrei einkaufen

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Dr. Franz-Josef Stork, Leiter von Haus Riswick, auf dem Riswicker Bauernmarkt.

Dr. Franz-Josef Stork, Leiter von Haus Riswick, auf dem Riswicker Bauernmarkt.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kleve/Kreis Kleve.  Seit dem Sommer zählt der Kreis Kleve zur Öko-Modellregion. Der Riswicker Bauernmarkt in Kleve profitiert dabei von der Förderung des Landes.

Bioäpfel in Plastik verpackt, Kartoffeln aus Israel, Tomaten aus Spanien, Fleisch als billige Lockangebote in der Tiefkühltheke: Immer mehr Menschen haben genau darauf keine Lust mehr. Sie wollen wissen, woher ihr Essen kommt, wollen nicht mehr nur von anonymen Anbietern im Discounter kaufen, sondern lokale Produkte vor Ort erstehen.

Mit Landwirten dahinter, deren Gesichter dem Kunden bekannt sind, mit transparenten Herkunftswegen der angebotenen Waren. Nachhaltiger Konsum ist „in“ und notwendig. Regionale Produkte werden auch im Kleverland mehr und mehr zum „Renner“ unter den landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Öko-Modellregion Niederrhein wird vom Land NRW gefördert

Kein Wunder also, dass sich viele Bauern auch hier am Niederrhein mehr und mehr für genau diese Direktvermarktung öffnen. Sehr zur Freude zahlreicher Kunden, denen diese Einkaufsmöglichkeiten am Herzen liegen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Da spielen für die einen Klimaschutz oder gesundheitliche Aspekte eine große Rolle, für die anderen Fairness den heimischen Landwirten gegenüber, Tierschutz und vieles mehr.

Die NRZ hat sich im Nordkreis Kleve umgeschaut und einige Direktvermarkter beispielhaft auf einer Sonderseite zu Hofläden zusammengefasst. Große Bauernläden ebenso wie ganz kleine Direktvermarkter, die entweder einen Laden, einen Automaten oder sogar nur ein Selbstbedienungsbüdchen mit eigenen Erzeugnissen bestücken. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Kunden wählen mit ihrem regionalen Einkauf auch, ob ihnen konventionelle Lebensmitteln mehr liegen oder ob sie lieber ökologischen Anbau fördern wollen. Seit dem Sommer bilden die Kreise Kleve und Wesel gemeinsam die Öko-Modellregion Niederrhein, die vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium NRW gefördert wird. Damit soll auch die Vernetzung von Verarbeitungs- und Vermarktungsmöglichkeiten regionaler und ökologischer Produkte gestärkt werden (die NRZ berichtete).

Riswicker Markt sei „kein Modetrend“

Mitten drin im Thema „regionale Vermarktung“ ist Dr. Franz-Josef Stork, seit 2015 Leiter des Versuchs- und Bildungszentrums Haus Riswick in Kleve-Kellen. Für ihn ist Direktvermarktung nicht erst seit dem Start der Öko-Modellregion Niederrhein ein wichtiges Feld. „Mein Herz hängt am Riswicker Bauernmarkt“, sagt er. „Der schönste Bauernmarkt in NRW – noch vor Münster – ist mit seiner regionalen Direktvermarktung kein Modetrend“, betont der Riswick-Chef. Direktvermarktung – unabhängig davon ob ökologisch oder konventionell erwirtschaftet – bringt seiner Ansicht nach viele Vorteile mit sich. „Die Wertschöpfung pro Einheit ist deutlich größer für das landwirtschaftliche Produkt, wenn ich es direkt vermarkte, als wenn ich es abgebe.“

Die Kommunikation mit dem Verbraucher erzeugt zudem Nähe zum Bauern und Produkt. Es werden oft auch Spezialitäten wie Käsesorten, Brote, Aufstriche, Säfte und mehr geboten, die es so nicht im Discounter gibt.

Riswicker Markt: Ein Persönlicher Treffpunkt

Für Bauernmärkte wie dem Riswicker Markt, so Stork, sei nicht zu unterschätzen, wie wichtig sie als persönlicher Treffpunkt in nicht industrieller Umgebung für Familien und Senioren sind. „Die meisten Verbraucher kennen oft nur noch Aldi-, Lidl- und Co-Regale. Wir Landwirte müssen da dringend umdenken, dürfen nicht noch effizienter werden, um erfolgreich zu sein. Das Wachsen der Betriebe wird nicht länger toleriert“, stellt er fest. Allerdings mahnt Stork auch vor zu großen Erwartungen an die Direktvermarktung. Schließlich könne kaum ein Bauer seine Produkte ausschließlich so vermarkten. Aber der Markt wächst.

Franz-Josef Stork selbst sieht auch in digitalen Verkaufsmöglichkeiten oder auf städtischen Märkten noch viel Potenzial, das Bauern ausschöpfen können: „Letztlich macht die Vielfalt die Qualität!“ Er selbst kauft übrigens querbeet ein. Kartoffeln vor der Haustür, Käse und andere frische Sachen auf dem Bauernmarkt und viele Grundnahrungsmittel wie Nudeln und Mehl im Discounter.

Wo die Menschen im Nordkreis Kleve unter anderem regional, ökologisch oder konventionell erzeugte Lebensmittel wie Milch, Eier, Fleisch, Obst, Gemüse und vieles mehr in den Einkaufskorb packen können, lesen Sie in dieser Ausgabe auf.

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