Impfzentrum

Kreis Kleve: Fahrten für Ältere zum Impfzentrum organisiert

Das Personal im Kalkarer Impfzentrum steht bereit.

Das Personal im Kalkarer Impfzentrum steht bereit.

Foto: Karl Banski / FUNKE Foto Services

Emmerich  Kommunen wie Rees und Emmerich organisieren Angebote für Beförderungen zum Impfzentrum in Form von Mitfahrbörsen für über 80-Jährige.

Die Konferenz der Bürgermeister und der Landrätin im Kreis Kleve hat sich jetzt im Rahmen einer Videokonferenz ausführlich mit der Erreichbarkeit des Impfzentrums in Kalkar beschäftigt. In der Konferenz herrschte Einigkeit darüber, dass das Impfzentrum Kreis Kleve mit 2.700 Quadratmetern Fläche und davor 250 Parkplätzen für die Impfwilligen einfache, sichere und vergleichsweise gute Rahmenbedingungen schafft.

Letztendlich hat sich die Konferenz einmütig darauf verständigt, den Impfwilligen ab 80 Jahren, die nun als erste Gruppe ins Impfzentrum kommt, bei Bedarf – wenn also das persönliche Umfeld kein Hilfsangebot machen kann – ein individuelles Beförderungsangebot in Form einer so genannten „Mitfahrbörse“ zu machen. Die Städte und Gemeinden werden kurzfristig solche Börsen organisieren, in der sich die Bürger im Rathaus melden können, die ehrenamtlich Impflinge zum Impfzentrum und wieder nach Hause fahren. „Ältere Menschen brauchen nämlich individuelle Fahrten zum Impfzentrum!“, sind sich die 17 Hauptverwaltungsbeamten einig.

Impfwillige Personen können eine Begleitperson mitbringen

Aufgrund des großen Raumangebotes im Impfzentrum kann jede impfwillige Person eine Begleitperson mitbringen, die sie oder ihn während der ganzen Zeit begleitet. Alle Wartebereiche und die Impfkabinen sind räumlich dafür ausgestattet. Als erste Gruppe werden die über 80-Jährigen im Kreisgebiet ein Impfangebot bekommen. Wie berichtet, erhält diese Personengruppe dazu in Kürze ein umfangreiches Informationspaket per Post, das über den konkreten Ablauf informiert. Ab dem 25. Januar 2021 sind – laut Aussage der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein – Anmeldungen für die Impfung im Impfzentrum möglich. Dort beginnen die Impfungen dann am 1. Februar.

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Die Landrätin wie auch die Bürgermeister setzen in diesem Zusammenhang auf die Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Bevölkerung. „Wir leben in einem Flächenkreis mit intakten Netzwerken und großem sozialen Engagement. Darum bitten wir die jüngeren Menschen in unseren Städten und Gemeinden, einen wichtigen Teil zum Gelingen der nationalen Impfstrategie beizutragen“, so Landrätin Silke Gorißen. „Bieten Sie Ihren Eltern oder Großeltern, Ihrem Nachbarn oder der Freundin an, ihn oder sie zwei Mal zum Impfzentrum zu fahren, damit dort in den kommenden Wochen die Impfungen erfolgen können“, appelliert der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers als Sprecher der Konferenz der Hauptverwaltungsbeamten an die Hilfsbereitschaft der Menschen im Kreis Kleve.

Kommune benennt Ansprechpartner für individuelle Beförderungsangebote

Alle Kommunen im Kreis Kleve werden allerdings denjenigen Bürgern, die keinerlei Möglichkeit haben, zu ihren Impfterminen ins Impfzentrum zu kommen, über die „Mitfahrbörsen“ ein individuelles Beförderungsangebot machen. „In jeder Kommune wird es dafür eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner geben“, erläutert Christoph Gerwers. Die Kommunen wollen den Impflingen dann Freiwillige benennen, die sie zum Impfzentrum und wieder nach Hause bringen. „Wir haben zum Beispiel mit der Helferbörse in Rees zu Beginn der Pandemie sehr gute Erfahrungen gemacht und sind zuversichtlich, dass sich ausreichend Freiwillige melden, die diesen Dienst gerne übernehmen“, so Gerwers als Sprecher der Bürgermeisterkonferenz.

Über die Details werden die Kommunen ihre Bürger noch informieren. Landrätin Silke Gorißen: „Die Impfung von gut 312.000 Kreis Klever Bürgern ist eine Mammut-Aufgabe, die von uns allen in den kommenden Monaten viel Kraft und Ausdauer erfordert. Ich danke der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern für die gute Zusammenarbeit und hervorragende Unterstützung.“

Helferbörse "Engagiert in Rees" wird ab 15. Januar zur Mitfahrbörse

Die Reeser Helferbörse „Engagiert in Rees“ wird ab Freitag, 15. Januar, 10 Uhr, zur „Mitfahrbörse“. Die Vermittlung soll dann stattfinden, wenn ein Fahrdienst nicht mit dem eigenem Pkw oder einer Mitfahrmöglichkeit über Verwandte, Nachbarn und Freunde organisiert werden kann. Alle Bürger über 80 Jahre erhalten in Kürze vom Gesundheitsministerium und vom Kreis Kleve Informationen zur Vereinbarung eines Impftermins per Post zugeschickt.

Sobald dann ein Impftermin vereinbart ist und die zu impfende Person keine Beförderungsmöglichkeit zum Impfzentrum hat, kann man die Mitfahrbörse der Stadt Rees kontaktieren. Bereits ab Freitag, 15.01., ist es möglich, sich als freiwilliger Helfer in der Mitfahrbörse der Stadt Rees registrieren zu lassen. Für Hin- und Rückweg, inklusive des Aufenthalts im Impfzentrum, müssen rund zwei Stunden einkalkuliert werden.

Die Helferbörse „Engagiert in Rees“ ist täglich, auch samstags und sonntags, von 10 bis 16 Uhr unter der Rufnummer 02851/51750 oder per E-Mail unter engagiert@stadt-rees.de erreichbar.

Emmerich startet ebenfalls Mitfahrbörse

Emmerich startet ebenfalls die Mitfahrbörse, um Senioren ab 80 Jahren im Bedarfsfall eine Fahrgelegenheit zum Impfzentrum in Kalkar zu vermitteln. Über das Corona-Bürgertelefon 02822/755 755 und über ein Online-Formular auf der Homepage der Stadt (www.emmerich.de/de/inhalt/mitfahrboerse) können sich zunächst Bürger, die bereit sind, einen Fahrdienst mit ihrem Privatfahrzeug ehrenamtlich zu übernehmen, registrieren lassen. Diese Möglichkeit soll vor allem für die Senioren zu Gute kommen, die nicht mit einem eigenen PKW oder mit einer anderen Mitfahrmöglichkeit durch Verwandte, Nachbarn oder Freunde nach Kalkar kommen können.

„Ich bin in den letzten Wochen von mehreren Bürgern angesprochen worden, die sich bereiterklären würden, mit den ältesten Mitbürgern unserer Stadt zum Impfzentrum zu fahren. Ich finde das eine wunderbare Geste und wir wollen das vorhandene ehrenamtliche Engagement mit dieser Mitfahrbörse unterstützen“, erläutert Bürgermeister Peter Hinze die Hintergründe. Wie groß der Bedarf nach einer solchen Mitfahrgelegenheit tatsächlich ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgesehen werden. „Aber es ist wichtig, dass wir auch den Bürgern, die auf Grund ihres Alters nicht mehr ganz so mobil sind, den Weg zum Impfzentrum nach Kalkar möglichst einfach machen.“

Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, sollte berücksichtigen, dass für den Hin- und Rückweg, inklusive Aufenthalt im Impfzentrum, nach derzeitigen Schätzung rund zwei Stunden einkalkuliert werden müssen.

Das Corona-Bürgertelefon ist unter der Rufnummer 02822/755 755 zu folgenden Zeiten erreichbar: Montag bis Mittwoch von 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, sowie Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr und Freitag von 8.30 bis 12 Uhr.

Mitfahrgelegenheit nur mit Impftermin

Wichtig ist, dass sich Personen, die keine andere Beförderungsmöglichkeit zum Impfzentrum haben, erst dann bei der Stadt Emmerich melden, wenn sie einen genauen Impftermin erhalten haben. „Es geht jetzt im ersten Schritt darum, einen Fahrerpool aufzubauen, um dann Ende Januar gut vorbereitet zu sein“, so Hinze. Die Stadt wird dann in der kommenden Woche darüber informieren, welche Angaben benötigt werden, um eine Mitfahrgelegenheit ein Anspruch nehmen zu können.

Alle Bürger über 80 Jahre erhalten in Kürze vom Gesundheitsministerium und vom Kreis Kleve Informationen zur Vereinbarung eines Impftermins per Post zugeschickt. Bestimmte Personengruppen haben aus medizinischen Gründen mit ärztlicher Verordnung – also auf Rezept – gegenüber ihrer Krankenkasse einen Anspruch auf Fahrkostenerstattung und könnten somit auch ein reguläres Taxi für die Fahrt zum Impfzentrum nutzen. Dazu zählen insbesondere Personen mit Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen aG, BI oder H, bei Pflegestufe 3, 4 oder 5 oder wenn Pflegestufe 2 vor dem 31. Dezember 2016 festgestellt wurde.

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